Staatsoper Hannover

Der Vampyr

Marschner
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Gesungen auf
Deutsch
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Englisch
Deutsch

Die in den schottischen Highlands versammelten Geister gewähren dem Vampir, Lord Ruthwen, ein weiteres Lebensjahr unter der Bedingung, dass er innerhalb von 24 Stunden drei junge Frauen opfert. Der junge Aubry weiß zwar, dass Ruthwen ein Vampir ist, aber er ist zur Verschwiegenheit verpflichtet. Als die Geliebte des jungen Mannes, Malwina, das nächste Opfer des Vampirs werden soll, muss sich Aubry entscheiden, ob er seine Braut retten oder seinem Schwur treu bleiben will.

Der Vampyr stammt von einer prägenden Figur des hannoverschen Musiklebens: Der Komponist Heinrich Marschner leitete ab 1831 als königlich-hannoverscher Kapellmeister und Intendant fast drei Jahrzehnte lang den Vorläufer der Staatsoper. Marschner bearbeitete John Polidoris Novelle „The Vampyre“, die dem britischen Dandy und Schriftsteller Lord Byron nachempfunden war. Unsere Faszination für den blutsaugenden Außenseiter ist auch zwei Jahrhunderte später noch ungebrochen. Der brillante deutsche Regisseur Ersan Mondtag und sein Team erkunden das gesellschaftliche Außenseitertum und den Fluch der Unsterblichkeit.

Besetzung

Sir Humphrey, Laird van Davenaut
Shavleg Armasi
Malwina
Mercedes Arcuri
Edgar Aubry
Norman Reinhardt
Lord Ruthven
Michael Kupfer-Radecky
Sir Berkley
Daniel Eggert
Janthe
Petra Radulovic
George Dibdin
Philipp Kapeller
Emmy
Nikki Treurniet
James Gadshill
Pawel Brozek
Richard Scrop
Peter O'Reilly
Robert Green
Darwin Prakash / Gagik Vardanyan
Toms Blunt
Markus Suihkonen
Suse
Weronika Rabek
Astarte / Vampyrmeisterin
Oana Solomon
Vampyr/Lord Byron
Benny Claessens
Ahasver
Jonas Grundner-Culemann
Chor
Chor der Staatsoper Hannover
Orchester
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
...
Musik
Heinrich Marschner
Text
Wilhelm August Wohlbrück
Musikalische Leitung
Stephan Zilias
Inszenierung
Ersan Mondtag
Bühne
Ersan Mondtag
Licht
Sascha Zauner
Kostüme
Josa Marx
Chorleitung
Lorenzo Da Rio
Künstlerische Zusammenarbeit
Simon Lesemann
...

Video

Hinter den Kulissen

Stephan Zilias (Dirigent)

Der Vampyr stammt von einer prägenden Figur des hannoverschen Musiklebens: Der Komponist Heinrich Marschner leitete ab 1831 als königlich-hannoverscher Kapellmeister und Intendant fast drei Jahrzehnte lang den Vorläufer der Staatsoper.

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Hinter den Kulissen

Radecky (Bariton)

Bariton Michael Kupfer-Radecky ist Lord Ruthven in der neuen Inszenierung von Der Vampyr an der Staatsoper Hannover.

Der Vampyr stammt von einer prägenden Figur des hannoverschen Musiklebens: Der Komponist Heinrich Marschner leitete ab 1831 als königlich-hannoverscher Kapellmeister und Intendant fast drei Jahrzehnte lang den Vorläufer der Staatsoper. Marschner bearbeitete John Polidoris Novelle „The Vampyre“, die dem britischen Dandy und Schriftsteller Lord Byron nachempfunden war. Unsere Faszination für den blutsaugenden Außenseiter ist auch zwei Jahrhunderte später noch ungebrochen. Der brillante deutsche Regisseur Ersan Mondtag und sein Team erkunden das gesellschaftliche Außenseitertum und den Fluch der Unsterblichkeit.

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Handlung

1. Akt

Der Vampyr Lord Ruthwen schwört der Vampyrmeisterin, ihren Auftrag zu erfüllen und binnen 24 Stunden drei junge Frauen zu opfern, um ein weiteres Jahr leben zu dürfen. Ruthwen stellt sich die Schönheit seiner Opfer vor, und malt sich aus, wie er ihnen das Leben aussaugt.

Die babylonische Liebesgöttin Astarte und Ahasver, der ewige Jude, der seit Jahrhunderten unerlöst durch die Zeiten irrt, treffen aufeinander. Ahasver ist erstaunt über die Geisterwesen, und Astarte beschreibt die Welt der Verstoßenen, der Dämonen und Vampire. Ruthwen ist der berühmteste Vertreter dieser Art und ein Wiedergänger des britischen Schriftstellers und Vorbild des Vampirmythos, Lord Byron.

Lord Ruthwen gelingt es, als erstes Opfer Janthe, die Tochter des Kardinal Berkley zu verführen. Als Berkley Janthe sucht, hört er nur noch ihre Todesschreie und findet ihre Leiche in der Vampyrhöhle vor. Er sticht auf Ruthwen ein, der im Handgemenge verwundet zurückbleibt.

Astarte beteuert Ahasver, dass der christliche Kardinal Berkley keinesfalls ein Vampyr ist, wenngleich geistliche Würdenträger selbst Unschuldige opfern.

