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Finnish National Opera and Ballet

Finnish National Opera and Ballet

Dornröschen

Ein Märchenballett für Prinzessinen und Prinzen jedes Alters

Rückblick | Tchaikovsky

Diese Vorstellung ist nicht mehr als Video auf unserer Plattform verfügbar. Sie können aber weiterhin das zusätzliche Material der Produktion nutzen.

Eine junge Prinzessin fällt in tiefen, ewign Schlaf, nachdem sie von einer bösen Fee verleitet wurde, eine vergiftete Rose zu berühren. Es gibt nur ein Heilmittel gegen den bösen Zauber: ein Kuss aus wahrer Liebe.

 

Die bekannte Geschichte von der verzquberten Prinzessin Aurora, der guten und der bösen Fee und dem abenteuerlustigen Prinzen entwickelt als Ballett eine ganz eigene Wirkung. Die wunderschönen Kostüme und das Bühnenbild beschwören eine kunterbunte Märchenwelt herauf, die das gesamte Publikum jedes Alters in seinen Bann zieht. Dornröschen ist auch ein schönes erstes Ballett für Kinder.

AuroraEun-Ji Ha
Prinz DésiréMichal Krčmář
Dame CarabosseRebecca King
Mann CarabosseGiuseppe Martino
Syrene, die Fee der LiebeHanako Matsune
Volante, die Fee des MutesSalla Eerola
Grazia, die Fee der Freude und SchönheitSara Saviola
Babette, Auroras cousinValeria Quintana
Prinz des WestensWilfried Jacobs
Goldener HirschFrans Valkama
OrchesterOrchester von Finnish National Opera


MusikPyotr Ilyich Tchaikovsky
Musikalische LeitungPietro Rizzo
BühneMinna Wallenius
KostümeErika Turunen
LichtEric Loustau-Carrere
Choreografie(basieren auf Petipa) Javier Torres
MaskeTuija Luukkainen
BallettmeisterinIngrid Němečková
HauptballettmeisterJoseph Kerwin, Tuuli Tuominen-Sandell
Ballettmeister, kinder und extrasFrancis Guardia
Leiterin KinderschauspielerNora Nurminen
Dramaturgischer BeraterinAnneli Mäkelä

Prolog : Die Geburt einer Prinzessin        

Es war einmal ein verzaubertes Königreich in einem unbekannten Land. Der König und die Königin bekamen zu ihrer Freude eine Tochter, Prinzessin Aurora. Drei Feen sind geladen, um ihre Patinnen zu werden: Volante ist die Fee des Mutes; Grazia die des Glücks und der Schönheit; und die mächtigste der drei, Syrene, ist die Fee der Liebe. Alle drei bringen der Prinzessin ein wunderbares Geschenk. Volante schenkt ihr ein weises und reines Einhorn, Grazia schenkt ihr die Schönheit und einen Schwarm Glücksschmetterlinge. Als Syrene ihr Geschenk geben möchte, stürmt die Fee der Furcht Carabosse herein. Sie ist wütend, weil der König und die Königin sie nicht eingeladen haben. Daraufhin bemerken die Gastgeber, dass Catalabutte, der Zeremoniemeister vergessen hat, ihre Einladung abzuschicken. Wütend spricht Carabosse einen Fluch über die kleine Prinzessin aus: Eines Tages wird sie sich an einem vergifteten Rosendorn den Finger stechen und sterben. Zum Glück hat Syrene der Prinzessin ihr Geschenk noch nicht gegeben. Sie ist jetzt dran und ihre Macht wandelt den Fluch um: obwohl die Prinzessin ihren Finger stechen wird, wird sie nicht sterben. Stattdessen wird sie für hundert Jahre tief schlafen, bis ein Prinz sie mit einem Liebeskuss erwecken wird.

Voller Angst befielt der König alle Rosen des Königreiches zu vernichten. Im selben Moment bereiten Carabosse und ihre Kobolde eine vergiftete Rose für Aurora.

Akt I : Schicksal

Es ist der sechzehnte Geburtstag von Prinzessin Aurora, und der König hat zu diesem Anlass ein prächtiges Fest organisiert. Auroras glückliche Cousine ist Teil der feinen Geburtstagsgesellschaft, aber vor allem kommen vier Prinzen, jeder aus einer anderen Himmelsrichtung, die gekommen sind, um um ihre Hand anzuhalten.

Plötzlich erscheint eine alte Frau, gänzlich in ein Gewand gehüllt, in der Menge. Sie gibt der Prinzessin eine erblühte Rose. Aurora, die noch nie zuvor eine so wunderbare Blume gesehen hat, nimmt sie mit Erstaunen und tanzt, während sie sie in der Hand hält.

