Preloader Operavision

Sommerhits: tenor

Was haben Calaf, Radamès und Hofmann gemeinsam?

Calaf, der Tenor-Prinz

Tenöre singen in der Oper üblicherweise die männliche Hauptrolle. Man sagt Ihnen nach, dass sie immer die Frau bekommen die sie begehren - auf und hinter der Bühne! Der hohe Stimmumfang des Tenors reicht vom C unter dem mittleren C bis zum C über dem mittleren C. Das Erreichen dieser hohen Noten ist eine Herausforderung für viele Tenöre.

In Puccinis Turandot, in der Arie „Nessun Dorma“ (was bedeutet: „Niemand soll schlafen“), kommt einer der Höhepunkte des hohen Tenorgesangs vor. Prinzessin Turandot erklärt, dass sie den Prinzen heiraten wird, der ihre drei Rätsel lösen kann. Nachdem Calaf diese erfolgreich gelöst hat, schlägt er vor, sie solle ihrerseits ein Rätsel lösen: Wenn Turandot vor Sonnenaufgang seinen richtigen Namen herausfindet, wird er gerne sterben. Scheitert die Prinzessin, muss sie ihn heiraten.

Hier ist ein Ausschnitt aus der Produktion des Teatro Regios, inszeniert von Stefano Poda. Calaf wird von Jorge de Léon gesungen.

Was ist ein Tenor?

Während Tenöre alle den gleichen Stimmbereich teilen können, kann die Qualität ihrer Stimmen im unteren und oberen Ende dieses Bereichs variieren. Einige Tenorstimmen gleiten geradezu und fühlen sich sehr wohl dabei, hohe Töne zu singen, während andere schwerer und somit ausdrucksstärker in den tieferen Lagen sind. Angesichts dieser Variationen existieren mehrere Unterkategorien für die Tenorstimme. Dies sind vier davon.

Lyrisch

Warm, hell und in der Lage, die höchsten Tenornoten mit Leichtigkeit zu treffen, erhalten lyrische Tenöre einige der charmantesten Opernrollen. Eine ziemlich breite Kategorie, diese Sänger können in verschiedenen Klangfarben singen, einige viel dunkler und voller und andere heller und strahlender. Die Titelrolle von Hofmanns Erzählungen von Offenbach ist ein Beispiel für eine lyrische Tenorrolle.

Hier ein Ausschnitt aus der Produktion der Dutch National Opera, inszeniert von Tobias Kratzer. John Osborn, ein exzellenter Tenor, verkörpert den unglücklichen Dichter Hoffmann.

Hier ein Ausschnitt aus der Produktion der Dutch National Opera, inszeniert von Tobias Kratzer. John Osborn, ein exzellenter Tenor, verkörpert den unglücklichen Dichter Hoffmann.

Spinto

Im Stimmumfang dem lyrischen Tenor ähnlich, hat ein Spinto-Tenor mehr Auftrieb, besonders bei den höheren Tönen. Spinto-Rollen sind viel schwieriger zu singen als es scheint. Die heroischen Verdi-Rollen sind voll von Fallen für Tenöre, einschließlich der von Radamès in Aida. Seine Romanze „Celeste Aida“ ist eine große Herausforderung, die hier von Ivan Defabiani geschickt umgesetzt wird.

Hier ist ein Ausschnitt aus der Produktion der Royal Swedish Opera, inszeniert von Michael Cavanagh.

Dramatisch

Große, emotionale, kraftvolle und dramatische Tenöre müssen sich normalerweise nicht bemühen durch hohen Kraftaufwand die hohen Töne zu treffen aber sie müssen einen satten Klang erzeugen, der über dem mächtigen Orchester steht. Sie gehören zu den selteneren Tenortypen. Leoncavallos Oper Pagliacci zeigt eine dramatische Tenorrolle in der Form von Canio, dem Anführer einer Truppe von Komikern. In seiner Arie „Vesti la giubba“ bereitet er sich darauf vor, sein Clownskostüm zu tragen, nachdem er gerade erfahren hat, dass seine Frau ihn betrogen hat.

Hier ein Ausschnitt aus der Produktion von La Monnaie / De Munt, inszeniert von Damiano Michieletto. Canio wird von Carlo Ventre gesungen.

Hier ein Ausschnitt aus der Produktion von La Monnaie / De Munt, inszeniert von Damiano Michieletto. Canio wird von Carlo Ventre gesungen.

Heldentenor

Dieser Gesangstyp entstand mit Wagners Sammlung von Tenorrollen, die Schwere und eine dunkle Färbung erfordern. Heldentenor-Rollen sind massiv und verlangen, dass der Sänger über lange Zeiträume hinweg einen kraftvollen Klang aufrechterhält, weshalb die Rollen nahezu unmöglich zu singen sind. Wagner hat ein gutes Dutzend dieser Rollen geschaffen, aber die wohl anspruchsvollsten sind Siegfried aus dem Ring des Nibelungen und die Titelrolle von Parsifal. In „Amfortas! Die Wunde!“, schreit Parsifal vor Schmerzen, nachdem er die wilde Kundry geküsst hat.

Hier ist ein Ausschnitt aus der Produktion von Parsifal der Oper Flandern, inszeniert von Tatjana Gürbaca. Erin Caves singt Parsifal.