Falstaff
Gran Teatre del Liceu

Falstaff

Verdi
Verfügbar in
Streamed am Streamed bis Aufnahme vom
Gesungen auf
Italienisch
Untertitel auf
Italienisch
Spanisch
Englisch

Alt und pleite hat der berüchtigte Falstaff noch einen letzten Plan im Sinn, um seine Schulden loszuwerden – und gleichzeitig wirft er ein Auge auf zwei wohlhabende, verheiratete Frauen. Doch die lustigen Weiber von Windsor durchschauen sein Vorhaben schnell und machen sich bereit, ihm eine Lektion zu erteilen, die er nie vergessen wird.

Verdi war bereits in seinen Achtzigern und blickte auf eine erfolgreiche Karriere zurück, als er seine 26. und letzte Oper Falstaff schrieb. Laurent Pelly – dessen Verkaufte Braut kürzlich das OperaVision-Publikum verzauberte – verbindet Humor mit Melancholie und kehrt mit einer raffinierten Inszenierung zurück, die im 20. Jahrhundert spielt. Der gefeierte Bariton Luca Salsi wird die Rolle des Falstaff übernehmen, jenes Ritters im Herbst seines Lebens, der von einem Trio intelligenter Frauen fröhlich gepiesackt wird, unterstützt von einer brillanten Besetzung, darunter Roberta Mantega (Alice), Daniela Barcellona (Mrs. Quickly), Serena Sáenz (Nanetta), Santiago Ballerini (Fenton) und Lucas Meachem (Ford). Verdis visionäre Partitur liegt in den Händen von Josep Pons, der sich nach zwölf Jahren als Chefdirigent vom Publikum des Gran Teatre del Liceu verabschiedet.

BESETZUNG

Sir John Falstaff
Luca Salsi
Ford
Igor Golovatenko
Fenton
Santiago Ballerini
Doktor Cajus
Josep Fadó
Bardolfo
Pablo García-López
Pistola
Alessio Cacciamani
Mrs. Alice Ford
Roberta Mantegna
Nannetta
Serena Sáenz
Mrs. Quickly
Daniela Bercellona
Mrs. Meg Page
Gemma Coma-Alabert
Chor
Chor des Gran Teatre del Liceu
Orchester
Sinfonieorchester des Gran Teatre del Liceu
...
Musik
Giuseppe Verdi
Text
Arrigo Boito
Musikalische Leitung
Josep Pons
Regie
Laurent Pelly
Bühne
Barbara de Limburg
Kostüme
Laurent Pelly
Kostümbildassistenz
Jean-Jacques Delmotte
Licht
Joël Adam
Regie (Wiederaufnahme)
Benoît De Leersnyder
Regieassistenz
Iñigo Santacana
Marc Busquets
Chorleitung
Pablo Assante
...

HANDLUNG

I. Akt

In einem Gasthaus wirft Dr. Cajus Sir John Falstaff und seinen beiden Gefährten, Bardolfo und Pistola, vor, ihm in der vergangenen Nacht verschiedene Streiche gespielt zu haben. Während Falstaff seine Verantwortung für diese Vorfälle einräumt, bestreiten Bardolfo und Pistola, dass sie den betrunkenen Dämmerzustand des Doktors ausgenutzt hätten, um ihn auszurauben. Als er wütend hinausstürmt, schwört Dr. Cajus, dass er sich wenn, dann „nur in Gesellschaft ehrbarer, nüchterner, frommer und wohlerzogener Menschen“ betrinken werde. Nachdem sich die Lage wieder beruhigt hat, offenbart Falstaff seinen Plan, seine leeren Kassen zu füllen. Er will Liebesbriefe an zwei wohlhabende und verheiratete Bürgerinnen schicken – Mrs. Alice Ford und Mrs. Meg Page –, in der Hoffnung, beide zu verführen. Er glaubt, dass die Damen seinen dicken Bauch lieben, und beauftragt Bardolfo und Pistola, die Briefe zu überbringen. Beide Boten lehnen den Auftrag jedoch ab und behaupten, ihre Ehre stehe auf dem Spiel. Falstaff gerät in Wut und vertraut die Briefe seinem Pagen an. Er jagt Bardolfo und Pistola fort und sinniert über die Bedeutung von „Ehre“: „Was ist das denn? Ein Wort. Was steckt in diesem Wort? Luft.“

Im Haus der Fords bekommen Alice und ihre Tochter Nannetta Besuch von Meg und Mrs. Quickly. Alice und Meg haben jeweils einen Liebesbrief von Falstaff erhalten. Abgesehen von ihren Namen und Adressen sind die Briefe identisch. Die vier Frauen beschließen, Falstaff eine Lektion zu erteilen. Bardolfo, Pistola und Dr. Cajus warnen Mr. Ford, dass Falstaff plant, seine Frau Alice zu verführen. Die vier Frauen kehren zurück, zusammen mit Fenton, einem jungen Mann, der der Familie Ford nahesteht. Fenton ist in Nannetta verliebt und glaubt, dass diese Gefühle auf Gegenseitigkeit beruhen. Es gibt also zwei Gruppen, die Falstaff eines Besseren belehren wollen. Die Frauen vereinbaren, dass Mrs. Quickly Sir John vorgaukeln soll, Alice und Meg seien bis über beide Ohren in ihn verliebt und wollten ihn treffen. Sie versprechen, ihn in die Falle zu locken, falls er zu dem romantischen Rendezvous erscheint. Unter den Männern beschließt Ford, Falstaff unter falscher Identität zu besuchen. Er schwört, ihn zu entlarven. Während die älteren Figuren sich über ihre Intrigen freuen, nutzen Nannetta und Fenton die Gelegenheit, um sich heimlich zu küssen.

