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Chris Christodoulou

Royal College of Music

Die Zauberflöte

Schulanfang mit einem genialen Jungkomponisten und weiteren jungen Talenten

Opern | Mozart

Mozarts letzte Oper erzählt von den Irrungen und Wirrungen zweier gegensätzlicher und doch komplementärer junger Paare - Tamino und Pamina und Papageno und Papagena -, die auf ihrer Suche nach Liebe durch die Dunkelheit zum Licht und Glück gelangen.

 

Wer erinnert sich nicht an seine Schulzeit - ein Ort neuer Entdeckungen, Begegnungen mit Autoritäten und vielleicht der eine oder andere Tagtraum in den hinteren Reihen der Klasse? Die neue Inszenierung des Royal College of Music siedelt die Zauberflöte in einer weiterführenden Schule und einer Traumwelt voller verborgener Sehnsüchte an. Wie die Regisseurin Polly Graham in unseren Einblicken erklärt, ist dies die perfekte Kulisse für Protagonist:innen, die „an der Schwelle zum sexuellen Erwachen stehen, sich mit großen intellektuellen Ideen auseinandersetzen und sich an einem Punkt in ihrem Leben befinden, an dem alles zum ersten Mal passiert und an dem die Interaktion mit Erwachsenen schwierig sein kann“. Michael Rosewell dirigiert eine Fülle von jungen Talenten auf der Bühne und im Zuschauerraum, die alle selbst erst vor kurzem die Schule verlassen haben.

Aufgezeichnet am 24. November 2021, Royal College of Music Britten Theatre, London.

 

In deutscher Sprache. Mit englischen Untertiteln und zusätzlich automatische Übersetzungen in mehr als hundert andere Sprachen.

Verfügbar von
01.01.2022 um 17:00 MEZ

bis
01.07.2022 um 12:00 MEZ

SarastroJamie Woollard
TaminoMichael Bell
SpeakerDafydd Allen
Erster PriesterHenry Wright
Zweiter PriesterDaniel Bell
Die Königin der NachtClara Barbier
PaminaCharlotte Bowden
Erste DameSofie Lund-Tonnesen
Zweite DameAnnabel Kennedy
Dritte DameEmma Roberts
Erster KnabeLeah Redmond
Zweiter KnabeDenira Coleman
Dritter KnabeTaryn Surratt
PapagenaSofia Kirwan-Baez
PapagenoEdward Jowle
MonostatosDafydd Jones
Erster Geharnischter MannSam Harris
Zweiter Geharnischter MannRedmond Sanders
Chorus: SopranMaddie Boreham
Chorus: AltAngelina Dorlin-Barlow
Chorus: TenorMatt Curtis
Chorus: BassSam Hird
OrchesterRoyal College of Music Opera Orchestra


MusikWolfgang Amadeus Mozart
TextEmanuel Schikaneder
Musikalische LeitungMichael Rosewell
InszenierungPolly Graham
Stellvertretender RegisseurLouise Bakker
LichtTim Mitchell
BewegungsregisseurKate Flatt
Co-designersRosie Elnile, Hazel Low

I. Akt

In einer weiterführenden Schule erfährt Pamina unerwünschte Annäherungsversuche von ihrem Lehrer, Sarastro. Wir folgen ihr und ihren Mitschüler:innen in eine unterbewusste Traumwelt.

Drei Frauen retten Tamino und Monostatos vor einer tödlichen Schlange, bevor sie sie verführen. Tamino schließt Freundschaft mit Papageno. Die Frauen schenken Tamino ein Bild von Pamina, das sofort seine Liebe erweckt.

Taminos Liebe zu Pamina wird durch die Königin selbst gestärkt, die ihre Empörung über Pamina in einem Lied zum Ausdruck bringt. Die Königin stellt eine Herausforderung: Wenn Tamino Pamina vor Sarastro retten kann, darf er Paminas Liebe gewinnen.

Die Frauen beschenken Papageno mit Zauberglocken und Tamino mit einer Zauberflöte, die ihnen auf ihrer Suche nach Pamina helfen sollen. Sie werden von drei Mädchen aus der Unterstufe begleitet.

Papageno überbringt Pamina die Nachricht, dass Tamino sie liebt.

Tamino wird von den drei Jünglingen in die Bibliothek geführt, wo er einen Lehrer trifft, der Sarastros Charakter trotz Taminos Zweifeln verteidigt. Während Tamino versucht, die Wahrheit zu verstehen, erscheint ihm eine Gruppe von Tieren, die von der Musik der Flöte verzaubert sind.

Die Kraft dieser Musik wird durch Nachrichten von Papageno unterbrochen, und Tamino bricht auf, um ihn zu suchen. Papageno und Pamina werden von Paminas On-/Off-Freund Monostatos entdeckt, aber jeder Konflikt löst sich auf, als Pamina einen Joint raucht und Papageno sich an seine magischen Glocken erinnert. Die Lehrer erwischen Monostatos beim Rauchen und bestrafen ihn.

