Die Oper beginnt, nachdem König Bertarido im Kampf von Grimoaldo besiegt wurde, der sich des Throns bemächtigt hat. Bertarido konnte fliehen und hat Gerüchte über seinen eigenen Tod streuen lassen, in der Hoffnung, so seine Frau Rodelinda, ihren jungen Sohn Flavio und seine Schwester Eduige, die er zurücklassen musste, retten zu können. Bei seiner geheimen Rückkehr entdeckt er, dass Grimoaldo entgegen dem Schwur, Eduige zu heiraten, nunmehr unablässig Rodelinda nachgeht – entschlossen, sie zur Heirat zu zwingen, falls sie sich weigert, ihn willentlich zu lieben.
Händel schrieb einige seiner schönsten und charaktervollsten Musiken für Rodelinda. Hass und Verzweiflung, vereitelte Liebe und Verbitterung sowie glühende Rachlust formen zusammen eine Erzählung von außergewöhnlicher Kraft und Macht. Für die Produktion dieses Händel-Meisterwerks für die Garsington Opera 2025 arbeitete Regisseurin Ruth Knight zusammen mit Ausstatter Leslie Travers. Die musikalische Leitung lag in den Händen des Barock-Experten Peter Whelan.
BESETZUNG
In der Reihenfolge ihres Auftretens:
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Rodelinda
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Lucy Crowe
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Grimoaldo
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Ed Lyon
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Garibaldo
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Brandon Cedel
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Eduige
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Marvic Monreal
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Bertarido
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Tim Mead
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Unulfo
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Hugh Cutting
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Flavio (stille Rolle)
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Nicholas Thurbin
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Gundeberto (stille Rolle)
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Will Hodson
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Orchester
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The English Concert
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Cembalo
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Peter Whelan
Ashok Gupta
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Violoncello
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Joseph Crouch
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Theorbe
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Sergio Bucheli
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Musik
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Georg Friedrich Händel
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Text
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Nicola Francesco Haym
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Regie
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Ruth Knight
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Musikalische Leitung
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Peter Whelan
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Ausstattung
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Leslie Travers
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Licht
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Ben Pickersgill
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Choreografie und Regieassistenz
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Rebecca Meltzer
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HANDLUNG
Prolog
Der König der Langobarden, Ariberto, ist tot. Statt einen Erben zu ernennen, hat er mit der Tradition gebrochen und sein Königreich unter seinen drei Kindern aufgeteilt. Sein Sohn Gundeberto und seine Tochter Eduige sollen gemeinsam die Hauptstadt des Langobardenreichs, Pavia, erben; sein Sohn Bertarido, mit seiner Frau Rodelinda und dem Sohn Flavio, sollen Mailand erben.
Gundeberto ist mit diesem Arrangement nicht zufrieden und würde selbst gern über ganz Norditalien herrschen. Unter Mithilfe von Grimoaldo gelingt es ihm, Bertarido und Rodelinda zu vertreiben. Im Gegenzug verspricht Gundeberto dem Komplizen die Hand von Eduige.
Doch Grimoaldos Berater, Garibaldo, überredet ihn zu einer gewaltvolleren Lösung: Grimoaldo ermordet Gundeberto und übernimmt die Kontrolle in Norditalien. Bertarido sieht sich gezwungen zu fliehen und lässt Rodelinda und Flavio zurück in der Gewalt des neuen tyrannischen Herrschers.
I. Akt
Grimoaldo beschließt, dass das neue Objekt seiner Zuneigung Rodelinda sein soll, und bittet sie, seine Königin zu werden. Sie lehnt wütend ab. Eduige, Grimoaldos frühere Auserkorene, ist hin- und hergerissen zwischen ihrer Liebe zu Grimoaldo und ihrer Wut über den Verrat an ihren Brüdern. In ihrer Verzweiflung willigt Eduige ein, sich mit Garibaldo verloben zu lassen.
Der totgeglaubte Bertarido ist mit seinem eigenen Grab konfrontiert. Sein Berater, der Doppelagent Unolfo, unterbreitet einen Plan, der Bertarido helfen soll, in den Hof einzudringen und seine Familie zu befreien. Sie verstecken sich, als der Trauerzug für Bertarido vorbeizieht und sehen, wie Garibaldo droht, Flavio zu töten, sollte sich Rodelinda weigern, Grimoaldo zu heiraten. Die verzweifelte Rodelinda willigt ein, sagt aber Garibaldo, dass sie seine Hinrichtung verlangen werde, sobald sie Königin sei. Bertaridos Herz bricht.
II. Akt
Die Vorbereitungen zu Rodelindas Hochzeit sind in vollem Gange. Trotz ihres Zorns liebt Eduige immer noch Grimoaldo. Sie versucht, ihre eigene Vereinigung mit Garibaldo hinauszuzögern, der die Verlobung auflöst. Eduige schwört Rache – sowohl Grimoaldo als auch Garibaldo.
Rodelinda gibt Grimoaldo das Versprechen, ihn zu heiraten, doch geht ein hohes Risiko ein, indem sie eine Bedingung verlangt: Er muss Flavio in ihrer Anwesenheit töten. Sie hat richtig gesetzt, Grimoaldo kann es nicht tun. Grimoaldo beginnt an seinem Urteilsvermögen zu zweifeln. Ohne einen starken Führer legt Garibaldo seine tyrannischen Ansichten dar, während Unulfo seinen Glauben an eine gutmütige Führung zum Ausdruck bringt.
Bertarido erreicht den Hof in Verkleidung, wird aber sofort von Eduige erkannt, die schwört, ihm zu helfen. Unulfo berichtet ihnen, dass die Hochzeit von Rodelinda und Grimoaldo nicht stattgefunden habe. Das Ehepaar ist wieder vereint, doch eine dunkle Wolke schwebt über der Zusammenkunft.
In der Absicht, mit Rodelinda allein zu sprechen, findet Grimoaldo sie mit dem verkleideten Bertarido vor. Grimoaldo glaubt, Rodelinda habe statt seiner einen Außenseiter vorgezogen, und beschließt, ihn einzusperren.
III. Akt
Eduige gibt Unulfo einen Schlüssel für das Gefängnis und erzählt ihm, dass sie eine Waffe in Bertaridos Zelle geschmuggelt habe. Garibaldo will die Hinrichtung des eingekerkerten Bertarido so schnell wie möglich ausführen, doch Grimoaldo ist nicht völlig überzeugt.
Bertarido hört jemanden kommen und vermutet den Henker. Er attackiert den Eindringling, der sich als Unulfo herausstellt. Die beiden Männer können fliehen und lassen nur blutverschmutzte Kleidung zurück. Eduige und Rodelinda finden die Kleidung und glauben, Bertarido wurde hingerichtet.
Grimoaldo bereut seine Machtübernahme und schläft ein. Er träumt von einem freien Leben ohne Verantwortung und Sorgen. Der ambitionierte Garibaldo erscheint, um Grimoaldo zu ermorden. Plötzlich schreitet eine als Bertarido gekleidete Gestalt ein und tötet Garibaldo. Die Gestalt entpuppt sich als Rodelinda, die dazu ansetzt, auch Grimoaldo zu töten, als der echte Bertarido mit Unulfo erscheint. Bertarido hält Rodelinda davon ab, Grimoaldo zu töten.
Grimoaldo, der ein versuchtes Attentat überlebt hat, erfährt einen endgültigen Sinneswandel: Er lässt von jeglichen Ansprüchen an das Königreich ab; die Macht von Bertarido und Rodelinda ist wiederhergestellt.
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