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Icelandic Opera / Jóhanna Ólafsdóttir

Icelandic Opera

La traviata

Addio, ihr Träume, die einst mich umfangen.

Opern | Verdi

Eine Pariser Kurtisane gibt ihr Leben voller Partys und wohlhabender Liebhaber auf, und beschließt, sich mit ihrem jungen Verehrer niederzulassen. Aber seine Familie aus der Provinz ist entschlossen, die skandalöse Angelegenheit zu beenden.
 

Voller leidenschaftlicher und schöner Musik - darunter die berühmten Duette „Libiamo ne' lieti calici‟ und „Parigi, o cara“ - ist es leicht zu verstehen, warum Verdis Tragödie über eine gebrochene Frau zur beliebtesten Oper unserer Zeit geworden ist. Der Prix de la critique Claude Rostand Gewinner Oriol Tomas leitet diese neue Produktion an der Icelandic Opera.

In italianischer Sprache

Mit englischen Untertiteln und zusätzlich automatische Übersetzungen in 114 andere Sprachen.

Verfügbar von
24.05.2019 um 19:00 MEZ

bis
25.11.2019 um 12:00 MEZ

Violetta ValéryHerdís Anna Jónasdóttir
Alfredo GermontElmar Gilbertsson
Giorgio GermontHrólfur Sæmundsson
AnninaHrafnhildur Árnadóttir
Flora BervoixSigríður Ósk Kristjánsdóttir
GastoneSnorri Wium
Baron DupholOddur A. Jónsson
Marquis von ObignyPaul Carey Jones
Doktor GrenvilValdimar Hilmarsson
GiuseppeÞorbjörn Rúnarsson
KommissarMagnús Guðmundsson
Diener und GärtnerÁsgeir Eiríksson, Tómas Haarde, Guðmundur Arnlaugsson
Tänzer*innenSigrún Ósk Stefánsdóttir, Eydís Rose Vilmundardóttir, Brynja Jónsdóttir, Ernesto Camilo, Shota inue, Felix Urbina
ChorChor von Icelandic Opera
OrchesterOrchester von Icelandic Opera


MusikGiuseppe Verdi
LibrettoFrancesco Maria Piave
Musikalische LeitungBjarni Frímann Bjarnason
InszenierungOriol Tomas
BühneSimon Guilbault
KostümeSébastien Dionne
LichtErwann Bernard
ChoreografieLucie Vigneault
ChorleitungMagnús Ragnarsson
Video-DirektorFélix Fradet-Faquy
RegieassistentEmilie Martel

I. Akt

In ihrem Salon begrüßt die Kurtisane Violetta Valéry ihre Hausgäste, darunter Flora Bervoix, Marquis d'Obigny, Baron Douphol und Gastone, die den neuen Bewunderer, Alfredo Germont, vorstellen. Letzterer, der bekennt, dass er Violetta schon aus der Ferne verehrt hat, spricht auf ihren Wunsch hin einen Toast aus, und stimmt in sein Tribut auf das Vergnügen mit ein. Als ihre Gäste in den Ballsaal gehen, bleibt Violetta, die sich plötzlich schwach fühlt, zurück. Alfredo kehrt zurück, um sie besorgt, und erklärt ihr leidenschaftlich seine Liebe. Zuerst protestiert Violetta, dass ihr die Liebe nichts bedeutet, aber Alfredos Aufrichtigkeit berührt sie, und sie gibt ihm eine Kamelie, ihr Markenzeichen, und verspricht, dass sie wiedersehen kann, wenn die Blume verwelkt ist. Nachdem ihre Gäste weg sind, fragt sich Violetta, ob Alfredo der Mann ihrer Träume sein könnte. Als sie über ihr Bedürfnis nach Freiheit nachdenkt, besingt Alfredo von draußen die Romantik.

