Preloader Operavision
Clive Barda

Opera North

Das Rheingold

Rückblick | Wagner

Diese Vorstellung ist nicht mehr als Video auf unserer Plattform verfügbar. Sie können aber weiterhin das zusätzliche Material der Produktion nutzen.

Werden Sie die Liebe aufgeben, um Macht zu bekommen? Und werden Sie dafür bereit sein, dass aufgrund Ihrer Wahl die Welt zerstört werden könnte?

WotanMichael Druiett
LogeWolfgang Ablinger-Sperrhacke
AlberichJo Pohlheim
Yvonne HowardFricka
MimeRichard Roberts
FreiaGiselle Allen
DonnerAndrew Foster-Williams
FrohMark Le Brocq
FasoltJames Creswell
FafnerMats Almgren
ErdaClaudia Huckle
WoglindeJeni Bern
WellgundeMadeleine Shaw
FlosshildeSarah Castle
OrchesterOrchester von Opera North


MusikRichard Wagner
LibrettoRichard Wagner
Musikalische LeitungRichard Farnes
InszenierungPeter Mumford
BühnePeter Mumford
LichtPeter Mumford

Am Beginn der Welt bewachen die Rheintöchter das reine Gold, das im Fluss begraben liegt. Wenn es zu einem Ring geschmiedet wird, kann sein Träger die Welt regieren, aber nur dann, wenn er die Liebe aufgibt. Alberich ist ein Nibelung, ein kleines Wesen aus der unteren Welt. Er wirbt um die Liebe der Rheintöchter, wird aber abgewiesen. Er reißt das Gold an sich und macht sich aus dem Staub.

Wotan, der Herrscher der Götter, hat aus der Ur-Esche einen Speer gefertigt. Er hat Regeln und Pakte in diesen Speer geschnitzt, um Ordnung und Gerechtigkeit durchzusetzen. Er hat zwei Riesen, die frühen Bewohner der Erde, dafür angeheuert, ihm eine Festung zu bauen, von der aus er, seine Frau Fricka und seine Familie die Welt regieren können. Die Riesen, Fasolt und Fafner, erwarten einen Lohn für ihre Arbeit, und Wotan hat ihnen vorschnell Freia versprochen, Frickas Schwester und Göttin der Schönheit und Jugend. Er verlässt sich auf den hitzigen Loge, dass er ihn aus diesem Vertrag befreit. Loge hat vergebens die ganze Erde abgesucht, um jemand zu finden, der auf die Liebe verzichtet, nur der niedrige Alberich ist eine Ausnahme. Wotan entschließt sich, diesem potentiellen Rivalen wegen seiner Macht entgegenzutreten und das gestohlene Gold dafür zu verwenden, die Riesen auszuzahlen.

Loge führt Wotan vom Berggipfel hinunter nach Nibelheimm die Eingeweide der Erde. Dort unten hat Alberich seine nibelungischen Landsleute dazu gezwungen, unaufhörlich zu arbeiten, um Gold anzuhäufen und seinen Reichtum zu vergrößern. Alberichs Bruder Mime, der geschickteste Schmied, hat einen Ring gefertigt, mit dem Alberich Gehorsam gebietet, und einen Zauberhelm (den Tarnhelm), der ihn unsichtbar machen kann. Alberich brüstet sich damit, er werde diese Hilfsmittel dazu verwenden, die Welt zu erobern. Loge überredet ihn dazu, die Funktion des Helms vorzuführen, indem er sich verwandelt. Alberich ist natürlich gerne bereit und verwandelt sich zuerst in einen Drachen und dann in eine Kröte. Doch Wotan hat den Nibelungen getäuscht, und er nimmt ihn in dieser Form gefangen.

Wotan und Loge zerren Alberich vorbei an den Goldminen hinauf auf den Gipfel des Berges, wo sie ihn dazu zwingen, seine Sklaven mit all dem Gold zu sich zu rufen. Schließlich reißt ihm Wotan den Ring vom Finger. Der am Boden zerstörte Alberich belegt den Ring mit einem Fluch: er soll den zerstören, der ihn besitzt. Als die Riesen mit Freia zurückkehren, häufen sie das Gold so hoch auf, dass es sie vollkommen bedeckt, bis auf das Funkeln ihres Auges. Widerwillig gibt Wotan den Ring auf, um das Auge zu bedecken, nachdem ihn Erda, die Erdmutter, gewarnt hat, er werde ihn zerstören.

