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Michele Borzoni - Terra Project

Teatro comunale di Bologna

Stabat Mater

Konzerte | Rossini

Michele Mariotto dirigiert in Bologne in Form einer besonderen Vorstellung eins der schönsten Stabat Mater Werke, das jemals komponiert wurde.

In lateinischer Sprache

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Verfügbar von
24.05.2018 um 20:30 MEZ

bis
23.11.2018 um 23:59 MEZ

SopranoYolanda Auyanet
Mezzo-sopranoVeronica Simeoni
TenorAntonino Siragusa
BassMarko Mimica
ChorTeatro Comunale di Bologna
OrchesterTeatro Comunale di Bologna


MusikGioachino Rossini
Musikalische LeitungMichele Mariotti
Teatro comunale di Bologna

1. Introduzione
Soli (SSTB) & Chor

Christi Mutter stand mit Schmerzen
Bei dem Kreuz und weint' von Herzen,
Als ihr lieber Sohn da hing.

2. Arie (Tenor)

Durch die Seele voller Trauer,
Seufzend unter Todesschauer,
Jetzt das Schwert des Leidens ging.

Welch ein Weh der Auserkornen,
Da sie sah den Eingebornen,
Wie er mit dem Tode rang.

Angst und Trauer, Qual und Bangen,
Alles Leid hielt sie umfangen,
Das nur je ein Herz durchdrang.

3. Duett (Sopran I & Sopran II)

Wer könnt' ohne Tränen sehen
Christi Mutter also stehen
In so tiefen Jammers Not?

Wer nicht mit der Mutter weinen,
Seinen Schmerz mit ihrem einen,
Leidend bei des Sohnes Tod?

4. Arie (Bass)

Ach, für seiner Brüder Schulden
Sah sie Jesus Marter dulden,
Geißeln, Dornen, Spott und Hohn.

Sah in trostlos und verlassen
An dem blut'gen Kreuz erblassen,
Ihren lieben einz'gen Sohn.

5. Chor & Rezitativ (Bass)

Gib, o Mutter, Born der Liebe,
Dass ich mich mit dir betrübe,
Dass ich fühl' die Schmerzen dein.

Dass mein Herz von Lieb' entbrenne,
Dass ich nur noch Jesus kenne,
Dass ich liebe Gott allein.

6. Quartett (Soli, SSTB)

Heil'ge Mutter, drück die Wunden,
Die dein Sohn am Kreuz empfunden,
Tief in meine Seele ein.

Ach, das Blut, das er vergossen,
Ist für mich dahingeflossen;
Lass mich teilen seine Pein.

Lass mit dir mich herzlich weinen,
Ganz mit Jesu Leid vereinen,
Solang hier mein Leben währt.

Unterm Kreuz mit dir zu stehen,
Dort zu teilen deine Wehen,
Ist es was mein Herz begehrt.

O du Jungfrau der Jungfrauen,
Wollst in Gnaden mich anschauen,
Lass mich teilen deinen Schmerz.

7. Cavatina (Sopran II)

Lass mich Christi Tod und Leiden,
Marter, Angst und bittres Scheiden
Fühlen wie dein Mutterherz.

Mach, am Kreuze hingesunken,
Mich von Christi Blute trunken
Und von seinen Wunden wund.

8. Arie (Sopran I) & Chor 

Dass nicht zu der ew'gen Flamme
Der Gerichtstag mich verdamme,
Sprech für mich dein reiner Mund.

Christus, um der Mutter Leiden
Gib mir einst des Sieges Freuden
Nach des Erdenlebens Streit.

9. Quartett (Soli, SSTB) & Chor

Jesus, wann mein Leib wird sterben,
Lass dann meine Seele erben
Deines Himmels Seligkeit!

10. Finale - Soli & Chor

In alle Ewigkeit.
Amen.

5 Dinge, die man über das Stabat Mater von Rossini wissen sollte

1° Was ist ein „Stabat Mater“?

Auf lateinisch bedeutet „stabat mater“: „Es stand die Mutter schmerzerfüllt“ und verweist auf die biblische Szene, in der die Jungfrau Maria um ihren gekreuzigten Sohn trauert. Der Text stammt aus dem 13. Jahrhundert und wird unter anderem dem italienischen Franziskaner Jacopone da Todi zugewiesen. Dieser Text hat unzählige Komponisten, sowohl in der alten, als auch in der zeitgenössischen Musikgeschichte inspiriert.

2° Eine spezielle Zeit im Leben des Komponisten

Nachdem Rossini 1829 seine Oper Guillaume Tell an der Opéra de Paris komponiert hatte, folgt für ihn eine Art Durststrecke: er schreibt ungefähr 40 Jahre keine Oper mehr! Die Gründe dafür bleiben unklar…Es ist sicher, dass Guillaume Tell ihn sehr viel mehr Energie gekostet hatte als all seine anderen Werke und einige seiner derzeitig geschriebenen Briefe offenbaren seinen Wunsch, die Opernwelt zu verlassen. Er ist müde, krank und geschwächt durch den Tod seines Vaters und den darauffolgenden Tod seiner Mutter. Seine sehr gute finanzielle Lage befreite ihn ebenfalls von der Notwendigkeit für seinen Lebensunterhalt zu komponieren. Am Anfang dieser Periode zwischen 1831 und 1841, komponiert er Stabat Mater.

3° Zwei Versionen von Stabat Mater

Während einer Reise im Jahre 1831 mit seinem Bankier Alexandre Aguado nach Spanien, erhält Rossini von dem Regierungsrat Fernandez Varela den Auftrag für ein Stabat Mater. Zunächst schreibt Rossini nur die Hälfte der Partitur und bittet später seinen Freund Giovanni Tadolini darum, insbesondere da er selbst sehr am Leiden war, sie fertigzustellen. Erst 10 Jahre später entscheidet sich Rossini, hauptsächlich unter dem Druck seines Herausgebers Eugène Troupenas dazu, die Arbeit Tadolinis vollständig neu zu komponieren, womit er sozusagen eine zweite Version des Werkes erschafft.

4° Ein sehr außergewöhnlicher Dirigent…

Während die Pariser Premiere des Stabat Mater von Rossini 1842 in dem théâtre italien de Paris stattfindet, wird die italienische Version in Bologne gespielt und der Dirigent ist kein anderer als…Donizetti! Beide Veranstaltungen waren ein riesen Erfolg. Donizetti schreibt: „Der Enthusiasmus ist unmöglich zu beschreiben. Selbst während der letzten Probe, an der auch Rossini anwesend war, ging er am helllichtem Tag, inmitten der Jubelrufe von über 500 Personen nach Hause. Das gleiche spielte sich am ersten Abend unter seinem Fenster ab, da er nicht in der Empfangshalle erschienen war…“. Rossini war sehr berührt davon, dass Donizetti seine Musik dirigierte.

5° Eine ganz besondere Veranstaltung im Teatro Comunale di Bologna

Anlässlich des 150. Todestages von Rossini, präsentieren der Dirigent Michele Mariotti, sowie die Solisten Yolanda Auyanet, Antonino Siragusa, Veronica Simeoni und Marko Mimica das Stabat Mater des Komponisten in dem gleichen wunderbaren Saal der Bibliothek Archiginnasio, in dem das Werk auch das erste Mal am 18. März 1842 in Anwesenheit von Rossini und dirigiert von Donizetti, gespielt wurde.