Le Corsaire
Der leidenschaftliche Pirat Conrad rettet die Sklavin Medora; um an ihrer Seite zu sein, kämpft er gegen Widersacher, Verrat und einen korrupten Pascha. Mit seiner Piratenbande entführt er Medora von einem Sklavenmarkt und hinein in eine geheime Grotte – aber können die Liebenden am Schluss der Gefahr entrinnen und zusammen Freiheit finden?
Trotz über 40 Opern, die Adolphe Adam schrieb, bleiben die Ballette Giselle und Le Corsaire (Der Korsar) seine bekanntesten Kompositionen. Das lose auf Lord Byrons gleichnamigem Gedicht von 1814 basierende Ballett Le Corsaire ist ein echtes atemberaubendes Abenteuer. Zum ersten Mal überträgt OperaVision eine Produktion aus Tallinn, wo das Estnische Nationalballett eine Choreografie von José Martinez präsentiert. Der Ballettdirektor der Pariser Oper erzählt: „Für mich war es ein Ballett, das ich selber nie getanzt habe. Es war spannend, keine neue Version eines klassischen Balletts zu kreieren, sondern etwas, das die Tradition ehrt. Ich wollte Le Corsaire etwas einzigartiges geben und gleichzeitig die üppige Schönheit all dieser berühmten Momente beibehalten – wie den magischen Garten oder den großen Pas de deux, den pas d’esclaves. All diese ikonischen Teile stelle ich in den Mittelpunkt des Balletts, und da herum baute ich meine Geschichte.“
BESETZUNG
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Conrad
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Joel Calstar-Fisher
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Medora
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Ami Morita
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Lankendem
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Ali Urata
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Gulnare
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Marta Navasardyan
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Ali
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Yuki Nonaka
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Birbanto
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Nikos Gkentsef
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Birbantos Freundin
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Marjana Fazullina
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Said Pascha
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William Newton
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Eunuch
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João Xavier
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Odalisken
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Marjana Fazullina
Nanae Maruyama
Phillipa McCann
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Soli Magischer Garten
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Kim Jana Hügi
Alice Pelizza
Ellinor Piirmäe
Polina Sosimova
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Piraten, Sklaven, Kaufleute, Wachen, Diener, Haremsfrauen
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Estnisches Nationalballett
Statisterie, Studierende der Schule für Musik und Ballett Tallinn
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Orchester
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Orchester der Estnischen Nationaloper
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Musik
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Adolphe Adam
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Choreografie
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José Carlos Martinez
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Musikalische Leitung
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Lauri Sirp
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Bühne und Kostüme
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Iñaki Cobos
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Licht
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Rasmus Rembel
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Video
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Taavi Varm
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Videos
EINBLICKE
Gedanken von Choreograf und Regisseur José Carlos Martinez
Le Corsaire kam erstmals 1856 in Paris auf die Bühne, damals in einer Choreografie von Joseph Mazilier zu der Musik von Adolphe-Charles Adam. Doch nur wenige Jahre später verschwand das Ballett aus dem Repertoire der Pariser Oper. Als junger Tänzer in der Kompanie hatte ich die Möglichkeit, in einem Gastauftritt des Kirow-Balletts die Fassung von Marius Petipa zu erleben. Ich erinnere mich an viele schöne Momente wie das Duett von Gulnara und Lankendem, die Szene im magischen Garten oder der Pas de trois – doch gleichzeitig war es ein sehr langes Ballett mit einer schwer verständlichen Dramaturgie, zu kompliziert waren die vielen Figuren und die verschiedenen, überlappenden Erzählungsstränge. Das originale Libretto von 1855 stammt von Jules-Henri Vernoy de Saint-Georges und basiert auf Motiven aus dem Gedicht The Corsair (1814) von Lord George Gordon Byron.
Als ich 2020 mich dazu entschied, an meiner eigenen Fassung zu arbeiten, war ich inspiriert von Lord Byrons Gedicht und respektvoll gegenüber der Tradition, aber gleichzeitig fühlte ich die Notwendigkeit, eine „reine” Version des zweiaktigen Balletts im Sinne von Märchen wie Giselle oder Der Nussknacker zu machen. Ich strebe außerdem eine vereinfachte Dramaturgie an, die sich um die Hauptfiguren Medora und Conrad und deren Liebesgeschichte entfaltet.
Alle weiteren Figuren – Ali, Birbanto, Gulnara, Lankendem – dienen dem Verständnis der Haupthandlung: Kapitän Conrad, der von der Gesellschaft verstoßen und zur Piraterie gezwungen wird. Sein Schicksal wendet sich jedoch schnell: Ein schönes Mädchen, Medora, das in Said Paschas Harem gefangen gehalten wird und in das sich Conrad verliebt, stellt ihn vor eine neue Herausforderung. Der Kapitän und seine Gefährten schmieden einen Plan, den Harem anzugreifen. Der mutige Mann begibt sich auf ein aufregendes Abenteuer, um seine Geliebte zu befreien und ihr Herz zu gewinnen.
Die originale Musik stammt von Adolphe Adam und einigen anderen Komponisten wie Cesare Pugni, Léo Delibes und Riccardo Drigo. Gemeinsam mit Maestro Alexei Baklan suchten wir die musikalischen Teile aus, die am besten meiner neuen Dramaturgie entsprechen. Um den Fokus mehr auf die Liebesgeschichte zu legen, entschieden wir, zusätzliche Musik von Léo Delibes hinzuzufügen.
Hinsichtlich der Choreografie behielt ich einige traditionelle Teile des Balletts bei – selbstverständlich den Pas de trois von Medora, Conrad und dem Sklaven Ali, eine der berühmtesten und am meisten aufgeführten Nummern des klassischen Balletts (häufig als Pas de deux). Besondere Popularität erhielt diese Nummer, als sie von den großartigen Tänzer:innen Margot Fonteyn und Rudolf Nurejew getanzt wurde. Das Publikum wird auch einige andere traditionelle Szenen des Balletts wiedererkennen: Pas d'esclave und Le jardin animé. Für mich sind diese ikonografische Momente von Petipa, wo Tänzer:innen ihre Technik zeigen können. Und um diese herum baute ich meine Geschichte, die Pantomime-Szenen versuchte ich miteinander zu verbinden, um der Handlung einen neuen Rhythmus zu geben. Ein essentielles Element für mich ist, dass all diese „Virtuositätsmomente” komplett in die Dramaturgie integriert und Teil der Handlung sind. Andere Teile des Ballett wie der „Sklaventanz”, die Basarszene, das „Odaliskentrio”, der „Piratentanz” (in der Höhle) wiederum sind ganz neu.
Ich bemühte mich um fließende Bewegungen, insbesondere in den Armen. Wir können heute ein klassisches Ballett nicht genau so tanzen wie in der Vergangenheit. Alle Erfahrungen, die wir durch das Tanzen verschiedener Stile (zeitgenössisch, neoklassisch) haben, können uns helfen, das klassische Ballett auf etwas natürlichere und geschmeidigere Weise zu behandeln.
Ich habe versucht, dieser „Piraten-Liebesgeschichte” neues Leben einzuhauchen und das Publikum an Bord des Schiffes des Korsaren zu holen – um gemeinsam zu neuen Abenteuern zu segeln.
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