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Irish National Opera

Irish National Opera

Orfeo ed Euridice

Wenn die Liebe verloren ist, gibt es kein Zurück.

Rückblick | Gluck

Diese Vorstellung ist nicht mehr als Video auf unserer Plattform verfügbar. Sie können aber weiterhin das zusätzliche Material der Produktion nutzen.

Ein todunglücklicher Musiker begibt sich in die Unterwelt auf die Suche nach seiner Frau. Er darf sie unter einer Bedingung zurückführen - dass er sie bis zu ihrer Rückkehr auf die Erde nicht ansehen darf.

 

Glucks berühmteste Oper war eine radikale Abkehr vom damals üblichen Musikdramas. In der revolutionären Kombination von Text, Musik und Tanz war sie der Höhepunkt in seiner Suche nach schöner Einfachheit und dramatischer Wahrhaftigkeit. Sharon Carty bringt eine mitreißende Interpretation des legendären Orpheus auf die Bühne in dieser intimen Kammerspiel-Produktion der Irish National Opera.

OrfeoSharon Carty
EuridiceSarah Power
AmoreEmma Nash
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ChorEmma Nash
Dominica Williams
Fearghal Curtis
Matthew Mannion
United Fall TänzerStephanie Dufresne
Javier Ferrer
Emma Martin
Sophia Preidel
OrchesterIrish Baroque Orchestra


MusikChristoph Willibald Gluck
Musikalische LeitungPeter Whelan
InszenierungEmma Martin
Stellvertretender RegisseurEmmanuel Obeya
BühneSabine Dargent
KostümeCatherine Fay
LichtStephen Dodd

I. Akt

Orfeo, ein Dichter und Musiker, der wilde Tiere verzaubern und Bäume und Felsen durch seine Musik bewegen kann, trauert um den Tod seiner Frau Eurydike, die an einem Schlangenbiss starb. Orfeo spricht mit letzter Kraft ihren Namen aus, eine Gruppe von Trauern beklagt unterdessen ihren Tod. Er will mit seiner Trauer allein sein. Orfeo beschließt, seine verstorbene Frau von den Göttern zurückzufordern.

Amore, der Gott der Liebe, erscheint und bietet Unterstützung und erklärt, dass einer der Götter, Jove, Mitleid mit Orfeo hat. Er wird in die Unterwelt gelassen, wenn er die „Furien, Monster und den grausamen Tod” mit der Kraft seines Gesangs besänftigen kann. Dort wird er Eurídice treffen und sie in die obere Welt zurückbringen dürfen. Der Haken ist, dass sie diese Reise machen müssen, ohne dass Orfeo sie ansieht und ohne das Verbot zu erklären, das ihm auferlegt wurde. Sonst wird er sie wieder verlieren. Sein Blut gefriert bei dem Gedanken an ihre Ungeduld und seine eigene Qual. Aber er nimmt die Herausforderung an.

II. Akt

Eine unwirtliches Niemalsland schließt sich um Orfeo herum, der seine Leier spielt, während die Furien um ihn herum wandeln, ihn erschrecken und seine Musik unterbrechen.

Ein Chor von Furien und Gespenstern bedroht und behindert Orfeo, während er seine Reise beginnt. Der Klang seiner Leier, dargestellt durch die Harfe, und die Ruhe seiner Stimme stehen im Kontrast zur Gewalt der Musik, die ihn herausfordert. Die Furien haben Mitleid mit ihm und lassen ihn schließlich passieren.

Orfeo befindet sich in den Elysischen Gefilden, einem Paradies, in dem er glaubt, dass jeder in Frieden ist, außer sich selbst, ohne seine geliebte Eurydike. Der Chor kündigt ihre Ankunft an und führt Orfeo zu ihr. Ohne dass Orfeo jemals zurückblickt, verbinden sie sich endlich wieder miteinander.

III. Akt

Orfeo führt Eurydike zurück, während er um Erklärungen auf die Fragen ringt, die er nicht vollständig beantworten kann, ohne seine Abmachung zu brechen. Je mehr er hört, desto weniger kann er widerstehen, denn sie sehnt sich nach "nur einem einzigen Blick". Beide ertragen ausgedehnte, unverständliche Folterungen, bis er schließlich nachgibt. Er schaut sie an und verliert sie wieder und für immer. Der Schrecken treibt ihn zur Verzweiflung und entfacht die berühmteste Arie der Oper, „Che farò senza Euridice?”. („Was mache ich nur ohne Eurydike?”), während er über ein Leben ohne die Frau nachdenkt, die er zweimal verloren hat.

5 Dinge die man über Orfeo ed Euridice wissen sollte

1° Ein griechischer Held

Als legendärer Musiker, Dichter und Prophet der altgriechischen Religion und Mythologie wird Orpheus die Komposition der Orphischen Hymnen und der Orphischen Argonautika zugeschrieben. Die großen Geschichten über ihn konzentrieren sich auf seine Fähigkeit, alle Lebewesen und sogar Steine mit seiner Musik zu bezaubern; seinen Versuch, seine Frau Eurydike aus der Unterwelt zu holen; und seinen Tod durch diejenigen, die seine göttliche Musik nicht hören konnten. Diese Geschichten haben unzählige Kunstformen von der Antike bis heute inspiriert, darunter Poesie, Film, Malerei, Musik und Oper. Euridice von Jacopo Peri ist die früheste erhaltene Oper, einige folgende Opernfassungen des Sujets sind Monteverdis L'Orfeo, Christoph Willibald Glucks Orfeo ed Euridice und die Oper 2018 von Dick van der Harst, Moneim Adwan und Howard Moody, Orfeo & Majnun.

