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Simon Keenlyside as Count, Julia Kleiter as Countess photo by Mark Douet for ROH

Royal Opera House

Die Hochzeit des Figaro

Süße Rache ist dem Ehrenmann ein Labsal.

Rückblick | Mozart

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Ein Graf hat es auf die Verlobte seines Kammerdieners abgesehen und ist entschlossen, ihre Hochzeit zu verhindern. In der Zwischenzeit versucht die Gräfin, die Liebe ihres Mannes mit allen Mitteln zurückzugewinnen.

 

Mozarts große komische Oper der Intrigen, Missverständnisse und Vergebung kehrt an das Royal Opera House zurück, mit einer Wiederaufnahme von David McVicars beliebter Produktion. Christian Gerhaher spielt den cleveren Figaro an der Seite von Simon Keenlyside als seinem hochherrschaftlichen Meister.

FigaroChristian Gerhaher
SusannaJoélle Harvey
Graf AlmavivaSimon Keenlyside
Gräfin AlmavivaJulia Kleiter
CherubinoKangmin Justin Kim
BartoloMaurizio Muraro
MarcellinaDiana Montague
Don BasilioJean-Paul Fouchécourt
AntonioJeremy White
Don CurzioAlasdair Elliott
BarbarinaYaritza Véliz
Erste BrautjungferRebecca Hardwick
Zweite BrautjungferAngharad Rowlands
ChorRoyal Opera Chorus
OrchesterOrchestra of the Royal Opera House


MusikWolfgang Amadeus Mozart
LibrettoLorenzo da Ponte
Musikalische LeitungJohn Eliot Gardiner
InszenierungDavid McVicar
BühneTanya McCallin
KostümeTanya McCallin
LichtPaule Constable
BewegungsregisseurLeah Hausman
ChorleitungWilliam Spaulding
AbendspielleitungThomas Guthrie
Choreograph der WiederaufnahmeAngelo Smimmo

Akt I

Es ist der Tag der Hochzeit von Figaro und Susanna, die Kammerzofe der Gräfin. Figaro, der Kammerdiener des Grafen, beurteilt das Schlafzimmer, das ihm von seinem Dienstherrn angeboten wurde: es grenzt praktischerweise an den Zimmern des Grafen und der Gräfin an. Susanna weist darauf hin, dass das Zimmer immer noch praktischerweise naheliegt, wenn der Graf das „Droit de Seigneur”, ein feudales Gesetz, das dem lokalen Grafen erlaubt, die Braut zu entjungfern, zurückberuft. Ein Gesetz, das er erst kürzlich abschaffte. Figaro entscheidet sich seinen Meister zu überlisten.

Aber Figaro schuldet Marcellina immer noch Geld und hatte ihr damals versprochen sie zu heiraten, wenn er es nicht schaffen sollte seine Schulden zu begleichen. Er hatte ebenfalls den Zorn von Dr. Bartolo, der ehemalige Beschützer der Gräfin, auf sich gezogen, da er half die Hochzeit des Grafen und der Gräfin zu Stande zu bringen. Zudem bittet der junge Page Cherubino Susanna um Fürsprache bei dem Grafen, der ihn entlassen hatte, nachdem er ihn alleine mit Antonios Tochter Barbarina erwischt hatte.

Plötzlich erscheint der Graf, der Verwirrung stiftet. Cherubino versteckt sich und hört die Annäherungsversuche des Grafens an Susanna. Der Graf wiederum versteckt sich und überhört Basilio, den Musiklehrer, der Unterstellungen über Cherubino und der Gräfin macht. Der Graf kommt zum Vorschein, entdeckt den unglücklichen Pagen und verweist ihn in seine Armee.

Akt II

Der Akt beginnt mit der weinenden Gräfin, die über den Grafen jammert, der sie nicht mehr liebt. Figaro verrät seinen Plan den Grafen zu überlisten: Er versandt ihm einen anonymen Brief, der besagt, dass die Gräfin einen Liebhaber besitzt. Susanna weist darauf hin, dass Marcellina immer noch die Schulden erlassen und man so die Hochzeit verhindern kann: ein zweiter Plan wird geschmiedet. Susanna stimmt einem Treffen mit dem Grafen in dem Garten zu, doch Cherubino wird als sie getarnt erscheinen. Figaro beauftragt seine Frau Cherubino angemessen zu kleiden.

Der Page turtelt mit den Frauen, indem er seine neueste Komposition vorsingt. Er war noch halbnackt, als der Graf ankam. Durch Figaros Brief ist er eifersüchtig und wütend. Cherubino, der sich im Kleiderschrank versteckt hat, stößt einen Stuhl um. Panisch gibt die Gräfin vor, dass das Geräusch von Susanna kommt, aber verweigert ihm die Tür zu öffnen. In der Zwischenzeit rettet Susanna Cherubino, der aus dem Fenster geflüchtet ist. Susanna sperrt sich selbst in den Kleiderschrank.

Die Gräfin versucht ihrem Ehemann zu erklären, warum sich Cherubino im Kleiderschrank befindet. Sie ist genauso überrascht wie der Graf, als Susanna zum Vorschein kommt. Die zwei Frauen täuschen vor, dass der Vorfall ein Trick war, um den Grafen davon zu überzeugen, seine Gemahlin besser zu behandelt. Sie gestehen, dass Figaro den Brief schrieb, der sich danach zu ihnen gesellt, ahnungslos von der Offenbarung der Frauen an den Grafen. Als Bartolo, Basilio und Marcellina gegen Figaro Klage, um ihn zur Heirat zwischen ihm und Marcellina zu zwingen, erheben, triumphiert der Graf.

