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Caitlin Hulcup (Iseult), Tom Randle (Tristan) - photo: Robert Workman

Welsh National Opera

Le Vin herbé

Sanfte Anteilnahme statt Liebesrausch.

Opern | Martin

Der Zaubertrank wird zu Segen und Fluch für zwei junge Menschen. Tristan soll die irische Prinzessin Isolde als Braut für seinen königlichen Onkel nach Cornwall bringen und ein mit Kräutern versetzter Wein soll die arrangierte Ehe unter einen guten Stern stellen. Doch als Isoldes Zofe den Minnetrank ihrer Herrin und dem kornischen Ritter reicht, können die beiden Liebenden nicht mehr voneinander lassen, auch wenn ihre Liebe Verrat an der Krone bedeutet.

 

Sanfte Anteilnahme statt Liebesrausch: Frank Martins Le vin herbé deutet die Legende von Tristan und Isolde neu, weitab vom Wagner-Pathos. Tom Randle und Caitlin Hulcup singen die unglücklich Liebenden in der Neuinszenierung der Welsh National Opera.

Aufgezeichnet am 4. April 2017

 

In englischer Sprache. Mit deutschen, englischen, französischen, italienischen, spanischen und polnischen Untertiteln und zusätzlich automatische Übersetzungen in mehr als hundert andere Sprachen.

Verfügbar von
28.06.2020 um 19:00 MEZ

bis
28.12.2020 um 12:00 MEZ

Isoldes MutterCatherine Wyn-Rogers
Isolde, Prinzessin von IrlandCaitlin Hulcup
Brangäne, ihre GefährtinRosie Hay
Marke, König von CornwalllHoward Kirk
Tristan, sein NeffeTom Randle
Herzog Hoël, ein bretonischer EdlerStephen Wells
Kaherdin, sein SohnGareth Dafydd Morris
Isolde Weißhand, seine TochterSian Meinir
ChorWelsh National Opera Chorus
OrchesterWelsh National Opera Orchestra


MusikFrank Martin
LibrettoFrank Martin
Musikalische LeitungJames Southall
InszenierungPolly Graham
BühneApril Dalton
KostümeApril Dalton
LichtTim Mitchell
ChoreografieJo Fong
ChorleitungStephen Harris

Wir werden vom Erzähler angehalten, Tristan und Iseults’ Geschichte zu hören.

I. Akt

Während die Ritter von Cornwall sich darauf vorbereiten, Iseult die Schöne, Prinzessin von Irland, mit nach Cornwall zu nehmen, um Mark, ihren König, zu heiraten, braut ihre Mutter heimlich einen Zaubertrank zusammen. Sie weist Iseults Begleiter Brangien an, den Trank bis zu Iseults Hochzeitsnacht versteckt zu halten und ihn dann in einen Brautbecher zu gießen, damit die Neuvermählten gemeinsam trinken können. Er lässt diejenigen, die ihn trinken, sich tief ineinander verlieben.

Das Schiff sticht von Irland in See. Iseult ist wütend auf Tristan, König Marks Neffen, weil er ihren Verlobten Morold getötet und sie aus ihrer Heimat weggebracht hat. Iseult verflucht das Schiff und ihr Schicksal: Sie würde lieber in ihrem eigenen Land sterben, als im Land von König Mark zu leben.

Der Wind lässt nach und die Sonne brennt. Tristan gibt den Befehl zur Landung und die Besatzung geht an Land. Als sie durstig sind, rufen Iseult und Tristan nach einem Getränk. Iseults junge Magd gibt ihnen fälschlicherweise den Zaubertrank statt Wein; sie trinken davon und verlieben sich hoffnungslos. Als das Schiff seine Reise nach Cornwall fortsetzt, wird Tristan klar, dass er die zukünftige Frau seines Onkels und Pflegevaters, König Mark, liebt. Er und Iseult werden von ihrer unausgesprochenen Liebe füreinander gequält. Brangien warnt sie, dass sie ihre Liebe und ihren Tod mit dem Trank getrunken haben, aber sie weiß, dass es zu spät ist - die Liebenden sind zu tief miteinander verbunden, um umzukehren. Tristan und Iseult kapitulieren vor ihrer Leidenschaft.

