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John Snelling

Garsington Opera

Die Zauberflöte

Einige werden großartig gebohren, andre arbeiten sich zu Grösse empor, andern sind sie Papageno.

Opern | Mozart

Ein gut aussehender Prinz verliebt sich in eine entführte Prinzessin. Bewaffnet mit Musikinstrumenten, stellen er und sein singender Kumpel eine Rettungsmission auf, die ihr Engagement für Wahrheit, Liebe und Menschlichkeit selbst testet. 
 

Diese skurrile und farbenfrohe Neuproduktion von Mozarts letzter Oper wurde von Netia Jones geleitet und konzipiert. Diese Performance beginnt mit Louise Alder, Gewinnerin des Dame Joan Sutherland Publikumspreises beim BBC Cardiff Singer of the World 2017, in der Rolle der Pamina.

In deutscher Sprache

Mit englischen Untertiteln und zusätzlich automatische Übersetzungen in 114 andere Sprachen.

Verfügbar von
14.09.2018 um 19:00 MEZ

bis
13.03.2019 um 23:59 MEZ

PaminaLouise Alder
TaminoBenjamin Hulett
PapagenoJonathan McGovern
SarastroJames Creswell
Königin der NachtSen Guo
Erste DameKatherine Crompton
Zweite DameMarta Fontanals-Simmons
Dritte DameKatie Stevenson
MonostatosAdrian Thompson
Der SprecherRichard Burkhard
PapagenaLara Marie Müller
ÄlterAdam Temple-Smith
ÄlterJames Ioelu
Erste JungeLucas Rebato
Zweite JungeFreddie Jemison
Dritte JungeDionysios Sevastakis
Priester (still)Stuart Thorn
ChorGarsington Opera Chorus
OrchesterGarsington Opera Orchestra


MusikWolfgang Amadeus Mozart
LibrettoEmanuel Schikaneder
Musikalische LeitungChristian Curnyn
InszenierungNetia Jones
DesignerNetia Jones
LichtMark Jonathan

Akt I

Tamino wird von einem Monster verfolgt und bricht vor Schrecken zusammen. Er wird von drei Damen gerettet, die im Dienste der Königin der Nacht stehen. Als die Damen verschwinden um der Königin von dem Geschehen zu berichten, entdeckt der Vogelfänger Papageno das tote Monster und behauptet, es getötet zu haben. Die Damen kehren zurück, um Tamino ein Porträt der Tochter der Königin, Pamina, zu geben, von der sie sagen, dass sie vom bösen Sarastro versklavt wurde. Als Strafe für seine Lügen, verschließen sie Papagenos Mund mit einem Vorhängeschloss. Tamino ist von Paminas Bild verzaubert und verspricht, als die Königin erscheint, dass er Pamina retten wird. Die Damen geben Tamino eine Zauberflöte und Papageno ein magisches Glockenspiel mit auf den Weg, welcher ihnen von drei Knaben gezeigt werden soll.

In einem Raum in Sarastros Palast wird Pamina von Sarastros Diener Monostatos bedroht. Papagenos unerwartete Ankunft macht ihm Angst und Papageno erzählt Pamina, dass Tamino auf dem Weg ist, um sie zu retten. Pamina freut sich zu hören, dass Tamino in sie verliebt ist und sie versichert Papageno, dass auch er seine wahre Liebe finden wird.

Von den drei Knaben zu Sarastros Tempel geführt, ist Tamino verwirrt, als er von einem Priester gesagt bekommt, dass die Königin der Nacht die eigentlich Böse sei und nicht Sarastro. Die wilden ihn umgebenden Kreaturen, entzückt er mit seiner Zauberflöte und geht dann auf die Suche nach Pamina. Monostatos und seine Anhänger fangen Papageno und Pamina, als sie versuchen zu entkommen, doch der Klang seines magischen Glockenspiels entwaffnet sie. Sarastro verspricht Pamina, dass sie irgendwann frei sein wird und Monostatos bestraft wird. Als sich Pamina und Tamino endlich treffen, werden sie sofort getrennt. Papageno und Tamino werden in den Tempel geführt.

