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Erik Berg

Den Norske Opera & Ballett

Kirsten Flagstad
Jubiläumskonzert

Feiern wir die große norwegische Opernstimme des 20. Jahrhunderts
 

Opern

Die norwegische Sopranistin Kirsten Flagstad, geboren 1895, ist eine Ikone in ihrem Heimatland. Ihre Statue ziert die Fassade des Opernhauses in Oslo - das fast ebenso ikonische Gebäude, das oben abgebildet ist. Anlässlich ihres 125. Geburtstages feiert die Norwegian National Opera Flagstads Leben mit einem Repertoire, das verschiedene Stile und Zeiten umfasst und so vielfältig ist wie ihr eigenes Leben und ihre Karriere.

 

Flagstad ist die Stimme, die Norwegen zum ersten Mal in der Opernwelt aufleuchten ließ. Der Stimme wird zugeschrieben, dass sie in den 1930er Jahren die Metropolitan Opera vor dem Bankrott gerettet hat. Diejenige, die in einem Park in Chicago ein Publikum von 200.000 Menschen anziehen konnte. Die einzige Norwegerin auf dem Hollywood Walk of Fame, neben Sonja Henie. In diesem Konzert, das von Randi Stene, der Operndirektorin der Norwegian National Opera, moderiert und von Kirill Karabits dirigiert wird, versammeln sich Norwegens führende Solist*innen, um eine faszinierende Stimme zu feiern.

In mehreren Sprachen. Präsentiert in Norwegisch von Randi Stene, Operndirektorin der Norwegian National Opera.

 

Das vollständige Programm finden Sie im Tab ‘Handlung’.

 

Verfügbar von
29.11.2020 um 19:00 MEZ

bis
28.05.2021 um 12:00 MEZ

Mezzo-soprano Astrid Nordstad
Soprano Birgitte Christensen
Soprano Eli Kristin Hanssveen
Soprano Elisabeth Teige
Tenor Henrik Engelsviken
Soprano Marita Sølberg
Soprano Renate Ekerhovd
Baritone Yngve Søberg
Chor Den Norske Opera Chorus
Orchester Den Norske Opera Orchestra


Musikalische Leitung Kirill Karabits
Chorleitung Martin Wettges
Concert master Øyvind Bjorå
Concert director Gudrun Glette
Producer Gunilla Süssmann
Supervisor Karen Løken

Das Programm

Norwegian National Opera Orchestra | Wagner Lohengrin Vorspiel Akt 3
Norwegian National Opera Chorus | Beethoven Fidelio O welche Lust
Elisabeth Teige | Beethoven Fidelio Leonores Arie
Renate Ekerhovd | D'Albert Tiefland Nuris Arie
Astrid Nordstad | Purcell Dido und Aeneas Didos Klage und Schlusschor
Birgitte Christensen & Yngve Søberg | Verdi Aida Ciel, mio padre - Riverdrai le forester
Marita Sølberg | Verdi Otello Desdemonas Arie
Eli Kristin Hanssveen | Kalman Gräfin Mariza Höre ich Zigeunergeigen
Norwegian National Opera Orchestra | Wagner Tannhäuser Ouvertüre
Norwegian National Opera Orchestra & Chorus | Wagner Tannhäuser Einzug der Gäste
Elisabeth Teige | Wagner Der Fliegende Holländer Sentas Ballade
Norwegian National Opera Orchestra & Chorus | Wagner Der Fliegende Holländer Steuermann, lass die Wacht
Astrid Nordstad, Birgitte Christensen, Henrik Engelsviken, Yngve Søberg, Chor & Orchester | Beethoven 9. Sinfonie Finale

Kirsten Flagstad, die Stimme des Landes

„Ich habe der Welt zwei große Geschenke gemacht: Caruso und Flagstad‟, sagte einmal der angesehene Direktor der Metropolitan Opera, Julio Gatti-Casazza. Auf dem Höhepunkt ihres Ruhmes war die norwegische Sängerin in der Tat weltberühmt. Viele Opernkritiker halten sie für eine der größten dramatischen Sopranistinnen des 20. Jahrhunderts. Aber wer war Kirsten Flagstad, und wie kommt es, dass wir sie 125 Jahre nach ihrer Geburt immer noch feiern?

Kirstens Traum

Flagstad wurde am 12. Juli 1895 in eine Musikerfamilie in der kleinen norwegischen Stadt Hamar geboren und begann natürlich schon als Kind zu singen und Klavier zu spielen. An ihrem 10. Geburtstag schenkten ihr ihre Eltern die Partitur von Wagners romantischer Oper Lohengrin. An ihrem 16. Geburtstag führte sie Elsas Traum aus der Oper auf. Eine bei dieser Gelegenheit anwesende Gesangslehrerin hielt sich angeblich die Ohren zu und rief: „Ihr dürft Kirsten nicht so singen lassen. Das würde das bisschen Stimme, das sie hat, für immer ruinieren.‟ Kirsten begann, bei dieser Lehrerin Gesangsunterricht zu nehmen, der, wie sie später sagte, den Beginn ihrer Karriere markieren sollte.

