
Niemand will mit der schrulligen und ein wenig frechen Katja auf dem Fest tanzen. Verärgert verkündet sie, dass sie mit dem Teufel tanzen werde. Als dieser dann in Gestalt des schneidigen Marbuel auftaucht, wird sie schnurstracks die Hölle hinabgezogen. Wird es Katja mit Hilfe des cleveren Hirten Jirka zurück auf die Erde schaffen? Vielleicht wäre der Teufel sogar erleichtert, seine geschwätzige und temperamentvolle Besucherin nicht mehr ertragen zu müssen?
Dvořák schrieb Katja und der Teufel (Čert a Káča, auch bekannt als Die Teufelskäthe) kurz vor Rusalka. Damit befand er sich auf dem Höhepunkt seines Könnens als Orchesterkomponist und in einer Zeit, in der er sich intensiv mit märchenhaften und mythologischen Themen beschäftigte. Die Oper bietet eine Menge reiner Instrumentalmusik, die zum Teil durch die Handlung motiviert ist, wie die Tänze in der Kneipenszene im 1. Akt und in der Hölle. Sie bietet auch überraschend lange Vorspiele zu den Szenen, einschließlich eines eindrucksvollen Abstiegs in eine Nibelheim-ähnliche Hölle zu Beginn des 2. Aktes. Es ist eine der wenigen tschechischen Opern, in denen die Liebe völlig fehlt: Katja erklärt am Ende des 3. Aktes, dass sie sich nun, für die Abschreckung des Teufels reich belohnt, jeden Bräutigam leisten kann, der ihr gefällt. Katja und der Teufel ist eine von Dvořáks beliebtesten Opern in seiner Heimat und basiert auf einem Märchen von Božena Němcová. Die meisten tschechischen Teufel sind komisch inkompetent: ganz besonders Marbuel, der von einer der durchsetzungsfähigsten aller starken Frauen in der tschechischen Oper besiegt wird. Diese fröhliche Geschichte voller Tempo und Humor wird von der jungen Regisseurin Zuzana Fischer inszeniert, die auf wunderbare Weise traditionelle Märchen und zeitgenössische Welten miteinander verbindet. Es ist die erste Übertragung von OperaVision aus der Slowakei, in der neuen Spielstätte des Nationaltheaters in Bratislava.
BESETZUNG
Katja | Katarína Hano Flórová |
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Mutter von Katja | Jitka Sapara Fischerová |
Jirka, ein Hirte | Peter Račko |
Der Teufel Marbuel | Michal Onufer |
Die Fürstin | Jolana Fogašová |
Luzifer | Peter Mikuláš |
Kammerfrau | Andrea Vizvári |
Pförtner-Teufel | Martin Morháč |
Wächter-Teufel | Vladimir Streltsov |
Musikant | Jiří Zouhar |
Hofmarschall | Vladimir Streltsov |
Verwalter | Emil Leeger |
Orchester | Orchester der Oper des SND |
Chor | Chor der Oper des SND |
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Musik | Antonín Dvořák |
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Text | Adolf Wenig |
Musikalische Leitung | Jaroslav Kyzlink |
Regie | Zuzana Fischer |
Bühnenbild und Kostüme | David Janošek |
Licht | Daniel Tesař Jan Tranta |
Choreografie | Tereza Kmotorková Zuzana Lisoňová |
Chorleitung | Zuzana Kadlčíková |
Dramaturgie | Jozef Červenka |
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HANDLUNG
I. Akt
In einer Gastwirtschaft. Die Oper beginnt an einem Sommerabend auf der Terrasse eines Gasthauses auf dem Land. Es ist Kirchweih, die Musik spielt munter zum Tanz. Dem leicht angetrunkenen Schäfer Jirka ist so gar nicht danach, von der Feier zur Arbeit beim verhassten Verwalter des Fürstenhofs zu gehen. Er singt ein Lied von drei verlorenen Schäfchen. Ruckartig läuft er vor Katja davon, die ein loses Mundwerk hat und zusammen mit ihrer Mutter zum Tanz kommt. Da sie niemand zum Tanz auffordert, erklärt Katja erbost, dass sie sogar mit dem Teufel tanzen würde. Kurz darauf erscheint ein eleganter Jäger – der verkleidete Teufel Marbuel. Er fragt die Dorfbewohner:innen, wie es ihnen ergeht und ob sie mit der Obrigkeit zufrieden sind. Mit Freude erfährt er, dass die Fürstin zusammen mit ihrem Verwalter ihren Untergebenen das Leben äußerst schwer macht: „Möge sie der Teufel holen!“ Marbuel kommt zu Katja und fordert sie zum Tanz auf. Beide schwingen im wilden Tanz und Marbuel versucht, sie zu überreden, mit ihm zu gehen. Unterdessen ist Jirka zurückgekommen – der Verwalter wollte ihn züchtigen, woraufhin sich Jirka gewehrt hat und von der Arbeit davongejagt wurde. Marbuel lädt Katja in seine Wohnung in den roten Palast ein. Sie ist einverstanden und unter Blitz und Donner verschwinden beide durch ein Loch im Boden in der Hölle. Der über das Schicksal ihrer Tochter weinenden Mutter verspricht Jirka, Katja zurückzuholen. Er verschwindet in der Unterwelt.