Akt II

Sarastro und seine Anhänger beschließen, dass Tamino sich Initiationsriten unterziehen muss, bevor er sich ihrer Bruderschaft anschließen kann. Sie rufen die Götter Isis und Osiris herbei und bitten sie, Tamino und Pamina zu beschützen.

Monostatos versucht die schlafende Pamina zu angreifen, wird aber von der Königin der Nacht entdeckt. Sie gibt ihrer Tochter ein Messer und befiehlt ihr, Sarastro zu töten.

Als Teil der Prüfung, wird Tamino und Papageno befohlen, zu schweigen und nichts zu essen. Papageno wird schwach und beginnt sofort mit einer alten Frau zu flirten, die verschwindet, als er nach ihrem Namen fragt. Die drei Knaben kommen herbei, um Tamino durch den Rest seiner Reise zu führen und Papageno zu bitten, ruhig zu bleiben. Als Pamina erscheint, hält Tamino sein Gelübde und bleibt still, was sie zur Verzweiflung bringt.

Tamino hat nun nur noch zwei weitere Aufgaben zu absolvieren. Papageno sehnt sich nach einer Frau und willigt in Abwesenheit aller ein, die alte Frau zu heiraten, die sich sofort in sein jugendliches Gegenstück Papagena verwandelt, bevor sie wieder verschwindet.

Verrückt vor Kummer versucht Pamina Selbstmord zu begehen, jedoch wird sie von den drei Knaben gerettet, die ihr die Liebe von Tamino zu ihr versichern. Pamina und Tamino sind endlich vereint, um die Feuer- und Wasserproben gemeinsam mit der Zauberflöte als Schutz zu bestreiten.

Papageno versucht sich umzubringen, doch auch ihn halten die drei Knaben gerade rechtzeitig auf und erinnern ihn an sein magisches Glockenspiel. Er spielt es und auf wundersame Weise erscheint Papagena wieder. Die Königin der Nacht mit ihren drei Damen und Monostatos, greifen Sarastros Festung an, jedoch werden sie besiegt. Sarastro schließt sich Pamina und Tamino an und alle preisen den Sieg von Mut, Tugend und Weisheit.

1° Mozarts letzte Jahre

Der österreichisch-türkische Krieg von 1788-1791 brachte die Wiener Musiker in eine Notlage, als die Aristokraten ihre Geldbeutel enger schnürten. Nahrungsmittelpreise und Steuern stiegen, es kamen Unruhen wegen dem Brot auf und Angehörige der kulturellen Elite flohen aus der Hauptstadt, weil sie die Wehrpflicht fürchteten. Mozarts Sorgen um seine finanzielle Lage reduzierten seine kompositorische Leistung erheblich. Verschuldet, musste er Freunde um Darlehen bitten. Er reiste auch außerhalb von Österreich herum, um Konzerte zu geben und neue Aufträge zu bekommen, was ihm aber nicht viel Geld einbrachte. Mit dem Ende des Krieges konnten die vermögenden Gönner Mozart wieder ihre Unterstützung anbieten. Seine Angst wurde größer und er gewann den Willen wieder zurück zu komponieren. Im Jahre 1791 schrieb Mozart einige seiner berühmtesten Werke, darunter sein Klarinettenkonzert, Klavierkonzert Nr. 27, Streichquartett Nr. 6, und die Opern La clemenza di Tito (deutsch: Die Milde des Titus) und Die Zauberflöte. Seine letzte Oper wurde am 30. September 1791 im Vorstadttheater auf der Wieden aufgeführt und von Mozart selbst dirigiert. Er starb neun Wochen später an unbekannten Ursachen und ließ seine Requiem-Messe unvollendet zurück.

