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National Theatre Brno
28.11.2020 um 17:00 MEZ
Samstag, November 28, 2020 - 17:00

National Theatre Brno

Schicksal (Osud)

Man sieht sich immer zweimal im Leben

Opern | Janáček

Eine junge Frau, die in einen Komponisten verliebt ist, wird von ihrer Mutter gezwungen, einen reicheren Freier zu nehmen. Als die beiden Liebenden Jahre später wieder zusammenkommen, ist das Glück auf ihrer Seite, aber es geschieht eine Tragödie, die alles verändert.

 

Robert Carsens lang erwartete Premiere von Schicksal eröffnet die diesjährige Ausgabe des Janáček Brno Festivals (International Opera Award Gewinner 2019). Dieses Jahr werden einige der großartigsten Musikstücke von Janáček gezeigt, die von den Gipfeln der romantischen Verzückung in die Tiefen der Verzweiflung und wieder zurück schwingen.

 

Die Produktion sollte ursprünglich am 14.10. ausgestrahlt werden, wurde aber aufgrund von Einschränkungen in der Tschechischen Republik auf den 28.11. verschoben.

In tschechischer Sprache

Die Live-Aufführung wird mit englischen Untertiteln gesendet. Französische, deutsche und tschechische Untertitel sind bald verfügbar und zusätzlich automatische Übersetzungen in mehr als hundert andere Sprachen.

Verfügbar von
28.11.2020 um 17:00 MEZ

bis
28.05.2021 um 12:00 MEZ

Alter Živný, ein KomponistPhilip Sheffield
Junger Živný, ein KomponistEnrico Casari
Míla VálkováAlžběta Poláčková
Mílas MutterNatascha Petrinsky
Dr. SudaPeter Račko
Lhotský, ein MalerJan Šťáva
KonečnýLukáš Bařák
Fräulein Stuhlá, eine LehrerinDaniela Straková-Šedrlová
Doubek (Kind)Petr Hrůša
Dichter / StudentMichael Robotka
Erste Dame / Fräulein PacovskáAndrea Široká
Zweite Dame / Frau des MajorsTereza Kyzlinková
Alte slowakische FrauJitka Zerhauová
Frau des StadtratsJana Hrochová
Junge WitweHana Kopřivová
IngenieurPavel Valenta
Verva, ein StudentLukáš Bařák
Součková, ein StudentMarta Reichelová
Kosinská, ein StudentJarmila Balážová
DoubekDaniel Matoušek
KellnerMartin Novotný
HrázdaOndřej Koplík


MusikLeoš Janáček
LibrettoLeoš Janáček, Fedora Bartošová
Musikalische LeitungMarko Ivanović
InszenierungRobert Carsen
BühneRadu Boruzescu
KostümeAnnemarie Woods
LichtRobert Carsen, Peter van Praet
ChoreografieLorena Randi
ChorleitungPavel Koňárek
DramaturgieIan Burton, Patricie Částková

Vor siebzehn Jahren hatte der Komponist Živný eine Affäre mit Míla. Mílas Mutter missbilligte Živný und trennte die Liebenden, indem sie ihre Tochter mit einem reicheren Mann verheiraten wolte. Der Plan scheiterte, weil Míla bereits mit Živnýs Kind schwanger war, aber Živný glaubte, dass Míla ihn für einen reicheren Mann verließ. Seine bitteren Gefühle hat er in die Komposition einer Oper einfließen lassen...

I. Akt – Vor fünfzehn Jahren

Živný und Míla treffen sich im gleichen Kurort wieder. Sie sind von Gästen aus allen Gesellschaftsschichten umgeben, unter ihnen drei Männer, die Míla anziehend finden: Dr. Suda, Lhotský und Konečný. Živný erkennt, dass er Míla zu Unrecht des Verlassens beschuldigt hat und bittet um Verzeihung, er möchte sie und ihr Kind zurücknehmen. Mílas Mutter ist entsetzt, als sie erfährt, dass ihre Tochter wieder mit dem Komponisten zusammen ist.

II. Akt – Vor elf Jahren

Míla und Živný sind jetzt verheiratet und leben mit ihrem kleinen Sohn Doubek zusammen. Živný konnte seine Oper nicht vollenden, aber die bittere Dramatisierung der Vergangenheit hat einen Keil zwischen die Eheleute getrieben. Am Klavier spielt und singt Živný immer wieder das Schicksalsmotiv, das Mílas geistesgestörte Mutter von ihrem Zimmer aus wiederholt. Míla fleht ihren Mann an, die Arbeit aufzugeben, nachdem der kleine Doubek ihr sage hat, dass sie nicht wisse, was Liebe sei. Als Milas Mutter Živný angreift und beschuldigt, ihr Geld und Schmuck stehlen zu wollen, versucht Míla, sie zurückzuhalten. Zu Živnýs Entsetzen stürzen Mutter und Tochter in ihren Tod.

III. Akt – Heute, elf Jahre später

Im Konservatorium, in dem Živný lehrt, lesen Studenten die Sturm-Szene aus der seltsamen unvollendeten Oper ihres Professors vom Blatt, die an diesem Abend uraufgeführt werden soll. Zwei Studenten, Verva und Hrázda, singen Soloszenen aus dem Werk. Verva glaubt, dass Lenský, der Komponist der Oper, Živný selbst sein muss. Zur Verlegenheit des echten Doubek, der jetzt auch am Konservatorium studiert, singt Verva die Szene, in der Doubek seiner Mutter sagt, dass sie nicht weiß, was Liebe ist.

Als die Studenten Živnýs Werk weiter verspotten, erscheint der Komponist. Er beschreibt Lenský als einen einsamen Komponisten, dessen Musik keinen Erfolg hatte, bis er sich in Míla verliebte. Doch es war zu spät: Ihre Liebe war zum Scheitern und zum Tod verurteilt.

Das stürmische Gefühl, Ereignisse aus seinem eigenen Leben noch einmal zu erleben, überwältigt Živný. Er bricht zusammen, als er von Mílas Tod erzählt, und stellt sich den Klang der Stimme seiner sterbenden Frau vor. Verva vermutet, dass dies ein mögliches Ende der Oper sein könnte, aber Živný lehnt die Idee ab und besteht darauf, dass das Schicksal der Schlussszene in Gottes Hand bleiben müsse.

Robert Carsen