2° Radikale Reform

Mitte des 18. Jahrhunderts entwickelte sich die opera seria zu mäandernden Werken voller komplexer Musik, langer da capo-Arien und labyrinthischer Nebenhandlungen. Inspiriert von Francesco Algarottis Essay über die Oper von 1755 und der französischen Oper der damaligen Zeit versuchte Gluck, diesen Trend mit einer Oper von edler Einfachheit und emotionaler Reinheit zu komponieren. Das Ergebnis war Orfeo ed Euridice. „Es ist eine Reformoper‟, erklärt der Dirigent Peter Whelan, Künstlerischer Partner der Irish National Opera sowie Künstlerischer Leiter des Irish Baroque Orchestra und Gründungsdirektor des Ensemble Marsyas.

„Gluck kehrt sich vom Geschmack der Zeit ab - viele prunkvolle Pyrotechnik ohne viel Bedeutung dahinter - und er versucht etwas völlig Neues. Man sieht einen direkten Zusammenhang zwischen dem, was Gluck und sein Librettist hier tun, mit Berlioz und später Wagner.‟

3° Von Wien nach Paris

Orfeo ed Euridice wurde 1762 am Burgtheater in Wien zum Namenstag von Kaiser Franz I. uraufgeführt und im folgenden Jahr wieder aufgenommen. Aber es war in Paris, wo Gluck und seine Reformoper am meisten gefeiert wurden. Diese 1774 in der zweiten Salle du Palais-Royal uraufgeführte Version mit dem Namen Orphée et Eurydice hatte ein französisches Libretto von Pierre-Louis Moline, das sowohl eine Übersetzung als auch eine Erweiterung des Originaltextes von Ranieri de' Calzabigi war. Diese Version des Werkes enthielt auch zusätzliche Ballettsequenzen, die dem damaligen Pariser Geschmack entsprachen, darunter den langen „Tanz der Furien‟ und den berühmten „Tanz der seligen Geister‟. Die Oper prägte auch die nachfolgenden deutschen Opern mit Variationen ihrer Handlung - eine unterirdische Rettungsaktion, bei der der Held seine Emotionen kontrollieren oder verbergen muss - in Mozarts Die Zauberflöte und Wagners Rheingold.

4° Wer hat die Hosen an?

Die erste Person, die Orfeo in Glucks Oper sang, war der berühmte Kastrat Gaetano Guadagni. Die französische Oper kannte fast keine Kastraten, und so änderte Gluck für die Pariser Fassung seiner Oper die Rolle in eine für hohen Tenor oder den sogenannten Haute-Contre - die in der französischen Oper übliche Stimme für heroische Charaktere. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird Orfeo vor allem von Contraltos und Mezzosopranen als Hosenrolle gesungen.

„Es gibt zwei Gründe für Hosenrollen‟, sagt Sharon Carty, die irische Mezzosopranistin, die in dieser Produktion Orfeo spielt. „Zum einen, weil die Partie ursprünglich für eine Frau geschrieben wurde - zum Beispiel in Die Hochzeit des Figaro schrieb Mozart den Cherubino für eine Sopranistin, und es war damals akzeptiert, dass Jungen und junge Männer von hohen Frauenstimmen gesungen wurden‟.

Der andere Grund ist, so erklärt sie, dass die vielen männlichen Rollen ersetzt werden müssen, die für Kastraten geschrieben wurden. „Glücklicherweise gibt es keine Kastraten mehr, also musst du es lösen, indem du die Rolle entweder mit einem Mezzosopran - wie in dieser Produktion - oder mit einem Countertenor besetzt.‟ Nach Hänsel in Hänsel und Gretel, Sextus in Giulio Cesare und der Titelrolle des Ariodante ist Carty es gewohnt, Hosenrollen zu spielen. Dies ist ihr zweiter Auftritt auf OperaVision, nachdem sie in der Rolle der Amy in der Uraufführung von Donnacha Dennehy und Enda Walshs The Second Violinist debütierte.

5° Die Note der Choreografin

Für diese Produktion kooperierte die Irish National Opera mit United Fall, einer Truppe unter der Leitung der Regisseurin und Choreographin Emma Martin, deren Arbeit die Grenzen zwischen konventionellem Theater und Tanz verwischt. „Emmas Ansatz für Orfeo ed Euridice gibt der Produktion eine einzigartige Note‟, sagt Fergus Sheil, Künstlerischer Leiter der Irish National Opera. „Sie hat die Elemente Bewegung, Musik und Virtuosität sorgfältig und authentisch in Einklang gebracht.‟

In diesem Videointerview mit den Sänger*innen und dem Kreativteam erfahren Sie, wie Emma Martin ihren Hintergrund in Tanz und Choreographie in ihre erste Oper einbrachte.