II. Akt

Einige Monate später, in einem Haus fernab der Stadt, wo er nun mit Violetta lebt, sinniert Alfredo darüber, wie zufrieden er ist. Als das Dienstmädchen Annina enthüllt, dass Violetta ihre Juwelen verkauft hat, um ihre Ausgaben zu bezahlen, fährt Alfredo in die Stadt, um ihre Angelegenheiten auf eigene Kosten zu regeln. Violetta sucht nach ihm und findet eine Einladung von Flora zu einer Feier am selben Abend. Sie legt sie beiseite und verspürt keinen Wunsch, zu ihrem früheren Leben zurückzukehren. Alfredos Vater erscheint unerwartet und fordert Violetta auf, seinen Sohn aufzugeben; der Skandal um Alfredos Liaison bedroht die Verlobung seiner Schwester. Violetta weigert sich zunächst, aber als Germont vorschlägt, dass der flüchtige Charme ihrer Jugend das einzige ist, was Alfredo bei der Stange hält, stimmt sie zu, das Opfer zu bringen. Nachdem Germont gegangen ist, nimmt Violetta die Einladung von Flora an, und beginnt dann mit einer Abschiedsbotschaft an Alfredo. Er erscheint überraschend; sie versteckt den Brief und erklärt ihm unter Tränen ihre Liebe, bevor sie davonläuft. Bald bringt ein Bote ihren Brief zu Alfredo. Germont kehrt zurück, um seinen verzweifelten Sohn mit Erinnerungen an ihr früheres Familienleben zu trösten. Als Alfredo die Einladung von Flora sieht, nimmt er an, dass Violetta ihn für einen anderen Liebhaber verlassen hat und beschließt, sie zur Rede zu stellen.

Bei ihrer Soirée erfährt Flora vom Marquis, dass sich Violetta und Alfredo getrennt haben. Der Tanzboden wird für die als Stierkämpfer gekleideten Gäste und Tänzer freigegeben, die von einem Matador und seiner schüchternen Geliebten singen. Bald kommt Alfredo, der bittere Kommentare über Liebe und leichtsinniges Spiel fallenlässt. Violetta, nervös und blass, erscheint am Arm ihres alten Verehrers, Baron Douphol, der beim Spiel ein kleines Vermögen an Alfredo verliert. Als die Gäste in einen angrenzenden Raum zum Abendessen gehen, fängt Violetta Alfredo ab und fleht ihn an, zu gehen, bevor er den Baron weiter erzürnt. Er missversteht ihre Besorgnis und verlangt, dass sie zugibt, dass sie Douphol liebt. Gebunden an ihr Versprechen an Germont, tut sie dies auch. Alfredo ist vor Eifersucht verärgert und lässt die anderen Gäste den Vorfall bezeugen, beschimpft und beschuldigt Violetta an und wirft ihr seinen Gewinn zu Füßen. Als die Gäste ihn in seine Schranken weisen und Douphol ihn zu einem Duell herausfordert, tritt Germont ein und beschimpft seinen Sohn, der sein Verhalten sofort bereut.

III. Akt

Violetta siecht an der Tuberkulose dahin. Dr. Grenville erzählt Annina, dass ihre Herrin nicht mehr lange zu leben hat. Als sie erwacht, liest Violetta erneut einen Brief von Germont, in dem ihr mitgeteilt wird, dass der Baron in seinem Duell mit Alfredo nur verwundet wurde, der von ihrem Opfer weiß und auf dem Weg ist, sie um Vergebung zu bitten. Violetta spürt, dass es zu spät ist und verabschiedet sich von ihrer Vergangenheit. Ihre Feierfreunde kommen draußen vorbei, als Alfredo ankommt. Die Liebenden planen ekstatisch, die Stadt für immer zu verlassen. Germont kommt mit dem Arzt, kurz bevor Violetta ein letztes Mal alle ihre Kräfte zusammennimmt. Sie hat das Gefühl, dass das Leben zurückkehrt, und fällt tot um.

5 Dinge, die man über La traviata wissen sollte

1 Die Pariser Berühmtheit

Marie Duplessis wurde 1824 in der Normandie als Alphonsine Rose Plessis geboren. Sie zog im Alter von 15 Jahren nach Paris und fand Arbeit in einer Kleiderfabrik, fand jedoch schnell heruas, dass prominente und wohlhabende Männer sie attraktiv und bezaubernd fanden. Sie wurde eine Kurtisane und fügte ihrem Namen das adelige aber falsche „Du‟ hinzu. Sie lernte Lesen und Schreiben und erlangte den Ruf einer intelligenten, diskreten und witzigen Liebhaberin. Marie Duplessis starb im Alter von 23 Jahren an Tuberkulose, ihre Beerdigung auf dem Friedhof von Montmartre in Paris wurde von Hunderten von Menschen besucht.

