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Garsington Opera

Garsington Opera

Falstaff

Wenn Verdi als letzter lacht, ist die ganze Welt ein Witz.

Opern | Verdi

Der lüsterne Fallstaff mit seinem berüchtigten Blick für die schönen Frauen, findet endlich einen würdigen Gegner, als seine finsteren Pläne, seine Geldsorgen zu beheben, die drei lustigen Windsor-Frauen dazu bewegen, ihm gemeinsam eine Lektion zu erteilen.​

 

Nach Macbeth und Otello belebt Verdi Shakespeares großartigen Komödiencharakter in dieser seiner spektakulären letzten Oper. Dirigent Richard Farnes debütiert an der Garsington Opera in dieser Neuproduktion, bei der Prix de la critique Claude Rostand-Preisträger Bruno Ravella Regie führt.

In italianischer Sprache
Mit deutschen, englischen und französischen Untertiteln und zusätzlich automatische Übersetzungen in 114 andere Sprachen.

Verfügbar von
28.03.2019 um 19:00 MEZ

bis
27.09.2019 um 23:59 MEZ

Sir John FalstaffHenry Waddington
Alice FordMary Dunleavy
FordRichard Burkhard
Mistress QuicklyYvonne Howard
NannettaSoraya Mafi
FentonOliver Johnston
Meg PageVictoria Simmonds
Dr. CaiusColin Judson
BardolfoAdrian Thompson
PistolaNicholas Crawley
Page (stumm)Ansh Shetty
ChorChor der Garsington Opera
OrchesterPhilharmonia Orchestra


MusikGiuseppe Verdi
LibrettoArrigo Boito
Musikalische LeitungRichard Farnes
InszenierungBruno Ravella
DesignerGiles Cadle
LichtMalcolm Rippeth
ChoreografieTim Claydon

Akt I

Doktor Caius ist gekommen, um sich bei Sir John Falstaff zu beschweren, dass Bardolfo und Pistola, die widerspenstigen Gefährten von Falstaff, ihn betrunken gemacht und ausgeraubt haben. Sie lachen ihn aus, bis er verärgert das Gasthaus verlässt. Der Vermieter legt eine Rechnung vor und es wird deutlich, dass Falstaff chronisch knapp bei Kasse ist. Er plant, das zu ändern, indem er zwei Frauen verführt, Alice Ford und Meg Page, die Ehefrauen der wohlhabenden Windsors. Als Bardolfo und Pistola sich weigern, Teil seines Plans zu sein, ist Falstaff empört über ihre erfundenen Ausreden und wirft sie hinaus.

Alice und Meg entdecken, dass sie identische Liebesbriefe von Falstaff erhalten haben und beschließen, ihm eine Lektion zu erteilen. Mrs Quickly bietet ihre Hilfe an, indem sie ihn zu einem Rendezvous lockt. Inzwischen haben Bardolfo und Pistola Ford von den Plänen Falstaffs erzählt, in der Hoffnung, finanziell entschädigt zu werden. Ford beschließt, die Tugend seiner Frau zu testen, indem er Falstaff verkleidet besucht und so tut, als würde er ihn um Hilfe bei der Verführung bitten. Seine Tochter Nannetta und ihr Geliebter Fenton küssen sich unerlaubt bei jeder Gelegenheit, die sie erwischen können.

Akt II

Bardolfo und Pistola bitten darum, in den Dienst von Falstaff zurückkehren zu dürfen. Mrs Quickly kommt, um Falstaff die Antworten von Meg und Alice zu geben, und lädt ihn ein, Alice später an diesem Tag zu besuchen. Die Dinge scheinen noch besser zu verlaufen, als Falstaff von einem Fremden, der sich Brook nennt (er ist in Wirklichkeit Ford in Verkleidung), Geld angeboten wird, um Alice für ihn zu erweichen, indem er sie verführt. Falstaff willigt nur zu gerne ein, und während er sich auf die Liebes-Eroberung vorbereitet, wütet Ford gegen seine Frau und ihre vermeintliche Untreue.