2° Wortfänger und Vogelfänger

Der Librettist für die Zauberflöte war Emanuel Schikaneder, ein deutscher Impresario, Dramatiker, Schauspieler, Sänger und Komponist, welcher vier Jahre älter als Mozart war. Er leitete eine Truppe von Sängern und Schauspielern, die Opern von Mozart, Haydn und Süssmayr in den Wiener Theatern aufführten. Einige Szenen in der Zauberflöte ähneln denen aus der Literatur, die damals in der österreichischen Hauptstadt populär waren, und zwar deutsche Übersetzungen der mittelalterlichen Romanze Yvian und der Novelle Séthos sowie der Aufsatz „Über die Mysterien der Ägypter“ von dem Wissenschaftler und Freimaurer Ignaz von Born. Als die Oper im Theater auf der Wieden eröffnet wurde, spielte Schikaneder selbst die Rolle des einsamen Vogelfängers Papageno. Er war von Mozarts kurz darauffolgendem Tod tief betroffen und arrangierte eine Benefizaufführung der Zauberflöte, um die Witwe des Komponisten, Constanze, zu unterstützen.

3° Drei ist die magische Zahl

Die Nummer drei ist ein wiederkehrendes Thema in der Oper. Die Ouvertüre beginnt mit dem Erklingen eines Tonika Dreiklangs in Es-Dur, die in ihrem Signaturschlüssel drei Ebenen hat. Mozart war ebenfalls Freimaurer, und verband diesen überragenden Schlüssel der Oper mit dieser brüderlichen Ordnung. Dann trifft Tamino im Laufe seiner Abenteuer drei Damen, drei Kindergeister, drei Sklaven und drei Priester, die drei Tempel präsidieren. Die Nummer drei bleibt ein wichtiger Teil der freimaurerischen Symbolik: Brüder klopfen dreimal, sie streben danach, drei Grade zu erlangen, und Logen werden von drei Hauptoffizieren beaufsichtigt.

4° Die Mysterien der Ägypter

Die Königin der Nacht repräsentiert die weibliche Macht, den Mond, die Dunkelheit, Negativität, Irrationalität und Chaos, während Sarastro die männliche Macht, die Sonne, Licht, Positivität, Rationalität und Ordnung repräsentiert. Sarastro und seine Brüder verehren zwei zentrale Charaktere der antiken ägyptischen Mythologie, nämlich Isis und Osiris. Mozart selbst besuchte als Kind den Tempel der Isis in Pompeji, wenige Jahre nach der Entdeckung. Der Geschichte zufolge hatten Isis und Osiris einen Sohn, Horus, der schwor, den Mord an seinem Vater durch Set, den Gott des Chaos, zu rächen. Dies führte zu achtzig Jahren voller Wettkämpfe und Schlachten, bei denen Horus ein Auge und Set einen Hoden verlor. Die Götter erklärten schließlich Horus zum Sieger und die Ordnung in der Welt wurde wiederhergestellt.

5° Kaninchen Löcher und Märchenland

Diese neue Produktion der Zauberflöte für die Garsington Opera wird von Netia Jones konzipiert und geleitet die von „The Observer“ als „die einfallsreichste Regisseurin der Oper, die heute in Großbritannien arbeitet" bezeichnet wird. Jones ist die seltsame und wundervolle Welt der Märchenopern nicht fremd: sie inszenierte 2015 Alice im Wunderland von Unsuk Chin für die Los Angeles Philharmonic und in ihrer Inszenierung der Zauberflöte finden sich farbenfrohe Spuren aus der Welt von Alice wieder. Jones führte ebenfalls Regie bei Brittens Sommernachtstraum beim Aldeburgh Festival 2017. Doch sie ist nicht die erste, die sich vom König der Feen inspirieren lässt: als Emanuel Schikaneder und seine Truppe 1789 am Theater auf der Wieden ankommen, führten sie als erste Oper Paul Wranitzkys Oberon auf. Sein Erfolg ermutigte Schikaneder dazu, weitere Märchenopern zu produzieren, was zwei Jahre später mit seinem Libretto der Zauberflöte den Höhepunkt erreichte.