2 Rot und weiß

Einer von Duplessis' vielen Liebhabern war Alexandre Dumas der Jüngere. Der Sohn von Alexandre Dumas dem Älteren - Autor der drei Musketiere und anderer klassischer Werke - war im gleichen Alter wie Duplessis und ein aufstrebender Schriftsteller und Dramatiker, als er 1844 in Paris die berühmte Kurtisane traf. Ihre kurze Beziehung inspirierte ihn zu dem Roman La Dame aux Camélias, welcher weniger als ein Jahr nach Duplessis' Tod veröffentlicht wurde. Der halb-autobiographische Roman erzählt die tragische Liebesgeschichte zwischen den fiktiven Charakteren Marguerite Gautier, einer demi-mondaine, die an der Tuberkulose leidet, und Armand Duval, einem jungen Bürgerlichen. Marguerite wird die „Kameliendame‟ genannt, denn während sie menstruiert und für die körperliche Liebe nicht verfügbar ist, trägt sie eine rote Kamele, an den anderen Tagen eine weiße.

3 Ein Besuch im Theater

Die familiäre Situation von Giuseppe Verdi war der von Duval nicht unähnlich. Seine Partnerin war die Sopranistin Giuseppina Strepponi, die Mutter von mindestens vier unehelichen Kindern. Die wilde Ehe des Paares schockierte Verdis Eltern und Nachbarn in seiner Heimatstadt Busseto. Im Winter 1851-52 entschied sich das Paar, nach Paris zu gehen. Dort besuchten sie eine Aufführung von La Dame aux Camélias, die Dumas für die Bühne adaptiert hatte. Verdi wusste, dass das Stück das ideale Thema für eine Oper sein würde und begann sofort, Musik zu komponieren, welche später La traviata werden sollte.

4 Unruhige Anfänge

Verdi beauftragte Francesco Maria Piave mit dem Schreiben des neuen Librettos und schickte die Zusammenfassung unter dem vorläufigen Titel Amore e morte an das Teatro La Fenice in Venedig. Er war besorgt über die Zensoren der Stadt, die ihn zuvor gezwungen hatten, Teile der Geschichte von Rigoletto zu ändern. Obwohl La Dame aux Camélias ein großer Erfolg war, waren ihre Themen für die damalige Zeit höchst anstößig. Das Theater erhielt anonyme Briefe, in denen sie sich über ihren Plan beschwerten, die „gewöhnliche Hure‟ auf die Opernbühne zu bringen. Verdi wurde gesagt, dass sein neues Werk wegen seiner gewagten Thematik nicht in modernen Kostümen aufgeführt werden könne und zwei Jahrhunderte früher spielen solle. Er war frustriert, aber ein größeres Anliegen war die Wahl der Sopranistin für Violetta, Fanny Salvini-Donatelli. Obwohl sie eine gefeierte Sängerin war, hielt Verdi sie für zu alt und übergewichtig, um glaubwürdig eine junge Frau, die an Tuberkulose stirbt, zu spielen. Das Publikum bei der Premiere 1853 stimmte zu und johlte manchmal während der Aufführung. „La traviata gestern Abend ein Misserfolg‟, schrieb Verdi am nächsten Tag an einen Freund. „War die Schuld die meine oder die Sänger?‟ Heute wissen wir es.

5 Dauerhafter Erfolg

Es dauerte nicht lange, um Verdi wieder zu etablieren. Der Skandal des ersten Abends machte die Oper zu einem must-see, und der Rest der Aufführungen in La Fenice waren ein finanzieller Erfolg. Andere Opernhäuser in ganz Europa würden die Oper schnell aufgreifen. La traviata enthüllte eine offene Wunde der Heuchelei, Misogynie und Sexualpolitik im Herzen der Gesellschaft. Zensoren und Kritiker verurteilten die Art und Weise, wie Violetta mit Mitleid und nicht mit Verachtung behandelt wird, aber ihre tragische häusliche Geschichte und unvergessliche Musik machten die Oper zu einem Hit beim Publikum. Heute ist sie die meistgespielte Oper der Welt und einer der Eckpfeiler des Opernrepertoires.