Turandot Torino
Turandot Torino
Teatro Regio Torino

Turandot

Puccini
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In ihrer gleichnamigen Oper hat Turandot einen interessanten Charakter: Sie ist anwesend und abwesend zugleich...

Besetzung

Turandot
Rebeka Lokar
Calaf
Jorge de León
Liù
Erika Grimaldi
Timur
In-Sung Sim
Altoum
Antonello Ceron
Ping
Marco Filippo Romano
Pang
Luca Casalin
Pong
Mikeldi Atxalandabaso
Ein Mandarin
Roberto Abbondanza
Prince of Persia
Joshua Sanders
Chor
Coro del Teatro Regio
Orchester
Orchestra del Teatro Regio
...
Musik
Giacomo Puccini
Musikalische Leitung
Gianandrea Noseda
Inszenierung
Stefano Poda
Bühne
Stefano Poda
Licht
Stefano Poda
Kostüme
Stefano Poda
Text
Giuseppe Adami and Renato Simoni, on Carlo Gozzi
Chorleitung
Claudio Fenoglio
...

Video

Trailer

TRAILER | TURANDOT Puccini - Teatro Regio Torino

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Nessun Dorma

III. Akt. Calaf (Jorge de León) hat die drei Rätsel von Prinzessin Turandot richtig gelöst. Jetzt muss er gespannt darauf warten, dass die Sonne aufgeht, in der Hoffnung, dass sie seinen richtigen Namen dann erst entdeckt. Wenn doch, dann wird er getötet. Und wenn nicht, wird Turandot für immer sein sein. Dirigent Gianandrea Noseda, Regisseur Stefano Poda.

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In questa reggia

Akt II. Turandot (Rebeka Lokar) erzählt, dass in diesem Palast Jahre zuvor eine Prinzessin vom König der Tataren erobert, vergewaltigt und ermordet wurde. Sie beschließt, diesen Tod zu rächen: Wer sie heiraten will, muss ein Rätsel lösen; Im Falle eines Misserfolges muss der Bewerber sterben. Dirigent Gianandrea Noseda, Regisseur Stefano Poda.

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Behind the scenes

Gianandrea Noseda (Dirigent)

Eine grausame Prinzessin, ein mysteriöser Prinz, drei ungelöste Rätsel und ein unvollendetes Ende.

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Behind the scenes

Lokar, Grimaldi, De León

Die drei Hauptdarstellerinnen - Rebeka Lokar (Turandot), Erika Grimaldi (Liù) und Jorge de León (Calaf) - präsentieren ihre Perspektiven auf die Produktion von TURANDOT durch das Teatro Regio Torino.

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Behind the scenes

Stefano Poda

Regisseur Stefano Poda präsentiert seine neue Produktion von Turandot für Teatro Regio Torino.

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Handlung

Akt I

Vor den Mauern der großen violetten Stadt.

In Peking, zu märchenhafter Zeit. Bei Sonnenuntergang drängt sich das Volk vor den Mauern der Kaiserstadt. Ein Mandarin verliest wieder einmal den Aufruf und die Erklärung von Prinzessin Turandot, den Prinzen zu heiraten, der ihre drei Rätsel zu lösen wisse – wer jedoch die Herausforderung annimmt und falsch antwortet, wird bei Mondaufgang enthauptet. Dies Geschick trifft gerade den Prinzen von Persien. Im Gedränge wird ein blinder alter Mann umgerissen. Kalaf nähert sich, um ihm zu helfen, und erkennt in ihm seinen Vater, den entmachteten Tartarenkönig Timur. Der alte König, der überzeugt war, sein Sohn sei im Kampf gefallen, hat alles verloren, nur die Sklavin Liú ist bei ihm geblieben. Das Mädchen gibt zu, dass sie dem König beisteht, weil Kalaf sie einst im Schloss angelächelt habe.