Nannetta beklagt die Tatsache, dass ihr Vater versucht, sie an Doktor Caius zu verheiraten. Alice beruhigt sie und bereitet sich mit Meg und Mrs Quickly auf den Empfang von Falstaff vor. Sie wollen so tun, als wäre ihr Mann unerwartet nach Hause zurückgekehrt und ihn zwingen, sich in einem Wäschekorb zu verstecken. Alles läuft nach Plan, bis Quickly ankündigt, dass Ford wirklich auf dem Heimweg ist, entschlossen, Falstaff mit seiner untreuen Frau zu überraschen. Im anschließenden Chaos werden Falstaff und die schmutzige Wäsche in die Themse gekippt und die einzigen Liebhaber, die es zu entdecken gibt, sind Nannetta und Fenton. Ford muss zugeben, dass er Alice zu Unrecht verdächtigt hat.

Akt III

Falstaff schimpft über seine unangemessene Behandlung und Mrs Quickly hat einige Schwierigkeiten, ihn davon zu überzeugen, einer zweiten Einladung von Alice nachzukommen. Schließlich willigt er ein, sie in dieser Nacht im Park Windsor zu treffen, wo sich laut der lokalen Legende Hexen versammeln und der Geist von Herne dem Jäger manchmal gesehen wird. Sie rät ihm, jeden, der ihn sehen könnte, zu verscheuchen und sich als Herne der Jäger mit Hirschgeweih auf dem Kopf zu verkleiden. Falstaff ist sich nicht bewusst, dass jeder in Windsor plant, ihn zu täuschen, und dass sie alle beabsichtigen, in dieser Nacht im Park verschiedene Verkleidungen zu tragen. Ford plant, sich persönlich an Falstaff zu rächen und ist entschlossen, seine Tochter zur Heirat mit Doktor Caius zu zwingen. Mrs Quickly hört ihn zufällig und trickst ihn ebenfalls aus, indem sie jemand anderen Nannettas Kostüm als Königin der Feen anzieht.

Gegen Mitternacht beginnen die Menschen, sich im Park zu versammeln. Falstaff erscheint und unternimmt große Anstrengungen, Alice zu verführen. Als in der Ferne seltsame Geräusche erklingen, läuft sie weg und überlässt Falstaff den Quälereien von verkleideten Stadtbewohnern. Erst als er Bardolfos feuerrote Nase erkennt, wird die Täuschung aufgedeckt. Ford verspottet Falstaff und gibt dann seinen Segen für die Verlobung zweier Paare, wobei er annimmt, dass ein Paar Caius und Nannetta ist. Als sie ihre Verkleidungen abnehmen, stellt er fest, dass er Nannettas Ehe mit Fenton genehmigt hat und dass Doktor Caius mit Bardolfo verbunden ist. Die Frauen freuen sich über ihren Triumph über die Verdächtigungen und Eitelkeiten der Männer und Falstaff führt alle zu einem letzten Lachanfall.

5 Dinge, die man über Falstaff wissen sollte

1° Ein englischer Bacchus

„Er ist ein Säufer, ein Lügner und ein Betrüger‟, meint Theaterkritiker Paul Taylor. „Dennoch wurde er glühend als „die Verkörperung Englands‟ beschrieben‟. Der fette Ritter Sir John Falstaff erscheint in drei Shakespeare-Stücken: in Heinrich IV, Teil 1 und Teil 2, wo seine Gewohnheit, in der Schänke Zum Eberkopf zu geringer Zeche zu trinken, ihn zum perfekten Begleiter für den launischen Prinzen Hal macht; und in Die lustigen Weiber von Windsor, wo er, nachdem er einige Widrigkeiten zu bewältigen hat, versucht, zwei wohlhabende verheiratete Frauen zu umwerben, indem er ihnen identische Liebesbriefe schickt. Mit abstoßenden und zugleich liebenswerten Possen wurde Falstaff sofort zum Hit; das elisabethanische Publikum strömte ins Theater, um ihre Lieblingsfigur zu sehen, die es auch nach Shakespeares Tod noch schaffte, die Menge anzuziehen, während Shakespeares andere Stücke kaum beachtet wurden.