Ihr Operndebüt gab sie 1913, als sie ihre erste Rolle als Nuri in d'Alberts Oper Tiefland spielte. „Diese Rolle gab mir den Mut, zur Oper zu gehen‟, sagte Flagstad. (Die Rolle wird während des Jubiläumskonzerts von Renate Ekerhovd aufgeführt.) Bald darauf wurde sie an der neu gegründeten Opéra Comique in Oslo angestellt, wo sie hauptsächlich Operettenrollen sang. Später bestätigte Flagstad, dass sie nie Ambitionen hatte, eine berühmte Opernsängerin zu werden, und dass sie ihren Erfolg zufälligen Umständen verdankte. Als 1920 Kirstens einziges Kind geboren wurde, beschloss sie sogar, die Bühne für immer zu verlassen. „Wenn damals jemand gesagt hätte, dass ich wieder öffentlich singen würde, hätte ich gelacht!‟

Flagstad hielt sechs Monate lang ihr Wort, bevor sie auf die Bühne zurückkehren musste, um über die Runden zu kommen. Zu ihrer großen Überraschung stellte sie fest, dass die Geburt ihrer Tochter ihr Stimmvolumen erhöht hatte. Viele Jahre lang blieb sie in leichten Sopranrollen stecken, die von ihr verlangten, auf ihren Stolz zu verzichten. Im Juni 1929 wurde ihr schließlich angeboten, die Rolle der Elsa in Lohengrin am Nationaltheater in Oslo zu singen. Wenn Sie bereits dachten, dass sich die Oper wie ein roter Faden durch Flagstads Karriere zieht, warten Sie, bis Sie hören, wie ihr zweiter Ehemann Henry Johansen sie im Publikum sitzend bemerkte. Von da an sollten ihre Leben eng miteinander verbunden sein, in guten wie in schlechten Zeiten.

Kirsten Flagstad Museum

Ein Star ward geboren

1932 gab Flagstad ihr Debüt bei den Bayreuther Festspielen und erntete begeisterte Kritiken. Zwei Jahre später wurde ihr ein Vertrag an der Metropolitan Opera angeboten. In den Vereinigten Staaten völlig unbekannt, wurde Flagstad über Nacht zu einem Star, als sie am 2. Februar 1935 zum ersten Mal die Rolle der Sieglinde sang. Die Aufführung wurde im Radio vor zehn Millionen Zuhörern übertragen. Die Metropolitan Opera befand sich in einer katastrophalen finanziellen Lage, doch nach dieser Aufführung wurden in kurzer Zeit 80 000 Karten verkauft, so dass man ihr zugute hielt, dass sie die Met vor dem Bankrott gerettet hätte.

Erfolg folgte auf Erfolg. Flagstad zog 20.000 Zuschauer in New York und erstaunliche 250.000 in Chicago an, tourte ausgiebig in den USA, Europa, Australien und Südamerika und machte unzählige Aufnahmen.

„Hau ab, Flagstad‟

Doch das Blatt wendete sich für Flagstad, als sie 1941 die umstrittene Entscheidung traf, die USA zu verlassen und in das von den Nazis besetzte Norwegen zurückzukehren, um bei ihrem Mann zu sein. Obwohl sie sich persönlich nicht für Politik interessierte und während des Krieges weder in Norwegen noch in Deutschland auftrat, wurde der Ruf Flagstads durch ihre Entscheidung zutiefst geschädigt. Ihr Ehemann war ein langjähriges Mitglied der Nasjonal Samling, die nach der Besetzung Norwegens zur Nazipartei wurde. Während er mit den Deutschen Geschäfte machte und ihnen Schnittholz verkaufte, zog er nach der Rückkehr seiner Frau nach Norwegen seine Parteimitgliedschaft zurück. Nach dem Krieg verhaftet, starb er vor dem Prozess.

Flagstad selbst wurde nie wegen eines Vergehens angeklagt. Als sie jedoch nach dem Krieg schließlich in die USA zurückkehrte, wurde sie einer regelrechten Hexenjagd ausgesetzt. Die Demonstrationen an der Metropolitan Opera im Januar 1951 waren für Flagstad besonders demütigend. Zwei Stars der Oper waren aus Protest gegen ihre Einladung abgereist, und die Demonstranten versammelten sich sowohl innerhalb als auch außerhalb des Zuschauerraums. Flagstad rührte sich jedoch nicht von der Stelle und schaffte es, sie für sich zu gewinnen. Nach dem Konzert gab es neunzehn Vorhänge, und Kritiker schrieben, dass sie wieder einmal bestätigt habe, dass sie die größte Wagner-Sängerin der Welt sei.

In ihren Augen war ihr guter Ruf jedoch erst vollständig wiederhergestellt, als König Olav V. im Februar 1959 der Einweihung der Norwegian National Opera beiwohnte. Sie hatte bis zu ihrem Tod die Position der ersten Direktorin der Institution inne. Es ist nur recht und billig, dass diese jetzt, 125 Jahre nach Flagstads Geburt, ihr Leben feiert.