Die aufgeregte Menge erwartet den Mondaufgang und ruft laut nach dem Henker. Als jedoch der Prinz von Persien vorgeführt wird, ändert sie ihre Haltung: Bewegt von dem noch jungen, unglücklichen Anwärter und von seinem würdevollen Gang ruft sie nun um Gnade. Turandot befiehlt mit einer Geste, den jungen Mann hinzurichten. Kalaf ist von der flüchtigen Erscheinung der kalten Prinzessin wie vom Blitz getroffen und beschließt, die Prüfung der drei Rätsel auf sich zu nehmen. Alle versuchen, ihn davon abzubringen: Ping, Pong und Pang, die drei Minister von Turandot, wollen ihn überzeugen, dass Turandot im Grunde nur eine Frau sei und er so viele andere haben könnte, ohne unnötig sein Leben zu riskieren. Liú fragt ihn, was aus ihr und Timur werden sollte, wenn er stürbe. Aber Kalaf ist taub für ihre Bitten. Mit dem Namen von Turandot auf den Lippen schlägt er den rituellen Gong und nimmt so die Prüfung an.

Akt II

Ein Pavillon.  

Ping, Pong und Pang geben ihrer Frustration Ausdruck. Sie sind der Routine ungelöster Rätsel und abgeschlagener Köpfe überdrüssig und hoffen, dass Turandot endlich einen Mann finde, um sich ins ersehnte Privatleben zurückziehen zu können. Doch leider drängen die Vor­be­rei­tungen für die Prüfung des neuen Anwärters.

Platz vor dem kaiserlichen Palast.

Das Volk versammelt sich auf dem Platz vor dem Schloss. Die Weisen treten vor, sie tragen die Rollen, in denen die Lösungen der Rätsel verzeichnet sind. Turandots Vater, der alte Kaiser Altoum, fordert Kalaf vergeblich auf, von dem Versuch abzulassen. Schließlich erscheint Turandot. Die wunderschöne Prinzessin erzählt, warum sie dieses tragische Spiel der Rätsel erdacht hat: Sie will ihre Urahnin Lo-u-Ling rächen, die vor Tausenden von Jahren von einem ausländischen König vergewaltigt und ermordet worden war. Aus diesem Grunde hasst Turandot die Männer. Sie ist sicher, dass es niemandem gelingen werde, die Rätsel zu lösen und sie zu besitzen, und sie zweifelt nicht, dass auch der junge Prinz für das Schafott bestimmt ist. Doch Kalaf lässt nicht ab und löst eins nach dem andern die Rätsel, die ihm vorgetragen werden.

Turandot ist erschüttert und fordert von ihrem Vater, sie nicht dem fremden Prinzen zu überlassen. Altoum erinnert sie an den Schwur, der sie bindet. Kalaf schlägt ihr mutig vor, ihrerseits eine Frage zu lösen: Wenn Turandot vor Sonnenaufgang seinen wahren Namen herausfinden würde, will er den Tod annehmen, andernfalls muss die Prinzessin ihn heiraten. Der alte Kaiser wünscht sich betrübt, dass der junge Mann Turandot heiraten und dadurch zu seinem Sohn werden würde.

Akt III

Garten des Palastes.

In der Nacht verkünden die Herolde Turandots Befehl: Niemand in der Stadt darf schlafen und es muss jeder Versuch unternommen werden, den Namen des fremden Prinzen herauszufinden. Kalaf wartet mit Bangen im Garten des Schlosses auf den Morgen und auf den Moment, in dem die Sonne aufgeht und er Turandot in die Arme schließen kann. Ping, Pong und Pang bietet ihm unermesslichen Reichtum und wunderschöne Frauen, um ihn zum Verzicht auf die Prinzessin zu bewegen, aber Kalaf weist alle Angebote zurück.

Wachen der Prinzessin schleppen Liú und Timur herbei. Die beiden sind in Gesellschaft des Prinzen gesehen worden und kennen vielleicht seine Identität. Auch Turandot kommt hinzu. Liú gesteht unter Folter, den Namen des Prinzen zu kennen, bleibt aber standhaft und will ihn nicht enthüllen. Aus Liebe zum Prinzen will sie ihm mit ihrem Schweigen Turandots Hand zuführen, damit diese dann ihrerseits nicht anders könne, als ihn zu lieben: So entreißt Liú einer der Wachen den Dolch und tötet sich, um ihr Geheimnis für immer mit sich zu nehmen. Der verzweifelte Timur hält Liús Hand, als sie von, der bewegten Menge begleitet, weggebracht wird. 

