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Susanne Hassler

RING AWARD 2020

Don Giovanni. Die Abrechnung (RING AWARD)

„Wer bist du? Und warum kann man dich ohne Schmerz nicht lieben?“ (Lélia, George Sand)

Wettbewerbe | Mozart

RING AWARD 20/21 Finale:
Team Anika Rutkofsky (DE) / Eleni Konstantatou (GR) / Johanna Danhauser (DE)

 

In einem verwaisten Gerichtssaal ist der als „schuldig“ verurteilte Don Giovanni den grotesken Bestrafungsepisoden seiner einstigen Opfer ausgeliefert. Vergeblich suchen sie nach seinen Emotionen, seinem Antrieb oder Empathie, bis ein Statuentribunal der Justitia die Stimme erhebt, um endgültig mit dem Mythos Don Giovanni abzurechnen.

 

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Das RING AWARD 20/21 Finale wird am 26. und 27. Juni 2021 LIVE aus Graz gestreamt.

 

Weitere Informationen über das Team finden Sie auf der Registerkarte Einblicke.

Verfügbar von
27.06.2021 um 10:30 MEZ

bis
27.12.2021 um 12:00 MEZ

Gesangsteam der Deutschen Oper Berlin:
Don GiovanniTyler Zimmerman
Leporello, Don Giovanni 2Byung Gil Kim
ZerlinaAlexandra Hutton
Donna ElviraFlurina Stucki


MusikWolfgang Amadeus Mozart
InszenierungAnika Rutkofsky
BühneEleni Konstantatou
KostümeEleni Konstantatou
DramaturgieJohanna Danhauser
KorrepetitionJohn Parr
InspizientRoland Fischer
SounddesignGünter Schlienz
Musikalische BeratungStefan Schreiber
Fassung und Übersetzung der Lélia-TexteAnika Rutkofsky, Johanna Danhauser
Stimmen der JustitiaLauryna Bendžiūnaitė, Stine Marie Fischer
Gesprochene TexteJosefin Feiler, Stine Marie Fischer, Teresa Smolnik
StatuenchorNoriko Kuniyoshi, Elisabeth von Stritzky, Shan Shan Wang, Christina Otey, Pia Liebhäuser, Jie Zhang

Die Handlung von Don Giovanni ähnelt den Skandalen, die #metoo zu Tage befördert hat. Heute können wir die narzisstischen Rechtfertigungen des sogenannten Verführers – für Täuschung, Vergewaltigung und Mord – nicht mehr durchgehen lassen. Doch wie können wir den Mythos verhandeln, ohne dabei die männliche Dominanz zu reproduzieren oder uns gemäß der Cancel Culture der medial geächteten Personen und unbequemen Themen zu entledigen? 

Nachdem Don Giovanni im ersten Akt durch eine von Donna Anna initiierten Sammelklage als schuldig befunden wurde, ist der Gerichtssaal zum rechtsfreien Raum verkommen. Hier durchläuft er groteske Episoden der Bestrafung, verfremdete Versionen seiner Opfer treiben ihn an die mentalen und physischen Grenzen. Um das Epizentrum der Don Giovanni-Figur zerfällt auch die geregelte Dramaturgie der Partitur. Sie findet eine neue Ordnung, in der Brüche offenliegen, Wiederholungen sich aufdrängen und eine weibliche Autorin die Stimme erhebt: George Sand, eine kraftvolle Kritikerin des Don Juan-Mythos, die im kulturellen Gedächtnis unterrepräsentiert ist. Ein Statuentribunal der Rechtspatronin Justitia konfrontiert Don Giovanni mit Sands unausweichlicher Frage: "Wer bist du? Und warum kann man dich ohne Schmerz nicht lieben?"

Johanna Danhauser absolvierte den Bachelor Dramaturgie an der HMT Leipzig und den Master Musik und Performance an der Universität Bayreuth. Sie war als Dramaturgin an der Oper Stuttgart und am Konzerttheater Bern tätig. Seit 2021 arbeitet sie im kuratorischen Team der Ruhrtriennale als Dramaturgin für Musik und spartenübergreifende Projekte.

Anika Rutkofsky studierte Musikwissenschaft und Französisch in Basel sowie Dramaturgie an der HMT Leipzig. Sie ist als Regieassistentin an der Staatsoper Stuttgart engagiert, wo ihre Produktionen Spielraum Oper: Kasino, Herr Blumenkohl gibt sich die Ehre und Trouble in Tahiti aufgeführt wurden. Sie ist Stipendiatin der Akademie Musiktheater heute.

Eleni Konstantatou studierte Grafik und Fotografie in London und Athen sowie Bühnenbild und Szenischer Raum in Berlin. Sie ist Set Design Supervisor an der Oper Athen und hat u.a. für die Deutsche Oper Berlin, die Salzburger Festspiele, die Staatsoper Stuttgart, die Osterfestspiele Baden-Baden, die Oper Halle und das Staatstheater Darmstadt gearbeitet.