Pamina fordert Sarastro heraus und beschwört die Macht der Königin.  

Tamino und Pamina werden zu Schulsprechern gewählt und entdecken, dass sie Gefühle füreinander haben. Die Schulversammlung schließt mit einer Hymne auf die Tugend der Gerechtigkeit und des guten Benehmens.

II. Akt

Im Unterricht schickt Tamino Pamina einen Brief, in dem er vorschlägt, eine Pause zu machen. Sarastro entlässt die Klasse und beschlagnahmt den Brief. Die Lehrer in der Schule raten allen Schülern, sich vor den Frauen zu hüten, da sie einen Mann immer in die Irre führen würden. Daraufhin vereinbaren die Schüler ein Schweigegelübde.

Den drei Frauen gelingt es, den Schwur von Tamino und Papageno zu brechen, doch sie werden von einer Bande von Jungen aus der Bibliothek vertrieben.
Pamina weist einen aufrichtigen Annäherungsversuch von Monostatos zurück. Die Königin trifft ein und fordert Pamina auf, Sarastro zu töten. Sarastro und die Lehrer versuchen, die Schülerinnen zu disziplinieren.

Papagena offenbart Papageno ihre Liebe. Die drei jüngeren Schüler raten Tamino und Papageno, ihre Suche fortzusetzen. Pamina versucht, wieder mit Tamino in Kontakt zu treten, stößt aber auf Schweigen, was sie zur Verzweiflung bringt. Sie wird von den drei Jünglingen gerettet, die ihr Taminos Liebe versichern und ihr bei der Suche helfen.

Die Schüler verschärfen das Spiel des Schweigens, aber Tamino widersetzt sich und gesteht Pamina seinerseits seine Liebe.

Papageno ist auf der Suche nach Papagena. Seine Angst, sie nicht wiederzufinden, lässt ihn an den Tod denken, aber er wird von den drei Jünglingen gerettet, die ihn daran erinnern, dass seine Glocken da sind, um ihm zu helfen, seinen wahren Wunsch zu erfüllen.

Von Pamina zurückgewiesen, fühlt sich Monostatos allein. Sarastro kehrt zurück, um den Zustand der Schüler zu kontrollieren. Die Schulversammlung schließt mit einer Hymne auf die Erleuchtung.

Polly Graham, Regisseurin

Am Anfang dieser Produktion sprach ich mit dem Dirigenten Michael Rosewell. Wie können wir dieses Stück mit zeitgenössischen Augen betrachten und es bedeutungsvoll, relevant und lebendig machen? 

Indem wir die Handlung in einer weiterführenden Schule ansiedeln, haben wir Zugang zu Protagonist:innen, die wirklich jung sind - an der Schwelle zum sexuellen Erwachen, die sich mit großen intellektuellen Ideen auseinandersetzen und sich an einem Punkt in ihrem Leben befinden, an dem alles zum ersten Mal geschieht und an dem die Interaktion mit Erwachsenen schwierig sein kann. 

Inspiriert von einem Essay der Psychoanalytikerin Sabina Spielrein stellen wir dem Raum Schule eine Traumlandschaft gegenüber, in der die Protagonisten ihre tiefsten Sehnsüchte und inneren Dämonen erkunden können. Jede:r, der oder die den Garten der Lüste betritt, kann dies tun. In dieser magischen Landschaft werden die Geschlechterverhältnisse neu erzählt - von den ritterlichen Damen, die die verletzlichen, verängstigten jungen Männer retten, bis hin zur beschwörenden Kraft der Königin der Nacht, die Pamina erscheint und sie ermutigt, ihre Angst vor ihrem räuberischen Lehrer Sarastro zu konfrontieren und dann zu überwinden. Die Gaben der magischen Glocke und der Flöte sind für Papageno und Tamino eine Möglichkeit, sich mit ihren inneren Sehnsüchten zu verbinden. 

Paminas Begehren ist kompliziert - sie ist nicht nur an Tamino interessiert, sondern auch an Monostatos. Jeder Junge bietet eine andere Art von Beziehung. Monostatos ist in der Lage, allen zu zeigen, was er fühlt, sein Verlangen zu beschreiben und um einen Kuss zu bitten. Tamino hingegen braucht bis zum Finale des zweiten Aktes, um sich mit Pamina zu unterhalten! 

Die älteren Lehrer der Schule lassen es zu, dass frauenfeindliches Gedankengut durch die Gänge zieht. In der zweiten Hälfte beginnen die Jungen ein Spiel, bei dem niemand mit den Mädchen spricht, was zu Paminas Selbstmordversuch führt. Als sie es schließlich wagt, den gesellschaftlichen Druck herauszufordern und ehrlich zu ihren Gefühlen für Tamino zu stehen, weicht die Welt der Schule dem Garten der Lüste, in dem sich die Prüfungen von Feuer und Wasser in Begegnungen von Leidenschaft und Schönheit verwandeln.