Die Riesen streiten sich um die Beute, und Fafner tötet Fasolt, ein erschreckender Beweis für Alberichs Fluch und Erdas Prophezeiung. Donner beseitigt die Nebel, und Froh lässt eine Regenbogenbrücke entstehen, die Wotan und seine Familie in ihre neue Festung Walhall bringen soll. Weiter unten betrauern die Rheintöchter den Verlust ihres Goldes.

Das Rheingold war die letzte von vier Opern, die Wagner für seinen Opernzyklus Der Ring des Nibelungen komponierte.

Er hatte 1848 mit der Komposition der Oper Siegfrieds Tod begonnen, aber langsam bemerkt, dass er, um vom Fall des Helden erzählen zu können, zuerst seine Jugend erklären musste: das Geheimnis, das seine Empfängnis umgab, wie die Walküre Brünnhilde dafür bestraft wurde, dass sie seine Eltern gegen den Wunsch des Gottes Wotan gerettet hatte, und schließlich, wie der Ring erschaffen wurde und den Zusammenbruch der alten Welt herbeiführte.

Wagner brauchte mehr als 25 Jahre, um den Zyklus zu vollenden. Der Ring wurde 1876 im Bayreuther Festspielhaus, das er selbst gegründet hatte, uraufgeführt. In seiner endgültigen Form sollte der Ring über drei Tage aufgeführt werden, mit dem Rheingold als Prolog zur Walküre des ersten Tages. Am zweiten Tag soll sie von Siegfried gefolgt werden, und am dritten und letzten Tag schließt die Götterdämmerung, die zuvor Siegfrieds Tod genannt worden war.

Das Rheingold hat eine Sonderrolle im Ringzyklus. Es hat nur einen Akt und war dazu angelegt, ohne Unterbrechung gespielt zu werden, was es mit ungefähr 2 Stunden und 30 Minuten zur „kompaktesten“ der vier Ring-Opern macht. Aber noch wichtiger: Das Rheingold ist, was seine musikalischen Details betrifft, die innovativste der vier Opern.

Die erste Innovation ist die Rolle und Nutzung der Leitmotive. Während im Rest des Rings musikalische Motive Personen oder Handlungen repräsentieren, drücken sie im Rheingold grundsätzlich die zwei entgegengesetzten Ideale von Liebe (und Natur) und Macht aus, die zwei Achsen, entlang derer sich der ganze Zyklus entwickelt.

Die zweite Innovation liegt in der Orchestrierung. Das Orchester hat mehr Instrumente, insbesondere die Blechbläser-Abteilung: Wagner-Tuba, Basstrompete und Kontrabassposaune. Daher hat es mehr Kraft und kann dichtere Klanggewebe bilden.

Die letzte und bei weitem wichtigste Innovation ist, wie die Musik komponiert wurde. Mit dem Rheingold setzte eine drastische Verschiebung von klassischer Musikkomposition hin zu frei geformten, sich schnell verändernden harmonischen Strukturen, die eine Art endlose Melodie bilden. Das wird im Vorspiel sofort ersichtlich, in dem Wagner dem Publikum einen Eindruck von der Erschaffung des Universums vermittelt. Die Musik beginnt mit einer lang gehaltenen Note (Es), am tiefsten Ende des Spektrums von den Kontrabässen gespielt, denen sich bald die kaum hörbaren Fagotte anschließen. Mehr als vier Minuten lang ist das die zentrale Note, die gespielt wird. Zu Beginn noch ganz langsam beginnen sich andere Instrumente in welligen oder aufsteigenden melodischen Strukturen aus den Tiefen des Flusses zu erheben: das Natur- und das Rheinthema werden uns vorgestellt.

Diese Themen kommen im gesamten Vier-Opern-Zyklus immer wieder vor. Das Tempo der Musik steigt, sie wird lauter und lauter, wir fühlen die Strömung des Flusses in all seiner Macht, die Wellen gestaltet durch das Mittel des Arpeggios. Vier Minuten Musik sind bereits verklungen, aber die Tonalität hat sich noch nicht verschoben. Erst der Auftritt der Rheinstöchter verschiebt den musikalischen Fokus an eine andere Stelle.