In Süditalien, wo die Leidenschaften hochkochen, geraten wir mitten in blutige Ereignisse. In Pagliacci tötet Canio seine attraktive junge Frau Nedda und ihren Liebhaber während einer Aufführung auf der Bühne. In Cavalleria rusticana kommt die frivole Lola wieder mit ihrem ehemaligen Liebhaber zusammen, der nach sizilianischem Recht zum Tod verurteilt wird. Als der Ehrenkodex dieser patriarchalischen Gesellschaft durch Verrat, Eifersucht, Provokation und tödlichen Hass erschüttert wird, ist die Tragödie unvermeidlich.
1888 schrieb der Musikverleger Edoardo Sonzogno einen Wettbewerb für junge italienische Komponisten aus, die einen Opern-Einakter schreiben sollten. Das inspirierte den 25-jährigen Pietro Mascagni zur Komposition von Cavalleria rusticana. Mascagnis Frau ignorierte die Zweifel ihres Mannes und reichte die Partitur ohne sein Wissen ein, was ihr hoch anzurechnen ist. Die Uraufführung 1890 in Rom war eine echte Sensation, und die Verismo-Oper, die gewöhnliche Menschen der damaligen Zeit darstellte, sollte Mascagnis größter Erfolg bleiben. Ruggero Leoncavallo beschloss, diesem Beispiel zu folgen und komponierte mit Pagliacci seine allererste Oper im Verismo-Stil. Das 1892 in Mailand uraufgeführte Stück stieß ebenfalls auf begeisterte Resonanz. Seitdem die beiden Opern 1893 erstmals als Doppelabend aufgeführt wurden, sind sie untrennbare Zwillinge der Opernwelt. Die Inszenierung des Opera Orchestra National Montpellier unter der Regie von Silvia Paoli und unter der Leitung von Yoel Gamzou möchte diesem Opernduo die zeitgenössische Unmittelbarkeit verleihen, die das Publikum der Uraufführung beeindruckt haben muss. So bildet ein schlichtes Beton-Amphitheater aus einem modernen italienischen Vorort die Kulisse für einige der berühmtesten und bewegendsten Arien der Opernliteratur.
BESETZUNG
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Orchester
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Orchestre national Montpellier Occitanie
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Chor
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Chœur Opéra national Montpellier Occitanie
Chœur Opéra de Dijon
Chœur Opéra Junior
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Regie
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Silvia Paoli
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Musikalische Leitung
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Yoel Gamzou
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Bühne
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Emanuele Sinisi
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Kostüme
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Agnese Rabatti
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Licht
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Fiammetta Baldisseri
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Choreografie
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Emanuele Rosa
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Chorleitung
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Noëlle Gény
Anass Ismat
Albert Alcaraz
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Cavalleria rusticana
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Santuzza
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Marie-Andrée Bouchard-Lesieur
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Turiddu
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Azer Zada
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Lucia
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Julie Pasturaud
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Alfio
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Tomasz Kumięga
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Lola
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Reut Ventorero
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Alte Dame
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Giuseppina Merli
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Musik
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Pietro Mascagni
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Text
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Giovanni Targioni-Tozzetti
Guido Menasci
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Pagliacci
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Canio
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Azer Zada
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Tonio
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Tomasz Kumięga
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Nedda
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Galina Cheplakova
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Beppe
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Maciej Kwaśnikowski
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Silvio
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Leon Kim
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Bauern
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Laurent Sérou
Sung Eun Myung
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Tänzer:innen
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Laura Bourguet
Richard Deshogues
Hemma Fiant
Régis Kiefer
Armando Rossi
Étienne Sarti
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Musik
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Ruggero Leoncavallo
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Text
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Ruggero Leoncavallo
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