Fidelio
Wiener Staatsoper

Fidelio

Beethoven
Verfügbar in
Streamed am Streamed bis Aufnahme vom
Gesungen auf
Deutsch
Untertitel auf
Englisch
Deutsch
Französisch

Eine Adlige verkleidet sich als männlicher Gefängniswächter, weil sie vermutet, dass ihr vermisster Ehemann als politischer Gefangener festgehalten wird. Sie findet ihn geschwächt im dunkelsten Kerker, doch wird es ihr gelingen, ihn zu retten, bevor es zu spät ist?

Unterdrückung und Isolation, aber auch Hoffnung und die Kraft der Liebe sind die Themen von Fidelio, was diese Oper perfekt für unsere Zeit und immer macht. Mit der neuen Inszenierung von Beethovens einziger Oper an der Wiener Staatsoper hat Regisseur Nikolaus Habjan eine zeitlose, über einer konkreten Epoche stehende Sicht auf das Werk geschaffen. Leonore und Florestan werden in dieser Inszenierung jeweils durch eine Puppe verdoppelt, gleichsam in ein Innenleben, einen Seelenausdruck und eine äußere Figur aufgespalten. So wird etwa Leonores quälender Spannungszustand zwischen heftigster Emotionalität und dem Druck, ihre echte Identität zu verbergen, verdeutlicht. „Wenn man darüber nachdenkt, was Beethoven mit seinen Werken wollte“, so Habjan, „dann stößt man immer wieder auf eine ganz große Idealisierung. Und eine solche steht über einer konkreten Epoche. Daher möchte ich etwas schaffen, das letztlich zeitunabhängig ist. Je weniger ich nun versuche, die Handlung in eine enge, zeitlich oder politisch exakte Situation zu setzen, desto zeitloser wird die Arbeit. Es geht um die großen Themen, die Beethoven verhandelt, und die versteht man auch ganz klar, ohne einen historischen Bezugsrahmen zu nützen.

Cast

Leonore
Malin Byström
Florestan
David Butt Philip
Don Fernando
Simonas Strazdas
Don Pizarro
Christopher Maltman
Rocco
Tareq Nazmi
Marzelline
Kathrin Zukowski
Jacquino
Daniel Jenz
Erster Gefangener
Daniel Lökös
Zweiter Gefangener
Panajotis Pratsos
Puppenspieler.innen
Manuela Linshalm
Max Konrad
Angelo Konzett
Alexandra Pecher
Orchester
Orchester der Wiener Staatsoper
Chor
Chor der Wiener Staatsoper
...
Musik
Ludwig van Beethoven
Text
Joseph Sonnleithner
Paulus Hochgatterer
Regie
Nikolaus Habjan
Musikalische Leitung
Franz Welser-Möst
Bühne
Julius Theodor Semmelmann
Kostüme
Denise Heschl
Licht
Franz Tscheck
Video
Judith Selenko
Puppendesign
Bruno Belil Espinos
Chorleitung
Thomas Lang
...

Video

Trailer

Sneak Peek: Fidelio

Beethovens Ode an die Liebe und Freiheit.

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Handlung


Der Gou­ver­neur ei­nes spa­ni­schen Staats­ge­fäng­nis­ses, Don Pi­zar­ro, führt in sei­ner An­stalt ein Schre­ckens­re­gi­ment. Un­schul­di­ge wer­den zu po­li­ti­schen Op­fern sei­nes bru­ta­len Zu­griffs. Don Flo­res­tan aus Se­vil­la will die­se Will­kür­ak­te auf­klä­ren, ge­rät aber da­bei selbst in die Hand des Ge­walt­men­schen. Seit über zwei Jah­ren schmachtet er in un­mensch­li­cher Ein­zel­haft.

Sei­ne Freun­de hal­ten ihn für tot, nur sei­ne Frau Leo­no­re gibt den Ver­schol­le­nen noch nicht ver­lo­ren. Da sie Flo­res­tan in Ge­fan­gen­schaft wähnt, ver­dingt sie sich beim Ker­ker­meis­ter Roc­co als Schlie­ße­rin. In Män­ner­klei­dern und un­ter dem Na­men Fi­de­lio ver­rich­tet sie schwe­re Ar­beit, er­wirbt sich das Ver­trau­en ih­res Vor­ge­setz­ten und ge­winnt so­gar die Lie­be sei­ner Toch­ter Mar­zel­li­ne.