II. Akt

Falstaff erhält Besuch von Mrs. Quickly, die ihm erzählt, dass Alice in ihn verliebt ist und ihn gerne bei sich zu Hause empfangen möchte. Er kann jedoch nur kommen, wenn ihr Mann nicht da ist, nämlich täglich zwischen zwei und drei Uhr. Dann berichtet sie ihm, wenn auch etwas weniger direkt, dass auch Meg seine Einladung angenommen hat. Falstaff freut sich auf sein Rendezvous mit Alice, als ein unbekannter Mann, ein gewisser Maestro Fontana (der verkleidete Ford), um ein Treffen mit ihm bittet. Fontana vertraut Falstaff an, dass er in Alice Ford verliebt sei, sie sich jedoch weigere, auf seine Liebesbriefe zu antworten. Der Besucher bittet Falstaff, im Gegenzug für eine stattliche Belohnung Alice zu verführen und ihre eheliche Treue auf die Probe zu stellen. Falstaff nimmt den Vorschlag begeistert an und erwähnt sogar beiläufig, dass er bereits Schritte in diese Richtung unternommen habe. „In einer halben Stunde wird sie in meinen Armen liegen“, verkündet er triumphierend, bevor er sich für dieses Tête-à-Tête umzieht. Von Eifersucht zerfressen, sorgt sich Ford um die Zukunft seiner Ehe und geht dann mit dem elegant gekleideten Falstaff.

Im Haus der Fords bereiten sich die vier Frauen auf die Umsetzung ihres Plans vor. Nannetta jedoch ist auffallend still: Sie hat gerade erfahren, dass ihr Vater sie mit Dr. Cajus verheiraten will. Dann tritt Falstaff auf, bereit, Alice zu erobern. Während er sich in belanglosen Galanterien verliert, wird das Gespräch von Mrs. Quickly und Meg unterbrochen. In rasender Aufregung warnen sie Alice, dass ihr wütender Ehemann auf dem Weg sei, um den Liebhaber seiner Frau zu entlarven. Die drei Frauen verstecken Falstaff hinter einem Paravent. Ford erscheint an der Spitze einer Gruppe von Männern und weist sie an, sein Haus auf den Kopf zu stellen, um den Liebhaber seiner Frau zu fangen. Die Frauen nutzen das Chaos, um Falstaff in einen Wäschekorb zu stecken, bevor sie ihren Dienern befehlen, dessen Inhalt aus dem Fenster direkt in den Fluss zu werfen. Als Ford Falstaff im Wasser zappeln sieht, durchschaut er die List und lacht mit ihnen.

III. Akt

Ein melancholischer Falstaff sinniert über sein Schicksal als Mann und seine jüngsten Prüfungen und Leiden. Mehr denn je fühlt er sich von der Welt um ihn herum ausgeschlossen. Da kommt Mrs. Quickly mit einer neuen Nachricht von Alice. Sie bedauert die jüngsten Ereignisse zutiefst und lädt zur Wiedergutmachung Falstaff zu einem neuen nächtlichen Rendezvous ein. Sir John lässt sich das nicht zweimal sagen. Er ahnt jedoch nicht, dass dies ein weiterer Trick von Alice, ihrem Mann, ihrer Tochter Nannetta, Meg und Mrs. Quickly ist. Sie alle planen, als Elfen und Feen verkleidet zum Rendezvous zu erscheinen und Falstaff einen ordentlichen Schrecken einzujagen. Bei der Rollenverteilung weist Alice ihrer Tochter die Rolle der Feenkönigin zu. Ford gibt diese wertvolle Information an Dr. Cajus weiter, dem er noch am selben Abend unter Ausnutzung der Verkleidungen die Hand seiner Tochter versprechen will. Mrs. Quickly belauscht ihr Gespräch und beschließt, ihren Plan zu durchkreuzen.

Nachdem Fenton Nannetta eine bezaubernde Serenade gesungen hat, kleiden Alice und Mrs. Quickly den jungen Mann in ein Kostüm, das dem von Dr. Caius gleicht. Die Uhr schlägt Mitternacht: Falstaff erscheint, kurz darauf folgt Alice, an die er leidenschaftliche Worte richtet. Plötzlich ertönt ein Schrei, und Elfen, Feen und andere geheimnisvolle Wesen tauchen auf. Alice rennt davon, während Falstaff versucht, sich zu verstecken, vor allem, um dem Blick der Feenkönigin (die verkleidete Nannetta) zu entgehen. Dann beginnt das Spektakel erst richtig, denn alle wetteifern miteinander, um Falstaff zu quälen, zu erschrecken und zu züchtigen. Nach einer Weile erkennt Falstaff Bardolfo unter seinen Angreifern und begreift, was vor sich geht. Ford schlägt vor, den Abend mit der Hochzeit der Feenkönigin zu beenden. Er weiß jedoch nicht, dass Fenton den Platz von Dr. Cajus eingenommen hat. Nach dem Hochzeitssegen lassen die Liebenden ihre Masken fallen, und Ford erkennt, dass auch er getäuscht wurde. Falstaff hat das letzte Wort. Mit einem ansteckenden Gelächter ruft er aus: „Die ganze Welt ist verrückt.“