II. Akt
In der Hölle. In einem großen schwarzen Saal trinken die Teufel; sie spielen Karten und loben das unheilbringende Gold und die Spielsucht, die die menschlichen Herzen verführen. Luzifer erscheint. Erbost über die lautstarke Höllenbande ordnet er dem Pförtner-Teufel an, Marbuel sofort zu ihm zu schicken, wenn dieser von der Oberwelt zurückkehrt. Wenig später taumelt Marbuel herein – jedoch nicht mit der Fürstin und ihrem Verwalter, die er hätte holen sollen. Er trägt Katja, die sich an ihm festhält, ihn schlägt und anschreit, dass er sie betrogen habe. Der verzweifelte Teufel bittet Luzifer, ihn von der Last zu befreien. Aber nicht einmal der mächtige Höllenfürst kann Katja bändigen – bis der mutige Jirka erscheint. Jirka rät Luzifer, Katja mit goldenen Ketten wegzulocken. Der nun befreite Marbuel, der die ihm aufgetragene Aufgabe nicht erfüllt hat, muss zur Strafe Katja zurück in die Oberwelt bringen. Er bittet Jirka um Hilfe und verspricht ihm im Gegenzug eine reiche Belohnung: Bei Neumond werde Marbuel vortäuschen, den Verwalter zu holen, dem Luzifer eine Frist zur Besserung gewährt habe. Jirka soll vortäuschen, den Verwalter vor der Hölle gerettet zu haben, und dafür soll er von diesem einen Sack Gold verlangen. Um Mitternacht werde dann Marbuel kommen, um die Fürstin in die Hölle zu holen – dieser dürfe Jirka jedoch nicht helfen, denn das könnte ihn das Leben kosten. Der Schäfer ist einverstanden. Die Teufel feiern und tanzen wild herum. Jirka packt Katja und gemeinsam tanzen sie aus dem Höllentor.
III. Akt
Im prunkvollen Schlosssaal tut die Fürstin Buße und bereut ihr ausschweifendes Leben: Sie hat begriffen, dass sie für ihre Sünden in die Hölle kommt und wartet nur mit Schrecken darauf, dass sie um Mitternacht der Teufel holt. Ihre Kammerzofe versucht sie zu besänftigen: Jirka werde sie sicher vor der Hölle retten, es sei ihm schließlich auch gelungen, dem Verwalter zu helfen. Die Fürstin hat Angst, hat sie doch bereits am Morgen nach dem Schäfer geschickt, der – die Sonne ist bereits untergegangen – jedoch immer noch nicht gekommen ist. Schließlich erscheint Jirka, der zur Überraschung der grausamen Herrscherin, die so viel Böses auf dem Gewissen hat, die Hilfe ausschlägt. Erst als ihm die Fürstin verspricht, den Frondienst abzuschaffen, beginnt Jirka mit den Vorbereitungen für den Empfang des Teufels. Gemeinsam mit Katja versteckt er sich im Nebenzimmer. Marbuel erscheint, den Jirka wiederum vor Katja warnt, die sich auch im Schloss befindet und sich dafür an ihm rächen will, dass Marbuel sie belogen habe: Denn wie das mit Geschenken aus der Hölle so ist, haben sich die goldenen Ketten in trockenes Laub verwandelt. In diesem Moment gibt sich Katja zu erkennen und der entsetzte Marbuel flieht durchs Fenster. Die Fürstin ist gerettet und in der Bemühung, sich zu bessern, ernennt sie Jirka zum Ersten Minister. Katja bekommt das schönste Haus in der Stadt und so viel Geld, dass sie sich selbst einen Bräutigam aussuchen kann. Die Geschichte ist gut ausgegangen und die freien Dorfbewohner feiern die Fürstin und ihren neuen Minister.
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