2° Der Teufel soll mich nicht holen

Ende der 1970er Jahre hatte Verdi 27 Opern komponiert, darunter zwei nach Shakespeare-Tragödien, Macbeth und Otello. In einem Brief an seinen Librettisten Arrigo Boito machte sich der italienische Maestro Sorgen um die „große Zahl an Jahren‟ seines Alters. Er musste die sehr wahrscheinliche Möglichkeit in Betracht ziehen, dass jedes ihrer neuen Projekte unvollendet bleiben könnte. Verdi begnügte sich damit, solange er bei guter Gesundheit war, ein weiteres Werk für die Bühne zu schreiben. Seit Jahrzehnten wollte er König Lear in eine Oper verwandeln, aber im hohen Alter empfand er dies als eine zu große Herausforderung. Er beschloss stattdessen, seine erste komische Oper seit fünfzig Jahren zu schreiben. Diese unerwartete Wendung am Ende von Verdis Karriere wurde von Boito unterstützt, der erklärte: „Nachdem er all der Trauer und den Klagen des menschlichen Herzens Ausdruck verliehen hatte, schließt er mit einem mächtigen Lachanfall - das wird die Welt verblüffen!‟

3° Der Geist von Shakespeare

Verdi wandte sich also an Falstaff. Von Salieri bis Gordon Getty war und ist der prahlerische, ausgelassene und fettleibige Schelm ein Magnet für ambitionierte Komponisten, die an seinem kreativen Nachleben teilhaben wollen. Aber unter den Dutzenden von bewundernswerten musikalischen Adaptionen ist Verdis Falstaff, seine letzte und wohl größte Oper, bei weitem die am meisten gefeierte. Mit viel Witz und schönen Melodien fängt dieses herausragende Beispiel einer italienischen Komödie des 19. Jahrhundert den Geist der Shakespeare-Komödie besser ein als jeder andere seit Shakespeare selbst. Nachdem er ein Leben lang blutige und leidenschaftliche Tragödien geschrieben hatte, war es Verdi, der das letzte Lachen hatte.

4° In freudiger Erwartung

Für den gefeierten Bassbariton Henry Waddington war es eine Freude, sein Rollendebüt als Falstaff zu geben: „In meiner Karriere hatte ich das Privileg, viele komische Rollen zu spielen, aber ich kann Ihnen nicht sagen, wie begeistert ich bin, dass ich gebeten wurde, Sir John in dieser neuen Produktion von Verdis komischer Oper zu spielen. Falstaff ist einer der großen Komödien-Charaktere von Shakespeare und Verdi erweckt ihn in seiner spektakulären Partitur zum Leben.‟ Waddington findet, dass es sich sowohl gesanglich als auch dramatisch um eine anspruchsvolle Rolle handelt, aber das macht sie zu einer der begehrtesten Rollen im Bassbariton-Repertoire. „Ich kann es kaum erwarten!‟

5° Ein Mädchen, das weiß, was es will

Die Sopranistin Soraya Mafi gibt ihr Garsington-Debüt als Nannetta, die Tochter von Ford und Alice. „Nannetta war schon immer die Rolle, die meine Lehrer und Mentoren mir empfohlen haben‟, sagt Mafi. „Mit einer jungen, leichten lyrischen Stimme gibt es für mich nicht viel anderes Verdi, es ist also ein Privileg, schon in diesem frühen Stadium meiner Karriere Musik von meinem absoluten Lieblingskomponisten zu singen. Ich mag die Rolle der Nannetta, weil sie ein Mädchen ist, das weiß, was es will. Das kann ich nachvollziehen!‟