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Michele Crosera

Teatro La Fenice

Norma

Opern | Bellini

Mariella Devia, eine der größten Belcanto Sopranistinnen des 20. Jahrhunderts, singt ihre letzte Norma in dem Theater La Fenice.

In italienischer Sprache

Mit deutschen, englischen und französischen Untertiteln und zusätzlich automatische Übersetzungen in 114 andere Sprachen.

Verfügbar von
08.06.2018 um 19:00 MEZ

bis
07.12.2018 um 23:59 MEZ

PollioneStefan Pop
OrovesoLuca Tittoto
NormaMariella Devia
AdalgisaCarmela Remigio
ClotildeAnna Bordignon
FlavioEmanuele Giannino
ChorTeatro La Fenice
OrchesterTeatro La Fenice


MusikVincenzo Bellini
LibrettoFelice Romani nach der Tragödie von Alexandre Soumet
Musikalische LeitungRiccardo Frizza
InszenierungKara Walker
Stellvertretender RegisseurCharles Fabius
LichtVilmo Furian
ChorleitungClaudio Marino Moretti

In Gallien während der römischen Besetzung

Akt 1

Nachts im heiligen Wald der Druiden. Der Hohepriester Oroveso und die Druiden beschwören die Götter herauf, da sie auf ein Zeichen warten, um in den Krieg gegen die Römer zu ziehen. Pollione, der römische Prokonsul, vertraut seinem Freund Flavius an, dass er Norma nicht mehr liebt, obwohl sie für ihn ihr Keuschheitsgelübde gebrochen und ihm zwei Kinder geschenkt hat. Er ist nun in eine andere Priesterin verliebt, Adalgisa, und fürchtet sich vor der Rache Normas.

Norma beschwört die Götter hervor und verkündet, um Pollione zu schützen, dass es noch nicht an der Zeit ist, Krieg gegen die Römer zu führen. Adalgise glaubt sich alleine und lüftet das Geheimnis ihrer Liebe für Pollione, der alles hört und ihr vorschlägt mit ihm nach Rom zu fliehen. Sie stimmt zu.

Das Haus von Norma. Bevor sie geht, gesteht Adalgise Norma, dass sie sich in einen Römer verliebt hat. Die Geschichte von Adalgise gleicht der Geschichte von Norma. Sie hat nicht den Mut sie zu verurteilen, doch letztendlich versteht sie, dass der Mann in den sich Adalgise verliebt hat kein anderer als Pollione ist. Norma platzt vor Wut und Adalgise entschließt sich dazu doch nicht mit Pollione zu fliehen.

Akt II

In dem Haus von Norma. Es ist Nacht, die beiden Söhne von Norma und Pollione schlafen. Sie will ihre beiden Kinder töten um Pollione da zu treffen, wo es ihm am meisten verletzt, doch dazu ist sie nicht im Stande. Letzen Endes akzeptiert sie, dass Pollione und Adalgise ihre Liebe leben, wünscht sich aber, dass sie eine Mutter für ihre Kinder wird. Doch die junge Priesterin will Norma nicht verraten und geht einzig und alleine zu Pollione, um ihn nochmal an seine Pflichten zu erinnern. Berührt von dem großen Verzicht von Adalgise, verspricht Norma ihr ewige Freundschaft. 

In der Nähe des Waldes der Druiden. Die gallischen Krieger rufen zum Krieg auf. Norma erwartet die Rückkehr von Adalgise aber erfährt daraufhin, dass sie erfolglos war. Die Wurt Normas verstärkt sich; sie verkündet den Kriegern, dass nun die Zeit für den Krieg gegen die Römer gekommen sei. Es spricht sich herum, dass ein Römer in den Tempel eingedrungen sei, um eine Priesterin zu entführen: es ist Pollione, der versucht hatte Adalgise zu entführen. Norma fleht ihn ein letztes Mal an und droht ihm, den Verrat von Adalgise an das gallische Volk zu enthüllen. Entgegen aller Erwartungen nennt sie ihren eigenen Namen vor der Menschenmenge und verurteilt sich somit selbst zum Tode. Erschüttert von ihrer Geste bittet Pollione sie um Verzeihung und folgt ihr dann in die Qual.  

5 Dinge, die man über Norma wissen sollte

1° Ein Misserfolg am Abend der Premiere

Obwohl die Oper von Bellini schon lange von dem mailändischen Publikum herbeigesehnt wurde – die Premiere sollte in der Scala di Milan stattfinden – blieb der Erfolg bei der Erstaufführung am 26. Dezember 1831 aus. Bellini hätte geweint und seinem Biographen Florino geschrieben um ihn über seine große Niederlage zu unterrichten: „Fiasko! Fiasko! Ein schreckliches Fiasko!“. Was waren die Gründe dafür? Es lag ohne Zweifel an der Einbringung der neuen Elemente hinsichtlich der traditionellen Opernkompositionen. Zum Beispiel den Einsatz eines Trios am Ende des ersten Aktes, statt einer großen Chorszene, wie es sonst üblich gewesen wäre. Allerdings war die zweite Aufführung seltsamerweise ein riesen Erfolg, der sich in ganz Italien sowie im Ausland fortsetzte.

2° Ein Meilenstein in der Operngeschichte

Norma, die romantische italienische Oper par excellence ist Teil des Keimes aus dem sich der Belcanto und noch allgemeiner die Operngeschichte bedeutend weiterentwickelt. Norma bildet sozusagen den Höhepunkt des Belcantos: natürlich findet man auch Virtuosität und charakteristische Verzierungen vor, aber der Sinn des Dramas ist hier eher weiterentwickelt und der Gesang ist abwechselnd lyrisch und tragisch.

3° „Casta diva“, eine der bekanntesten Arien der Operngeschichte

Wer kennt nicht „Casta diva“ (auf Deutsch „Keusche Göttin“), die Arie, die von der Rolle Norma gesungen wird und die ein Gebet an die Mondgöttin ist? Die größten Sopranistinnen haben versucht in dieser sehr anspruchsvollen Arie zu brillieren, die eine lange Atmung, Präzision und viele hohe Cs erfordert! Man erzählt, ihre Form und ihre melodischen Konturen hätten den Esprit und den Charakter der Nocturnen Chopins beeinflusst…die große Tragödin Maria Callas ist ohne Zweifel diejenige, die diese Arie –  die zu den eindrucksvollsten Arien des Sopranrepertoires gehört – verewigt hat. Ausschnitt. 

4° Eine Oper die von Wagner bewundert wurde

„In Norma, wo das Gedicht die tragische Größe der alten Griechen erreicht und die strengen Formen der italienischen Oper, die Bellini veredelt und zugleich erhebt, geben dem feierlichen und grandiosen Charakter des Ensembles ein Relief“ (…) „Ich bewundere bei Norma die melodische Inspiration, vereint mit der tiefgründigen Wirklichkeit der intimsten Leidenschaft; eine große Partitur, die aus dem Herzen spricht, die Arbeit eines Genies“ (Zitat von Richard Wagner, aus dem Dictionnaire chronolique de l’opéra, „Norma“, 1994).

5° Die letzte Norma von Mariella Devia

Diese Produktion des Teatro la Fenice erweist sich gleich als einzigartig, da die Hauptrolle von einer der größten Belcanto Sopranistinnen des 20. Und 21. Jahrhunderts verkörpert wird, Mariella Devia. Sie feierte gerade ihren 70. Geburtstag und wird hier ihre Aller Letze Norma singen und nur drei Vorstellungen geben, bevor sie – definitiv? – in den Ruhestand geht.