Der Hof, der sich an den Fluch Carabosses erinnert, ist entsetzt, und jeder versucht, Aurora die Rose wegzunehmen, doch zu spät: Die Prinzessin hat sich an einer Dorne gestochen. Das Gift wirkt, Aurora sinkt zu Boden; die alte Frau wirft ihr Gewand beiseite und gibt sichals Carabosse zu erkennen. Im Glauben, Aurora sei tot, entkommt sie. Syrene sagt allen, dass Aurora nicht tot ist. Sie wird nun hundert Jahre lang schlafen und kann durch einen Liebeskuss wieder erweckt werden. Die Prinzessin wird zu ihrem Bett getragen und Syrene verzaubert das gesamte Schloss, einzuschlafen, bis die Prinzessin wieder erwacht.

Akt II : Die Vision

Einhundert Jahre später ist Prinz Desiré mit seinen Freunden und Höflingen auf der Jagd. Plötzlich erblickt er einen goldenen Hirsch. Sie alle jagen dem märchenhaften Geschöpf nach, aber eine Herde Wild versperrt ihren Weg. Als der Prinz sich dem goldenen Hirsch nähert, zieht er seinen Bogen,als plötzlich Syrene erscheint. Der goldene Hirsch ist ihr Bote.

Allein mit dem Prinzen lässt die Fee ein verzaubertes Bild erscheinen und den Prinzen Teil der Vision von Aurora werden, in der er mit ihr tanzen kann. Der Prinz erfährt auch, dass Aurora in einer mit Wildrosen bewachsenen Burg schläft, die von den furchterregenden Fee Carabosse bewacht wird.

Als die Vision endet, führt Syrene den Prinzen zum Schloss. Er wird von Carabosse herausgefordert und besiegt sie. Der junge Mann kniet am Bett der Prinzessin und küsst sie. Sie wacht auf, und das gilt auch für den gesamten Hof. So überwindet die Liebe die Angst.

Akt III : Die Hochzeit

Prinzessin Aurora und Prinz Desiré haben zahlreiche Gäste zu ihrer Hochzeit eingeladen, darunter Rotkäppchen, den Gestiefelten Kater und andere Märchenfiguren. Alles ist in heller Freude; die Liebe hat über alles gesiegt.

– nach einem Skript von Anneli Mäkelä

5 Dinge, die man über Dornröschen wissen sollte

1° Dornröschens Anfänge

Dornröschen wurde zum ersten Mal 1829 in der Opéra de Paris aufgeführt mit der Musik von Ferdinand Herold und einer Choreographie von Jean Aumer. Als dieser die Pariser Oper verließ, wurden seine Balletts aus dem Repertoire gestrichen.

Die bekannteste Version des Balletts wurde am 15. Januar 1890 im Marinsky-Theater von St. Petersburg präsentiert. Zu dieser Zeit hatte das Publikum seine Begeisterung für das Ballett verloren. Der Librettist, Kostümschneider und Intendant des kaiserlichen Theaters Ivan Vsevolojski beschloss, den Ruhm der früheren Aufführungen wieder zum Leben zu bringen und wollte dafür keinen Wert auf Ausgaben legen. Er beauftragte Piotr Tschaikowsky, der schon Schwanensee und Nussknacker komponiert hatte, mit einer Partitur für Dornröschen. Dieser verfasste einen ersten Entwurf in 40 Tagen. Die Choreographie stammte von Marius Pepita. Tschaikowsky und Pepita hatten regelmäßigen Kontakt: der Choreograph gab dem Komponisten genaue Anweisungen über die Taktarten und deren Anzahl, und was die Musik für ihn ausdrücken sollte. Dennoch konnte Tschaikowsky sehr frei und unabhängig  komponieren. Die Vorpremiere wurde der Königlichen Familie einen Tag vor der Premiere gezeigt. « Das ist sehr hübsch » kommentierte der Tsar Alexander III lapidar. Doch das Ballett wurde generell sehr gut aufgenommen.

2° Das Märchen und das Ballett

Das Thema des Balletts stammt aus zwei bekannten Märchen: Dornröschen von Charles Perrault aus Les Contes de ma Mère l’Oye und Dornröschen der Gebrüder Grimm. Das Ballett inspiriert sich vor allem an Letzterem, während viele Unterschiede mit der Version Perraults zum Vorschein kommen.  

Im Perrault-Märchen sind sieben Feen anwesend, während bloß drei im Ballett erscheinen. Im Perrault-Märchen kündigt Carabosse an, dass sich die Prinzessin mit einer Spindel die Hand stechen wird, doch im Ballett sticht sie sich an einem Rosendorn. Im Märchen wird der Prinz von einem Bauer  auf den Schlaf der Prinzessin aufmerksam gemacht, während er im Ballett von der Fliederfee bei der Jagd mit seinen Höflingen zur Prinzessin geführt wird. Schließlich gibt es den bekannten Kuss, der die Prinzessin weckt, nicht im Märchen, sondern nur das Niederknien des Prinzen und seinen entzückten Blick auf die schlafende Prinzessin.

