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Aleksandar Mijailoviu

New Belgrade Opera / Madlenianum

L'Orfeo

Der antike Held kämpft darum, den Tod mit der Musik zu besiegen

Opern | Monteverdi

In italienischer Sprache mit englischen, deutschen, französischen und serbischen Untertiteln

Verfügbar von
04.01.2018 um 19:00 MEZ

bis
03.07.2018 um 23:59 MEZ

OrfeoNikola Diskić
Euridice & MusicaAntonia Dunjko
Proserpina & NinfaRadoslava Vorgić
Messaggera & SperanzaDragana Popović
Plutone & CaronteMarko Špehar
Pastore I, Spirito Infernale I, Eco & ApolloMarko Živković
Pastore II & Spirito Infernale IILjubomir Popović
Ninfe, Pastori & Spiriti infernaliMarijana Radosavljević, Marijana Davinić, Jana Cvetković, Djordje Petrović, Aleksandar Krunić, Mirko Milanović, Milan Stančić
OrchesterBaroque Orchestra of the New Belgrade Opera


MusikClaudio Monteverdi
Libretto Alessandro Striggio, with translation by Jelena Stojanović
Musikalische LeitungPredrag Gosta
InszenierungDaniel Pfluger
BühneTijana Trailović
KostümeTijana Trailović
LichtSrdjan Jovanović
künstlerische LeitungMarijana Mijanović & Predrag Gosta
DramaturgieMarijana Mijanović
Video-DirektorStefan Momirov
Video-ProduzentPredrag Gosta
New Belgrade Opera / Madlenianum

Mit kraftvoller Musik wird der Prolog der Geschichte eingeleitet.

Im ersten Akt heiraten Orpheus und Eurydike. Dieses Fest wird von Hirten mit Tanz und Gesang gefeiert. Orpheus und Eurydike singen über ihre Liebe.

Die Feier wird im zweiten Akt fortgesetzt, doch sie wird durch eine Botin unterbrochen. Sie bringt die Nachricht von Eurydikes Tod: Sie wurde von einer Schlange gebissen, während sie Blumen pflückte. Die Botin verlässt die Feier und erklärt, dass Eurydike von nun an die Menschen meiden und einsam in einer Höhle leben wird, um dort zu trauern.

Im dritten Akt macht sich Orpheus in Begleitung von Speranza (Hoffnung) auf den Weg in die Unterwelt. Sie verlässt ihn, als er sich dem Styx nähert. Schließlich gelingt es Orpheus den Bootsmann der Toten, Caronte, mit seiner Musik zu überwältigen und so den Fluss zu überqueren.

Der vierte Akt spielt im Königreich von Pluto, wo Proserpina von Orpheus Musik tief betroffen ist.  Sie bitten zusammen um die Freilassung von Eurydike. Orpheus junge Braut wird freigelassen. Doch nur unter einer Bedingung: Auf dem Weg in die Freiheit, darf sich Orpheus nicht zu seiner Eurydike umdrehen, um sie ansehen zu können. Aus Angst Eurydike verloren zu haben, dreht er sich schließlich um und ihr Schicksal in der Unterwelt ist besiegelt.

Im fünften Akt befindet sich Orpheus alleine in Thrakien, getröstet von Eco. Ganz Deus ex machina schwebt Apollo auf einer Wolke herab, um Orpheus in den Himmel zu begleiten, wo er für immer Eurydikes Abbild in den Sternen betrachten kann.

Die New Belgrade Opera und das Opera & Theatre Madlenianum aus Serbien, präsentierten 2014 mit großem Erfolg L'Incoronazione di Poppea, ihre erste Oper von Monteverdi. 2017 schlossen sich die beiden Häuser anlässlich des Geburtsjahres des Komponisten erneut zusammen, um die erste Aufführung von Monteverdis L'Orfeo in Serbien zu planen. Dieses Werk gilt als eine der ersten Opern. Monteverdis Verwendung von Vokal- und Orchesterfarben, gespielt auf damals üblichen Instrumenten, schuf 1607 die Grundlage für die Weiterentwicklung der Gattung Oper. Das professionelle Vokalwerk des Komponisten inspirierte zukünftige Generationen. Der Klang alter Instrumente, unter der musikalischen Leitung der beiden Experten Marijana Mijanović und Predrag Gosta für historische Theateraufführungen, sowie die großartigen Inszenierung des deutschen Regisseurs Daniel Pfluger, bieten die Möglichkeit, diese Musik so zu genießen, wie es der Komponist beabsichtigt hatte.

 

Fabel des Orfeo

Der Begriff Favola in musica wird oft für Monteverdis Oper L'Orfeo (Orpheus) benutzt. Favola in musica stellt eine Geschichte oder eine Fabel, die in die Musik „gesetzt“ wurde, dar. Das Wort Favola wurde oft für Erzählungen der Mythologie verwendet, wozu L'Orfeo gehört, das auch gleichzeitig eines der bekannteste Beispiele dieser Gattung ist.

Der Mythos von Orpheus stammt aus der griechischen Mythologie und beinhaltet offensichtlich Symbole aus Thrakien, die die Herkunft des Komponisten der Oper verraten. Dieser Charakter begleitet Jason und die Argonauten bei ihrer Suche nach dem Goldenen Vlies. Orpheus ist der klassische Barde, der Geschichten über die Schöpfung singt und sich dabei selbst mit einem Instrument begleitet, der Gruppe hilft und ungewöhnliche Lösungen für Probleme findet. Oder wie schon Shakespeare schrieb, „schuf Orpheus mit seiner Laute Bäume“. Tatsächlich baut der Charakter von Orpheus ein ganzes musikalisches Vermächtnis, die Welt der Oper, deren Wurzeln eine ganze Form von Kunst niederdrücken und ernähren, auf.

L'Orfeo hängt von der Erzählkunst ab, denn die Musik dient den Worten, nicht umgekehrt. Monteverdi schafft eine Erzählung aus der Musik, die sowohl unsere Welt als auch die des Hades mit gesungenen und instrumentalen Gesten darstellt. Dieser musikalische Impuls begleitet die gesamte Oper bis hin zur Erschaffung von der Erzählung, die perfekt mit dem Text harmoniert.

L'Orfeo kann tatsächlich als eine Fabel betrachtet werden. Der Mythos beinhaltet Kreaturen, die an Stelle von menschlichen Charakteren stehen, um die sterblichen Eigenschaften zu veranschaulichen. Außerdem gibt uns die Oper einen Rat mit auf den Weg, der auf tragische Weise dargestellt wird. Schaut nicht auf eure Geliebte oder euren Geliebten zurück, wenn Sie sogar davor gewarnt wurden, so Ihre Liebe für immer zu verlieren! Dieser Rat ist nicht nur eine Warnung, um der Liebe Aufmerksamkeit und Achtung zu schenken, sondern auch ein Appell an die Selbstachtung. Für Orpheus Verstoß wird Eurydike bestraft. Ist das angemessen? Absolut nicht! Doch traurigerweise können wir sein Haben verstehen und uns vielleicht auch mit ihm identifizieren.