II. Akt

Iseult ist mit König Mark verheiratet und zur Königin ernannt worden, aber die Liebesaffäre mit Tristan dauert an. Als König Mark dessen gewahr wurde, warf er beide ins Gefängnis. Tristan entkommt und rettet Iseult, und gemeinsam finden sie mit ihrem Begleiter Gorvenal Zuflucht im Wald von Morois.

Ein rachsüchtiger König Markus findet Tristan und Iseult schlafend vor und will sie gerade töten, als er ein nacktes Schwert zwischen ihren schlafenden Körpern liegen sieht, das sie auseinander hält. Er beschließt, sie zu verschonen, und hinterlässt sein eigenes Schwert als Zeichen dafür, dass er sich für Barmherzigkeit entschieden hat.

Tristan sieht sich durch dieses Zeichen im Konflikt. Er erinnert sich an alles, was König Mark für ihn getan hat, und bereuet sein Exil. Sowohl Tristan als auch Iseult fühlen sich schuldig an ihrem Verrat. Sie beschließen, den Wald zu verlassen; Iseult kehrt zum König zurück und Tristan geht ins Exil, in sein Heimatland, die Bretagne.

III. Akt

Tristan irrt seit Jahren umher, in der Überzeugung, dass Iseult ihn vergessen hat. Er hilft Herzog Hoël der Bretagne, einen Krieg mit dem Königreich Nantes zu führen. Herzog Hoël ruft Tristan herbei und schenkt ihm zum Dank für die Rettung des Landes seine Tochter Iseult die Weißhändige zur Frau.

Tristan, der im Kampf tödlich verletzt wurde, sehnt sich danach, Iseult die Schöne wiederzusehen. Iseult die Weißhändige belauscht ihn dabei, wie er seinen Freund Kaherdin bittet, Iseult der Schönen als Zeichen seiner anhaltenden Liebe einen Ring zu bringen und sie zu bitten, zu ihm zu kommen. Er weist Kaherdin an, sein bestes Schiff zu nehmen und bei der Rückkehr ein weißes Segel zu zeigen, wenn Iseult bei ihm ist, andernfalls ein schwarzes Segel.

Iseult die Schöne kehrt mit Kaherdin zurück, aber ihr Schiff wird aufgehalten. Der sterbende Tristan glaubt, dass sie sich geweigert hat, zu ihm zu kommen. Iseult die Weißhändige sieht das Schiff mit einem weißen Segel kommen, lügt Tristan jedoch an und sagt ihm, dass das Segel schwarz sei. Als er dies hört, stirbt er.

Als sie an Land geht, um all die Menschen zu finden, die um Tristans Tod trauern, legt sich Iseult die Schöne zu ihm und stirbt ebenfalls.

König Mark begräbt die Liebenden Seite an Seite. Zwischen den beiden Särgen entspringt ein Dornbusch, der jedes Mal nachwächst, wenn er gefällt wird.

Tristan und Isolde gehört zu den bekanntesten Legenden des europäischen Mittelalters. Richard Wagner schuf auf der Grundlage des Romans von Gottfried von Straßburg eine seiner wegweisendsten Opern.

Frank Martins „weltliches Oratorium“ Le vin herbé, uraufgeführt 1941 in Zürich, hat außer der literarischen Quelle wenig mit der Wagneroper gemein. Wo Wagners Symphonieorchester aus den Vollen schöpft, erklingen bei Martin nur sieben Streicher und ein Klavier. Martins Musik ist inspiriert von früher polyphoner Kirchenmusik, Debussys Pelléas und Mélisande und Schönbergs Zwölftontechnik. Das Geschehen erzählt ein attischer Chor.

Polly Graham feiert mit ihrer Inszenierung von Le vin herbé an der Welsh National Opera sowohl bei Kritik als auch bei Zuschauern Erfolge. Das achtköpfige Musikensemble unter der Leitung von James Southall findet auf der Bühne Platz. Als Tristan und Isolde führen Tom Randle und Caitlin Hulcup ein Ensemble von mehr als 40 Sängern an.