Akt III

Die Gräfin und Susanna eröffnen den dritten Akt mit einem Plan, um das amouröse Vorhaben des Grafens zu verhindern. Susanna stimmt einem Treffen am Abend im Garten mit dem Grafen zu, doch die Gräfin wird getarnt als ihre Magd hingehen.

Auf den Rat ihres Richters Don Curzio, bestand der Graf darauf, dass Figaro seine Schulden an Marcellina begleicht oder er sie auf der Stelle heiratet. Figaro wird zeitgerecht durch die Enthüllung seiner Verwandschaft zu Marcellina gerettet, denn er ist der verschollene Sohn von ihr und Bartolo. Alle, außer der Graf und Don Curzio umarmen sich vor Freude.

Endlich kann die Hochzeit von Figaro und Susanna gefeiert werden. Cherubino ist unmaskiert inmitten der Brautjungfern. Barbarina beschimpft den Grafen dafür, dass er Cherubino auf dem Schloss bleiben ließ. Susanna gibt dem Grafen den Brief der Gräfin, um dem späteren Treffen unter den Pinien zuzustimmen.

Akt IV

Alle warten im Garten: Der Graf und Figaro auf Susanna. Die Gräfin auf den Grafen. Bartolo und Basilio um die Wiederberufung des „Droit de Seigneur” zu bezeugen. Figaro schimpft Susanna für ihre Treuelosigkeit während sie sich auf die Folgen ihres Plans freut.

Cherubinos Anwesenheit ist vermutlich ein Disaster, jedoch erscheint der Graf und wirbt um „Susanna”, tatsächlich um seine Gemahlin. Der eifersüchtige Figaro wird mit Susanna konfrontiert, getarnt als Gräfin. Er erkennt seine Braut wieder, woraufhin sie sich versöhnen. Der Graf beobachtet die Beiden und glaubt seine Frau in den Armen seines Kammerdieners zu sehen. Er verurteilt sie. Die wahre Gräfin nimmt ihre Maske ab und vergibt ihrem Ehemann. Der Tag endet mit einer Feier.

5 Dinge, die man über Die Hochzeit des Figaro wissen sollte

1. Eine inspirierte Partnerschaft

Mozart kam 1782 nach Wien, um für das Singspieltheater von Joseph II. zu schreiben. Joseph II. löste diese Truppe jedoch auf und rief 1783 eine neue italienische Truppe ins Leben. Mozart, der begierig darauf war, eine Buffa zu schreiben, gelang es schließlich, die Dienste von Lorenzo da Ponte zu gewinnen, dem offiziellen Librettisten der Operntruppe von Joseph II. Ihr erster Auftrag, Die Hochzeit des Figaro, wurde am 1. Mai 1786 im Wiener Hoftheater uraufgeführt.

2. Ein revolutionäres Drama

Da Ponte schrieb das Libretto für Die Hochzeit des Figaro basierend auf dem Stück La Folle Journée, ou le Mariage de Figaro des französischen Dramatikers und Diplomaten Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais. Das Stück galt als skandalös - vor allem aufgrund von Figaros Monolog im fünften Akt, in dem er sich gegen den Adel stellt - und wurde in Wien verboten. Da Ponte behauptete, dass es nur seinen Überzeugungskräften zu verdanken sei, dass Joseph II. seine und Mozarts Oper möglich machte.

3. Originelle Ensembles

Die Vielschichtigkeit der musikalischen Ensembles in Die Hochzeit des Figaro wurde besonders hervorgehoben; ungewöhnlich für die Zeit ist, dass sie die Handlung des Dramas ebenso wie die Rezitative vorantreiben. Besonders komplexe und schöne Beispiele sind das Ende des zweiten Akts (ein großes Ensemble, in das immer mehr Charaktere eintreten und das Drama immer komplizierter wird) und das Sextett im dritten Akt, in dem Figaro die Identität seiner Eltern entdeckt.

4. Den Herrn überlisten

David McVicars elegante Inszenierung aus dem Jahr 1830 stellt Mozarts Oper in den Kontext des revolutionären Europas, in dem viele Konflikte zwischen den Klassen noch ungelöst waren. Vom Hambacher Fest in Deutschland über die Julirevolution in Frankreich bis nach Spanien, wo die Inquisition endlich abgeschafft werden sollte, waren die Menschen auf dem ganzen Kontinent in Aufruhr, strebten nach liberaleren Demokratien und träumten davon, die Mächtigen zur Rechenschaft zu ziehen. In diesem Sinne ist McVicars Figaro ein gerissener und intelligenter Mann, der sehr entschlossen ist, seinen aristokratischen Herrn zu überlisten.

5. Eine Besetzung mit Biss

McVicars stattliche Produktion hat dem Royal Opera House seit ihrer Premiere 2006 gute Dienste geleistet. In dieser sechsten Wiederaufnahme dirigiert John Eliot Gardiner wohl seine bisher interessanteste und herausragendste Besetzung. Der britische Bariton Simon Keenlyside, bekannt dafür, dass er seine Figuren genauso gut spielt wie er sie singt, spielt Graf Almaviva. Neben ihm gibt einer der berühmtesten Liedersänger der Welt, der deutschen Bariton Christian Gerhaher, der sein Rollendebüt als Figaro. Die junge amerikanische Sopranistin Joélle Harvey singt laut Financial Times in ihrer 5-Sterne-Rezension „die köstlichste sanftmütigste Susanna‟, während der koreanisch-amerikanische Countertenor Kangmin Justin, auch bekannt als „Kimchilia Bartoli‟, den Ton angibt, indem er als erster Mann überhaupt Cherubino in der langen Geschichte des Opernhauses spielt.