I. Akt

Ver­geb­lich be­müht sich Jaquino um die Zu­wen­dung Marzellines. Seit Fidelio im Haus ist, hat sie für sein Wer­ben kein Ohr. Fidelio kehrt von Er­le­di­gun­gen aus Sevilla zu­rück. Rocco ist wie­der vom Ge­schick und Pflicht­be­wusst­sein sei­nes neu­en Ge­hil­fen an­ge­tan: Bald schon sol­len Fidelio und Marzelline ein Paar wer­den. Marzelline und Rocco träu­men von ei­ner be­hag­li­chen Zu­kunft, Jaquino sieht sei­ne Aus­sich­ten schwin­den, Fidelio graut es vor der Un­ge­wiss­heit. Da tritt Don Pizarro auf. Aus ei­nem ver­trau­li­chen Schrei­ben er­fährt er, dass der Mi­nis­ter sei­nem Amts­miss­brauch auf der Spur ist: Ei­ne über­ra­schen­de Vi­si­te soll ihn end­gül­tig über­füh­ren. Pizarro re­a­giert prompt: Ein Pos­ten be­ob­ach­tet die Haupt­stra­ße, ein Trom­pe­ten­si­gnal soll den Be­such an­kün­di­gen. Florestan, das pro­mi­nen­tes­te Op­fer, muss schleu­nigst be­sei­tigt wer­den.

Da Rocco den Mord ver­wei­gert, wird der Gou­ver­neur die Tat selbst voll­zie­hen. Nur ein Grab im Ver­lies soll ihm der Ker­ker­meis­ter zu­vor schau­feln. Marzelline und Fidelio er­bit­ten von Rocco ei­nen kur­zen Aus­gang für die leich­te­ren Ge­fan­ge­nen. Vol­ler Freu­de ge­nie­ßen die Häft­lin­ge die war­me Früh­lings­son­ne. Fidelio er­fährt be­stürzt von dem neu­en Auf­trag Roccos und will sei­ne schwe­re Ar­beit im Ker­ker tei­len: Wird sie dem Gat­ten sein Grab be­rei­ten hel­fen? Em­pört hat Pizarro den Spa­zier­gang der Ge­fan­ge­nen be­merkt und lässt kei­ne Recht­fer­ti­gung gel­ten. Nur der drin­gen­de Mord­plan an Florestan ver­hin­dert schlim­me Sank­tio­nen.

II. Akt

Im Ker­ker grü­belt der er­schöpf­te Florestan über sein Schick­sal. Sei­ne La­ge er­scheint ihm aus­sichts­los, nur das Be­wusst­sein er­füll­ter Pflicht trös­tet ihn. In ei­ner ek­sta­ti­schen Vi­si­on fühlt er sich von ei­nem En­gel mit den Zü­gen Leonores in die himm­li­sche Frei­heit ent­rückt. Rocco und Fidelio le­gen müh­sam ei­ne Zis­ter­ne frei. Florestan er­fährt end­lich, wer die­ses Ge­fäng­nis lei­tet, und will sei­ne Gat­tin in Sevilla ver­stän­di­gen las­sen. Fidelio weiß nun si­cher, wen sie vor sich hat. Ei­ne klei­ne La­bung mit Brot und Wein scheint Florestans letz­te Freu­de zu sein, denn schon naht Pizarro. Aber als er zum töd­li­chen Streich aus­holt, stellt sich Fidelio vor den Ge­fan­ge­nen: »Töt’ erst sein Weib!« Dem Nach­set­zen­den hält sie ei­ne Pis­to­le vor, da er­tönt das Trom­pe­ten­si­gnal.

Die An­kunft des Mi­nis­ters ver­heißt ei­nen Um­schwung: Be­frei­ung für die Un­ter­drück­ten, Stra­fe für den Un­ter­drü­cker. Pizarro eilt aus dem Ker­ker, Rocco sagt sich von sei­nem al­ten Herrn los, Leonore und Florestan sin­ken ein­an­der glück­lich in die Ar­me. – Das Volk und die Straf­ge­fan­ge­nen be­grü­ßen er­war­tungs­voll den Mi­nis­ter, Don Fernando. Im Auf­trag des Kö­nigs ver­kün­det er all­ge­mei­ne Am­nes­tie und das En­de der po­li­ti­schen Will­kür. In Florestan er­kennt er sei­nen tot­ge­sag­ten Freund wie­der. Leonore darf die Ket­ten des lan­ge Ge­demü­tig­ten lö­sen, Pizarro wird fest­ge­nom­men.