Das Ende des Perrault-Märchens weicht am meisten von der bekannteren Version des Dornröschens ab.

Dornröschen und der Prinz heiraten und bekommen zwei Kinder, L’Aurore und Le Petit Jour. Als der Prinz in den Krieg muss, bittet die Mutter des Prinzen ihren Diener, ihr die Kinder ihres Sohnes zum Abendessen zu servieren. Die Mutter des Prinzen ist nämlich eine Ogerin. Der Diener täuscht die Königin mit Lamm -, Zicklein –und Hirschkuhfleisch.  Eines Abends hört die Königin, wie die Prinzessin mit ihren Kinder spielt. Sie begreift, dass sie getäuscht wurde und befiehlt, die Prinzessin und ihre Kinder in einen Tank voller Kröten und Schlangen zu werfen. Der Prinz kommt aber in diesem Moment vom Krieg zurück und die Königin wirft sich an der Stelle ihrer Schwiegertochter und Enkel in den Tank.

3° Der Noureev-Effekt

Dornröschen ist Tschaikowskys längstes Ballett: Es dauert fast vier Stunden und wird daher häufig gekürzt. Viele ber¨hmte Choreographen haben schon an diesem Ballett gearbeitet: Ninette de Valois in den 1920er Jahren, Rudolf Noureev in den 1960er Jahren und George Balanchine in den 1980er Jahren.

Noureev tanzte die Rolle des Prinzen 1961 mit 21 Jahren. Er betrachtet Dornröschen als „Ballett der Ballette“, der gewagte Gipfel des klassischen Balletts und „perfektionnierte Formvollendung des symphonischen Tanzes“. Er choreographierte das Ballett 1966 für die Mailänder Scala und versah es mit persönlichen Noten: Das Königreich wurde zu einem Hof mit strenger Etikette, kein bisschen märchenhaft. Die Fee Carabosse wurde eine raffinierte Dame, die Lilienfee eine junge liberale Adelige. 1972 baute Noureev die Rolle des Prinzen am Staatsballett Kanada aus und fügte ein langes Solo in die Jagdszene ein.

4° Berühmte Szenen

Dieser Walzer spielt im I. Akt, Auroras 16. Geburtstag. Er ist sehr berühmt geworden, da lange Auszüge aus Tschaikowskys Partitur im gleichnamigen Walt Disney-Trickfilm von 1959 vorkommen: „Ich kenn dich, ich war bei dir einst einmal im Traum”

Der „Pas de deux des Blauen Vogels” im III. Akt wird bei der Hochzeit des Prinzen und der Prinzessin getanzt. Die Figuren kommen aus dem Märchen von Madame d’Auloy: eine Liebesgeschichte zwischen der Prinzessin Florine und dem Märchenkönig, der in einen blauen Vogel verwandelt wurde.

Der „Pas de deux des Blauen Vogels” im III. Akt wird bei der Hochzeit des Prinzen und der Prinzessin getanzt. Die Figuren kommen aus dem Märchen von Madame d’Auloy: eine Liebesgeschichte zwischen der Prinzessin Florine und dem Märchenkönig, der in einen blauen Vogel verwandelt wurde.

 

Dieser Ausschnitt heißt Rosen-Adagio. In diesem technisch anspruchsvollen Pas de cinq trifft Aurora ihre Freier und tanzt mit ihnen, jeder von ihnen bietet ihr eine Rose an.

5° Ein innerer Kampf zwischen Liebe und Angst

Javier Torres verantwortet die Choreographie dieses Dornröschens. Er ist Alumnus der Escuela Nacional de Danza Clásica de Mexico, Tänzer seit 1984, er unterrichtet seit 1988. Nachdem er in Mexiko und europaweit tanzte und lehrte, wird er 1989 Mitglied der Dance Company Helsinki. Von 1992 bis 2008 ist er Tänzer des Finnischen Staatsballetts. Er schuf seither mehr als 20 Choreographien, darunter acht Ballette, für mehrere Truppen.

Seiner Ansicht muss Aurora in diesem Ballett sich zwischen Liebe und Angst entscheiden: “Im Märchen Dornröschen liegt das tatsächliche Drama im Herzen Auroras, der Hauptperson. Alle Charaktere, die wir auf der Bühne sehen, erscheinen als Versinnbildlichungen von Auroas Empfindungen, besonders Syrene, die Fee der Liebe, und Carabosse, die Hexe der Angst. Sie braucht 100 Jahre, um sich bewusst für die Liebe zu entscheiden. Eine Wahl, die wir seiner Meinung nach alle haben: die bewusste Entscheidung für die Liebe angesichts großer Angst.”