Einblicke

Turandot und Liù

Turandot ist eine der berühmtesten Opern der Welt. Oder kennen Sie jemanden, der noch nie von Nessun dorma, obgleich in Zusammenhang mit größeren Werken oder als eigenständige Arie, gehört hat? Aus Angst vor dem Tod, könnte es niemand wagen während dieser Arie zu schlafen. Turandot sucht nach dem Namen des Prinzen, den sie auf keinen Fall heiraten will und zieht es vor, ihn töten zu lassen. Doch sie ändert ihre Meinung… Sie ist eine stolze Frau, von der man meinen könnte, dass sie sich nicht auf ihre Hochzeit vorbereiten will. Trotz des tragischen Todes von Liù, gleicht das Ende der Oper einem Märchenbuch.

Nun wenden wir uns den verzwickten Schicksalen von Turandot und Liù zu. Letzteres sticht dabei heraus. Turandot ist verärgert, denn sie ist ihr eigener Chef und sie ist grausam darin: Liù hat ihr erlaubt sie zu foltern und opfert ihr Leben aus Liebe, doch Turandot scheint das nicht zu interessieren. Sie verkörpert in ihrer Wut einen Geist der Unabhängigkeit, denn ihre Ahnfrau wurde vergewaltigt und ermordet. Nun will sie ihre Vorgängerin rächen. Wichtige Themen werden dabei angesprochen, vor allem die Unabhängigkeit und die Rolle der Frauen in Gesellschaften in der Vergangenheit und auch in der Gegenwart.

Und Liù? Sie hat Calaf angefleht, sich nicht auf das todesmutige Spiel der Prinzessin zu beteiligen, das sie mit ihren Rätseln begonnen hat (Signore, ascolta!). Calaf entscheidet sich dazu, ihren Ratschlag zu ignorieren.

Traurigerweise verstarb Puccini bevor er dieses Meisterwerk fertigstellen konnte. Die meisten Opernhäusern spielen die von Franco Alfano fertiggestellte Version, dessen Ende in den Augen vieler Zuschauer als unrealistisch angesehen wird. Heutzutage wird über die schnell arrangierte Hochzeit von Calaf und Turandot gelacht und gesagt, dass dieses Ende nicht den ursprünglichen künstlerischen Absichten des Komponisten entspricht. Tatsächlich schrieb Alfano ein zweites, öfter aufgeführtes Ende, nachdem seine erste Version stark kritisiert worden war. Luciano Berios Version von 2001 wird als lückenloser und weniger ehrfürchtig angesehen, aber im Wesentlichen zeigt auch er dieselbe Erzählung. Puccini hatte diese Kehrtwendung skizziert, aber er war durch seine Unglaubwürdigkeit beunruhigt gewesen und hatte daran gearbeitet, ein besseres, dramatisches Ende zu finden.

Eine Wahl zu treffen ist ein wichtiges Thema dieser Oper. Sowohl Turandot als auch Liù treffen wichtige Entscheidungen. Die Prinzessin konzentriert sich darauf, sich um jeden Preis zu schützen. Während die junge Sklavin Liù ihr Leben hergibt um jemanden zu beschützten, der ihr Opfer nicht einmal schätzt. Nachdem Liù stirbt, küsst Calaf Turandot. Obwohl eine Hauptperson die andere getötet hat, gibt diese Geschichte überraschenderweise genügend Kontext für das Publikum her, um die Handlungsweisen beider Frauen zu verstehen. Turandots Entscheidung ist unverständlich, denn in Calaf und Turandots neugefundener Freude sehen wir etwas Falsches. Der Prozess von Liùs Tod wirkt immer noch von Calafs Gefühllosigkeit unvollendet überholt.

Die Komplexität dieser Thematik regt eher zum Nachdenken an, als eine einfache Ehe zwischen Prinz Calaf und Prinzessin Turandot zu zeigen. Ganz zu schweigen von den Problemen, die sich ergeben könnten, wenn das frischgebackene Paar über die jüngsten Ereignisse reden sollten, in denen Köpfe rollten. Vielleicht würde Calaf dadurch seine rosarote Brille absetzen und feststellen, dass die Frau, die ihr Leben für ihn gab, von der Frau, die jetzt mit ihm sein Leben teilt, umgebracht wurde. Eine interessante Dichotomie, die Puccini, wenn er die Zeit gehabt hätte, vermutlich näher untersucht und die Oper selbst vollendet hätte.