Edgar Aubrey findet den verletzten Ruthwen vor. Als Ruthwen darum bittet, dass er zur Heilung seiner Wunde in die Strahlen des Mondes gelegt wird, erkennt Aubrey in ihm einen Vampyr. Ruthwen zwingt den entsetzten Aubrey, zu schwören, dass er seine Identität als Vampyr niemandem preisgeben dürfe. Aubrey leistet den Schwur, zumal er in Lord Ruthwens Schuld steht, der ihm einst selbst das Leben gerettet hatte.

Lord Byron betrachtet seine Kreatur Ruthwen, für die er ein düsteres Gedicht geschrieben hat.

Malwina erwartet an ihrem Geburtstag gespannt ihren Geliebten Edgar Aubrey, der von einer Reise zurückgekommen ist. Sie will ihrem Vater, dem Ölmagnaten Lord Davenaut, seinen geschätzten Mitarbeiter Edgar Aubrey als ihren Verlobten vorstellen.

Davenaut bekräftigt, dass Malwina bald eine glückliche Braut sein werde, da er den wohlhabenden Earl von Marsden als ihren Ehemann ausgewählt habe.

Malwina weigert sich, den Earl von Marsden zu heiraten. Aubrey beteuert Davenaut gegenüber, Malwina selbst zu lieben und heiraten zu wollen. Der aufgrund des Ungehorsams wütende Davenaut beharrt auf einer Hochzeit Malwinas mit Marsden, dem er bereits sein Wort gegeben hat.

Als Malwinas zukünftiger Ehemann erscheint, erkennt Aubrey in dem Earl von Marsden den Vampyr Lord Ruthwen, doch er kann dessen Identität nicht aufdecken, da ihn sein Schwur bindet. Davenaut lädt zur Hochzeitsfeier, und Malwina und Aubrey bleiben zwischen Verzweiflung und Hoffnung zurück.

2. Akt

Vor dem Schloß wird wild getrunken und gefeiert.

Ahasver ist angewidert, da er weiß, wie schnell der Rausch in Hass und Gewalt gegen Andersdenkende umschlagen kann. Astarte und Lord Byron sprechen über Liebe und Krieg. Astarte wirft Byron seine skandalöse Vergangenheit als treuloser und verführerischer Dandy und Literat vor.

Emmy wartet auf ihren Bräutigam George. Sie hat erfahren, dass Janthe am Tag ihrer Hochzeit wohl von einem Vampyr getötet worden war, und singt eine melancholische Ballade über einen Vampyr.

Ruthwen tritt in seiner Identität als reicher Earl von Marsden auf und schenkt Emmy als Hochzeitsgeschenk einen wertvollen Ring. Ihr Bräutigam George rast vor Eifersucht, als er bemerkt, dass Emmy dem verführerischen Earl verfallen ist.

Ruthwen fragt Astarte beim Anblick von Aubrey, auf wessen Seite sie nun stünde.

Astarte beteuert, dass sie als Schutzengel der Hölle stets auf der Seite der Außenseiter, der Verfluchten und Gedemütigten stehen würde. Die so genannten „Anständigen“ würden Außenseiter und Entrechtete voller Hochmut zu

Monstern erklären – ihnen, darunter Aubrey, würde sie niemals Unterstützung leisten.

Aubrey stellt Ruthwen zur Rede und fordert ihn auf, Malwina und seine Beziehung zu ihr nicht zu zerstören. Ruthwen droht Aubrey mit fürchterlichen Gewissensqualen, falls er Ruthwens Vampirexistenz aufdecken und damit einen Meineid leisten sollte. Aubrey fürchtet um Malwinas Leben und erkennt, dass seine Lage ausweglos ist. Er warnt den eifersüchtigen George, Emmy von Marsden fernzuhalten, die Ruthwens Verführungsversuchen widerstandslos nachgibt.

Die vier Trinker James Gadshill, Richard Scrop, Robert Green und Toms Blunt feiern und toben zum Leidwesen von Suse Blunt, Toms’ Frau. Suse Blunt zettelt mit dem Volk eine Revolution an, Schüsse fallen und George tritt mit Emmys Leiche im Arm herein. Es formiert sich ein Leichenzug, um die Tote zu bestatten. Malwina und Aubrey wissen nicht, wie sie Malwinas anstehende Hochzeit mit Marsden verhindern können.

Aubrey stört die Hochzeitsfeier und warnt Davenaut, seine Tochter dem Earl von Marsden zu geben. Malwina bittet um einen Tag Aufschub, um Zeit zu gewinnen, doch Ruthwen besteht auf einer sofortigen Hochzeit. In dem Moment, in dem Aubrey es wagt, Ruthwen öffentlich als Vampyr zu bezeichnen, schlägt die Uhr Eins und Lord Ruthwens Frist von 24 Stunden ist überschritten. Er fällt zurück unter die Macht der Vampyrmeisterin und stürzt vernichtet zu Boden. Die Hochzeitsgäste, Davenaut, Malwina und Aubrey feiern die Bestrafung Ruthwens und freuen sich auf eine glückliche Zukunft.

Ahasver und Ruthwen bleiben zurück im Kreislauf der unerlösten Unsterblichkeit.